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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Der Milch-Shuttle rollt sogar in China

02.04.2011

WüSTING Alexander Sprung weiß, worauf es ankommt: „Die Automaten werden in die ganze Welt geliefert – da kann ein Fehler in der Montage richtig teuer werden.“ Alexander ist bei der Firma Urban Fütterungstechnik in Wüsting Auszubildender als Elektroanlagenmonteur. „Auszubildende sind bei uns in sehr verantwortungsvolle Aufgaben eingebunden. Wir stellen hohe Ansprüche an die Qualität der Arbeit“, nickt Ausbilder Thomas Beckmann. Urban-Produkte, vor allem Kälbertränkeautomaten und Tränkemixer, werden in mehr als 40 Länder exportiert – die Gebrauchsanweisungen gibt es sogar auf Norwegisch und mit chinesischen Schriftzeichen.

Sprachgenies müssen Lehrlinge bei Urban deswegen nicht sein, in Mathe und Physik sollten Bewerber indes über „brauchbare Zensuren“ – Beckmann versteht darunter eine „3“ – verfügen. Noch wichtiger als Schulnoten ist die menschliche Komponente. „Wir legen viel Wert darauf, dass die Mitarbeiter vom Charakter und von der Persönlichkeit zu uns passen. Auf Lust und Motivation kommt es an“, betont Geschäftsführer Thomas Sprock. Für das zum 1. August beginnende neue Ausbildungsjahr sucht die Firma noch einen Lehrling als Elektroanlagenmonteur. Das lässt die sechs Neuntklässler aus den Gemeinden Hude und Ganderkesee, die den Gewerbebetrieb am Freitagvormittag auf Vermittlung der Ausbildungsplatzinitiative „Zwaig“ besuchen, aufhorchen.

Im Gespräch mit den vier aktuellen Auszubildenden – Florian Grummer und Göran Abel sind im ersten Lehrjahr, Alexander Sprung und Tobias Becker im zweiten – erfahren die Schüler ebenso wie Zwaig-Vorsitzender Rolf Stiening und Hudes Wirtschaftsförderer Roland Arndt, was noch eine Grundvoraussetzung ist, um bei der Firma Urban eine Ausbildung zu beginnen: Alle vier Lehrlinge haben vorab ein Praktikum absolviert. „So können sich beide Seiten voneinander ein Bild machen“, sagt Thomas Sprock.

Rund 60 Mitarbeiter beschäftigt die Firma Urban im Bereich der Fütterungstechnik – die Nachfrage nach den Automaten „made in Wüsting“ ist derzeit „sehr hoch“, so Sprock. Schweißerei und Produktion sollen daher in Kürze erweitert werden. Der selbst ausgebildete Nachwuchs verfügt nach der Lehrzeit über sehr gute Perspektiven.

Auch Alexander Sprung, der gerade seine Zwischenprüfung absolviert hat, möchte gerne bleiben: „Das Betriebsklima ist sehr gut. Trotz der Unternehmensgröße geht es sehr familiär zu.“

Seit 1998 besteht die „Zukunftswerkstatt Ausbildungsplatzinitiative Ganderkesee“ (Zwaig). Mitglieder sind Betriebe und Schulen.

Der Verein bietet Ausbildungsplatzbörsen an, um Jugendliche bei der Berufswahl zu unterstützen. Betriebsbesuche tragen dazu bei, Ausbildungs- und Praktikumsplätze zu akquirieren. Auch Informations- und Beratungsbesuche in Schulen zählen zu den Schwerpunkten. Einzelberatungen mit Schulabgängern werden ebenfalls angeboten. Das Büro ist in Ganderkesee unter t 04222/44-407 zu erreichen.