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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Azubi-Serie: „Die Kinder geben einem viel zurück“

12.01.2013

Hude „Ich bin ganz stolz auf unsere Auszubildenden“, lobt die Leiterin des Kindergartens St. Marien, Petra Ahrens. Sarah Mattisson, Nicki Hoffmann und Fridtjof von Stryk sind jetzt im zweiten Jahr ihrer Ausbildung zum staatlich anerkannten Sozialassistenten. Zum Team gehört auch Jennifer Hoffmann, sie absolviert ein einjähriges Praktikum und möchte im Sommer ebenfalls die Ausbildung zum Sozialassistenten beginnen.

In St. Marien arbeiten gleich zwei männliche Azubis. „Das ist schon ungewöhnlich“, bestätigt Fridtjof von Stryk, „aber ich sehe es nicht als Frauenberuf, die Arbeit macht Spaß, und das ist das Wichtigste“, so der 19-Jährige weiter. Für Kinder sei es sehr wichtig, „beide Parts zu erleben“, sagt auch Petra Ahrens. „In vielen Familien arbeiten die Väter häufig lange, gerade für die Jungs ist es aber wichtig, dass sie auch ein männliches Vorbild haben.“ Doch für Männer sei es in dem Beruf immer noch schwierig, so die Kindergartenleiterin. „Wenn man als Mann sagt, man arbeitet als Erzieher, wird man häufig noch belächelt.“ Außerdem gebe es nur wenige Vollzeitstellen, und vom Gehalt eines Erziehers wäre es kaum möglich, eine Familie zu ernähren, schildert Ahrens eines der Probleme. Hinzu kommt, dass die Erzieherausbildung eine schulische Ausbildung ist, die Auszubildenden erhalten somit in ihrer Lehrzeit keine Vergütung.

Die Ausbildung zum Sozialassistenten dauert zwei Jahre. Danach können sie als Zweitkraft in Kindergärten und Krippen arbeiten. Erst nach bestandener Prüfung können die Sozialassistenten sich an der Erzieherschule bewerben, die weitere zwei Jahre dauert und ihnen den Einstieg in ein weites Berufsfeld ermöglicht. Neben Krippen und Kindergärten arbeiten Erzieher zum Beispiel auch in der Jugendarbeit.

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Sarah Mattison wusste vor der Ausbildung, worauf sie sich einlässt. Ihre Mutter ist Erzieherin. Eigene Erfahrungen sammelte die 19-Jährige in Praktika und entschied sich, die Ausbildung zu beginnen. Jennifer Hoffmann absolvierte zunächst ihr Schulpraktikum im Kindergarten. Während ihres einjährigen Praktikums sammelt sie nun Erfahrungen und ist in ihrem Entschluss bestärkt, den Beruf der Erzieherin zu erlernen. Bei den männlichen Azubis half der Zufall ein wenig nach. „Ich wollte an der Berufsfachschule für Sozialpädagogik eigentlich nur meinen Realschulabschluss nachholen. Mit Kindern zu arbeiten, konnte ich mir erst nicht vorstellen“, erzählt Nicki Hoffmann. „Doch als ich mit den Kindern gearbeitet habe, habe ich gemerkt, wie viel Spaß es macht, so habe ich mich dann für die Ausbildung beworben.“ Fridtjof von Stryk wollte zunächst in die Wirtschaft, „das war aber nichts für mich“, lacht der 19-Jährige, „meine Schwester hat zu der Zeit die Ausbildung zur Erzieherin gemacht, sie hat mir davon erzählt, und ich wurde neugierig.“ So begann auch er eine Ausbildung. „Es ist schön, die Entwicklung der Kinder zu sehen, man freut sich über ihre Fortschritte“, erklärt Nicki Hoffmann. Sarah Mattison bestätigt: „Die Kinder geben einem immer etwas zurück. Man geht eigentlich jeden Tag mit einem Lächeln nach Hause.“

Petra Ahrens sagt, der Erzieherberuf bekäme in der Gesellschaft zu wenig Anerkennung. „Erzieher spielen nicht einfach den ganzen Tag mit den Kindern. Wir legen hier den Grundstein für ein Leben. Die Kinder sind teilweise länger bei uns, als bei ihren Eltern, deshalb übernehmen wir einen großen Teil der Bildung und Erziehung.“

Merle Ullrich Nordenham / Redaktion Nordenham
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