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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Der Schienenlärm soll halbiert werden

16.03.2017

Hude /Wüsting Lärm macht krank. Gerade auch der Bahnlärm in der Nacht. Dass das durchaus erkannt wird, zeigen die Anstrengungen, in Deutschland schon bis Ende 2020 nur noch leise Güterzüge auf die Schiene zu lassen. Auch die Schweiz zählt zu den Vorreitern.

Alle, die die deutschen Vorgaben dann nicht erfüllen, müssen eine sehr viel höhere Maut zahlen oder die Geschwindigkeit reduzieren. Es gebe ein ganz klares Signal aus dem Verkehrsministerium, dass dies bis 2020 hinzubekommen sei, sagte die CDU-Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen.

160 000 Waggons

Es ist ein gewaltiger Kraftakt. Rund 160 000 Waggons stehen auf der Umrüstungsliste, wie die SPD-Abgeordnete Susanne Mittag berichtete. Es zeige aber auch, wie ernst die Lärmschädigung der Bahnanlieger mittlerweile genommen werde. Die Anwohner leiden. „Es werden immer mehr und viel schwerere Züge“, so eine Betroffene aus der Region.

Die beiden Bundestagsabgeordneten waren der Einladung des „Aktionsbündnisses für Sicherheit und Nachtruhe an der Bahn Delmenhorst-Ganderkesee-Hude“ gefolgt. Im Wüstenlander Hof stellten sie sich den Fragen.

„Es ist ein sehr komplexes Thema“, sagte Astrid Grotelüschen. Die Abgeordneten hatten sich deshalb im Verkehrsministerium schlau gemacht, um die fachlich doch sehr ins Detail gehenden Fragen beantworten zu können. Die kamen von Dieter Holsten, Sprecher des Aktionsbündnisses, der sich seit Jahren mit der Materie eingehend beschäftigt. „Werden wir das merken?“, wollte Holsten zu dem Verbot lauter Güterzüge ab 2020 wissen. „Ja“, so die klare Antwort vom Susanne Mittag. „Das ist die Zielsetzung“, betonte Astrid Grotelüschen.

Leise Bremssohlen

Ausgetauscht werden sollen die alten Grauguss-Bremssohlen der Waggons durch Low-Noise-Bremssohlen. Das soll das Rollgeräusch auf glatten Schienen um bis zu 10 Dezibel (dB/A) mindern. Dies soll dazu führen, dass es deutschlandweit zu einer subjektiv empfundenen „Halbierung des Schienenlärms“ kommt.

Das mit den neuen Bremssohlen könne aber nur funktionieren, wenn auch die Schienen ordentlich geschliffen würden, bemerkte Holsten. Denn ohne die glattere Oberflächenqualität bringe die Umrüstung der Waggons nicht den erhofften Erfolg.

Holsten hat auch Befürchtungen, dass viele Logistiker sich mit Ausnahmegenehmigungen vor der Umrüstung alter Waggons drücken könnten. Er fordert verschärfte Regelungen, damit es wirklich zu einem flächendeckenden Einsatz leiser Züge komme.

Derzeit sind es laut Auskunft des Verkehrsministeriums weniger als 10 000 der in Deutschland eingesetzten Güterwagen, die die Voraussetzungen für eine Befreiung erfüllen. Problem ist, dass auch viele Waggons aus dem Ausland durch Deutschland rollen. Die deutschen Ansätze zum Lärmschutz müssten langfristig gemeinsame Zielsetzung der EU werden, so Grotelüschen.

Klaus Derke
Hude
Redaktion Hude
Tel:
04408 9988 2721

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