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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Wird der Beacher „Das Ding des Jahres“?

01.03.2018

Colnrade Während der Winter die Republik noch fest im Griff hat und die Eiszeit kein Ende zu nehmen scheint, lenkt Erfinder Dirk Kramer den Blick schon mal auf deutlich wärmere Tage. Genauer: aufs sommerliche Badevergnügen am Strand. Denn dabei, so sagt der Colnrader, dürfe künftig „Beacher“ nicht fehlen. Was dieser 165 Gramm leichte Helfer kann, werden Kramer und seine Partnerin Mariola Wickert am Sonnabend, 3. März, 20.15 Uhr, einem Millionenpublikum zeigen: Sie werfen den Hut in den Ring bei der ProSieben-Erfinder-Show-Reihe „Das Ding des Jahres“.

Mariola Wickert und Dirk Kramer in Köln während des Drehs BILD: ProSieben/Willi Weber

Auch der Hartensbergsee wird zum Drehort

Das Ding des Jahres ist eine Show-Reihe des Senders ProSieben. Initiator und Produzent ist Stefan Raab. In jeder Sendung stellen acht Erfinder in vier Zweier-Duellen ihre „Dinge“ vor. Die Juroren Lena Gercke, Joko Winterscheidt und Hans-Jürgen Moog geben zunächst ihr persönliches Urteil ab, die Entscheidung über den Sieg treffen dann die Zuschauer. Aus den Siegern wird pro Sendung eine Erfindung ausgewählt, die sich für ein Finale qualifiziert.

Dirk Kramer hatte auf der Nordstil-Messe im vergangenen Jahr in Hamburg von Ausstellern den Tipp bekommen, sich für das neue Format von ProSieben zu bewerben. Im August meldete sich der Colnrader beim Sender. Im September kam ein vierköpfiges Kamerateam nach Colnrade. Dessen Auftrag: Es galt, einen 90-Sekunden-Beitrag zum Vorstellen des Erfinders zu drehen – allerdings ohne näher auf seine Erfindung einzugehen. Die „darf da nur schemenhaft zu sehen sein“, erklärte Kramer. Einer der Drehorte: der Hartensbergsee (Goldenstedt).

Ende November wurden Dirk Kramer und Mariola Wickert zu den Dreharbeiten für die Sendung nach Köln eingeladen. Das sei eine tolle Erfahrung gewesen, schwärmt Mariola Wickert, die aus ihrer Aufregung kein Geheimnis macht: Ihr Herz „ging rauf und runter“.

Über ihr Abschneiden dürfen sich die beiden noch nicht äußern. „Das kann jeder am Wochenende erfahren“, sagt Dirk Kramer schmunzelnd.

Die Geschichte von „Beacher“ begann im Juni 2016 – natürlich an einem Strand. „Wir waren in Hamburg an der Elbe“, erinnert sich Kramer. Was ihm beim Sonnenbaden auffiel: Immer wieder regnete es feinen Sand auf ihn und sein Strandtuch – hervorgerufen durch vorbeieilende Flip-Flop-Träger oder auch Zeitgenossen, die als Abkürzung den direkten Weg über das Badetuch des Colnraders nahmen. „Da kam keine Entspannung auf.“

Die Folge: Kramers Ehrgeiz als Erfinder war geweckt. Was könnte den Sand – und vielleicht auch die Flip-Flop-Träger – vom Strandtuch fernhalten? „Ich konnte 14 Tage nicht schlafen.“ Am Ende des Grübelns stand eine Zeichnung, wenig später ein Prototyp: „ein Gartenspieß mit einer Stange, die ich oben rangeklebt hab’“.

Als der Kfz-Meister Kramer sicher war, dass die Konstruktion funktioniert, gab er eine technische Zeichnung in Auftrag. Weiteres Tüfteln folgte, bevor der Strandtuchhalter „Beacher“ geboren war: Bestehend aus Spießen, an deren oberem Ende eine Klemme mit innenliegenden kleinen Widerhaken befestigt ist – die halten das Strandtuch, „auch wenn man sich darauf hin und her dreht“. Die Spieße münden in konische Hülsen, in denen ein Windschutz befestigt werden kann.

Und das Material? Wichtig war dem 49-Jährigen, dass die Erfindung nicht viel Platz wegnimmt und leicht ist – „handgepäcktauglich“. „Zuerst habe ich an Bambus gedacht.“ Aber das schied aus – „zu teuer“.

Am Ende entschied er sich für Spritzguss aus Kunststoff. Doch nun tauchte ein Problem auf: Wer könnte „Beacher“ zu günstigen Preisen produzieren? „Ich hab’ viel recherchiert“, berichtet Kramer. Bei mehreren Maschinenbaufirmen klopfte er an. Doch deren Preise waren hoch. „Es blieb nichts anderes übrig als in China zu schauen.“

Also entstand „Beacher“ in Fernost: erst der Windschutz in Shanghai, später die Spritzguss-Bestandteile in Dongguan. Die Produktionsstätten, so betonen Kramer und Wickert, hätten sie sich zuvor sicherheitshalber selbst angesehen – „nicht, dass da Kinderarbeit dabei ist“.

Im März 2017 kam dann der erste Container voller „Beachers“ im Hamburger Hafen an. In den Wochen danach setzten sich die beiden Colnrader dann ins Auto und boten die Erfindung in Orten an der Nord- und Ostseeküste an – zum Beispiel in Tourismuszentralen. Die Reaktion? „Die kannten das Sand-Problem und fanden die Lösung witzig“, berichtet der Erfinder. „20 Millionen Deutsche machen Urlaub am Meer. Wenn nur ein Prozent den Beacher kauft, ist alles in Ordnung“, lacht er. Aktuell sucht Kramer eine Firma, die das Produkt – zum Beispiel als Werbeträger – in größeren Stückzahlen in Deutschland, vielleicht auch in Frankreich, Italien oder Spanien vertreibt.

Erste Erfahrungen mit Beacher stimmen ihn und Mariola Wickert sehr zufrieden. Das Produkt „sorgt für mehr Privatsphäre, die Leute halten Abstand“. Kunden hätten auch noch eine Reihe von weiteren Vorteilen entdeckt – zum Beispiel bei der Diebstahlsicherung oder der Orientierung. Mariola Wickert: „Einfach ein Fähnchen in den Stab des Strandtuchhalters stecken – dann können auch Kinder diesen Strandplatz jederzeit wiederfinden.“

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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