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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Ein Ernteball mit Überraschung

18.10.2018

Dingstede Lange ist es her, seit in Dingstede zum letzten Mal das traditionelle Erntefest des Hatter Landvolkes gefeiert wurde. Daran erinnerte der Vorsitzende des Dingsteder Heimatvereins, Helmut Diekmann, am Samstagabend bei der Begrüßung der Festgäste auf dem Ernteball im festlich geschmückten Saal des Dingsteder Kruges. Weiter dankte er dem Hatter Unternehmer Stefan Rosier, der die Traditionsgaststätte im vergangenen Jahr nach langer Schließung übernommen und zu einem kulturellen Glanzlicht für das Dorf Dingstede und die Gemeinde ausgebaut hatte.

Lange Tradition

Alle sieben Jahre, so erinnerte der Vorsitzende, findet das Erntefest turnusgemäß in Dingstede statt – so 2004 auf der Diele von Gerold Diers und 2011 auf der Diele von Gernot Kreye. Er dankte den Ausrichtern für ihre Bereitschaft. Traditionsgemäß wurde auch in diesem Jahr wieder die Erntekrone von vielen fleißigen Helfern aus dem Dorf gebunden und am Sonntag, 30. September, zum Erntedank-Gottesdienst in die Kirchhatter St.-Ansgari-Kirche getragen. Unter den Klängen der Dingsteder Jagdhornbläser wurde sie jetzt von der Landjugend erstmals in den Festsaal des Dingsteder Kruges gebracht und unter dem Applaus der zahlreichen Festbesucher an die Decke emporgezogen.

Rückblick aufs Erntejahr

Der Landvolkvorsitzende Jürgen Rüdebusch nutzte diese Gelegenheit zu einem Rückblick auf das vergangene Erntejahr und hob die durch die extreme Hitze und Trockenheit verursachten Ernteverluste hervor. So fiel der Getreideertrag um 30 Prozent niedriger aus. Besonders dramatisch sei die Situation bei den Grünlandbetrieben, weil das Gras im Sommer verdorrt sei, kein Heu eingefahren werden konnte und jetzt im bevorstehenden Winter das Futter fehlen werde. Auch die Mais- und Kartoffelernte lag um ein Drittel niedriger als in den vergangenen Jahren. Er kritisierte die von der Politik ins Spiel gebrachten „Dürrehilfen“, die viele Berufskollegen verärgerten, weil sie einerseits dem Image der Landwirte schaden würden und am Ende wohl doch keiner von ihnen eine nennenswerte Hilfe erhalten werde.

Gleiche Rahmenbedingungen

„Als Landwirt weiß ich“, so Rüdebusch, „dass ich von der Natur abhängig bin und das Wetter sich jedes Jahr anders zeigt.“ Viel wichtiger seien seiner Ansicht nach gleiche Rahmenbedingungen in ganz Europa statt einseitiger Gesetzesänderungen nur für deutsche Landwirte wie bei der Ferkel-Kastration. „Jetzt können sich schon die Niederländer und Dänen darauf vorbereiten, demnächst noch mehr Schweine nach Deutschland zu liefern“, befürchtet der Landvolkvorsitzende.

Überraschung beim Fest

Ein wenig sarkastisch meinte er abschließend, bezogen auf die so früh beendete Maisernte: „Jetzt konnten wir uns wenigstens voll auf den Ernteball konzentrieren.“ Er dankte allen Organisatoren für ihr Engagement und das Budendorf mit verschiedenen kulinarischen Leckereien, dem DJ Daniel aus Berne für die stimmungsvolle Musik und der Landjugend, die mit einem Sketch beim Fest aufgetreten war.

Auch die Schmeder Besucher, die den Ernteball im kommenden Jahr ausrichten werden und die Erntekrone in Kürze überreicht bekommen, hatten eine Überraschung parat: Sie erschienen als gehbehinderte Senioren mit Rollatoren, mit denen sie bei flotter Musik schließlich einen heißen Rock’n’Roll-Tanz aufs Parkett legten.

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