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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Dirk Wieting Schnackt Mit Holger Lintelmann: Leidenschaft für Holz

20.04.2019

Glücklich sein in seinem Beruf: Wer möchte das nicht? „Wenn Du morgens mit einem Lächeln zur Arbeit gehst, dann hast Du alles richtig gemacht“, sagt Holger Lintelmann (57), der Inhaber der Tischlerei Warrelmann in Ganderkesee. Holger selbst ist einer von den Glücklichen, die jeden Morgen lächelnd und mit Freude zur Arbeit gehen. Die Leidenschaft zu seinem Beruf, die Holger an den Tag legt, ist auch anderen Kollegen nicht verborgen geblieben. Vielleicht auch deshalb bekam der die Chance, eine bestehende Tischlerei zu übernehmen.

Wenn Holger über seine Kinderzeit spricht, dann strahlen seine Augen. Seine Eltern hatten einen Bauernhof in Adelheide. Wie damals üblich, lebten auch hier mehrere Generationen unter einem Dach. „Wir saßen mit acht Personen am Tisch, bei sieben Koteletts“, lächelt Holger. Für ihn gab es nichts Schöneres, als mit den Nachbarskindern draußen zu spielen. Beliebter Aufenthaltsort war im Sommer die Riede. Hier wurde gebadet oder mit selbst gebauten Booten geschippert. „Wir waren auch ohne Computer und Smartphone glücklich“.

Den Wunsch, in einem Verein einzutreten und dort aktiv zu sein, hatte Holger nie und daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Als Kind bastelte er gern und entdeckte früh seine Leidenschaft für Holz. Wenn sein Vater am Zimmern war, dann war Holger immer mit dabei. Während der Schulzeit machte er ein Praktikum in der Tischlerei Walter Hohnholt in Delmenhorst. Gerne hätte er als Auszubildender dort angefangen, aber die Stelle war schon vergeben.

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„Des einen Leid, ist des anderen Freud’“, heißt es bekanntlich, und so war es auch bei Holger. Durch einen Unfall konnte der eingeplante Auszubildende seine Stelle nicht antreten und so war der Weg frei für Holger Lintelmann. Im Alter von 15 Jahren begann er seine Ausbildung bei Tischlermeister Walter Hohnholt. Besonders gern erinnert er sich an das erste Ausbildungsjahr. „Das Einbauen beim Kunden war Chefsache und im ersten Jahr durfte ich ihn begleiten und habe dabei viel von Walter Hohnholt gelernt“.

Nach seiner Abschlussprüfung, konnte er noch für kurze Zeit bei Hohnholt bleiben – dann ging’s zur Bundeswehr. „Das war verlorene Zeit“, blickt Holger zurück. Anfang der 80er-Jahre war es nicht so einfach, einen Arbeitsplatz zu finden. Holger Lintelmann hatte aber wieder Glück und konnte bei einer Tischlerei anfangen. Zwar war die Arbeit dort nach seinem Geschmack, aber an den rauen Umgangston konnte er sich nicht gewöhnen.

Wer weiß, wo Holger heute als Tischler tätig wäre, wenn nicht ein Anruf sein berufliches Leben verändert hätte. „Holger, wir müssen reden“, meinte Manfred Warrelmann. Dieser suchte einen Nachfolger für seinen Tischlereibetrieb und hatte sich Holger Lintelmann auserkoren. 1988 begann er in der kleinen Tischlerei in Schlutter, wo neben ihm und dem Inhaber noch ein Auszubildender arbeitete. „Von Anfang an stimmte zwischen mir und Manfred die Chemie, es ist in der ganzen Zeit nie ein böses Wort gefallen“, schwärmt Holger über seinen Förderer Manfred Warrelmann.

Er machte in Abendkursen seinen Tischlermeister und wurde 1992 Mitgesellschafter, vier Jahre später dann alleiniger Inhaber. Da es mit steigender Mitarbeiterzahl in Schlutter zu eng wurde, musste er sich schweren Herzens nach einem neuen Standort umsehen. Seit 2001 ist der neue Firmensitz im Gewerbegebiet an der Westtangente. Es war schon eine enorme Herausforderung, denn kurz zuvor hatte Holger sich sein Eigenheim in Ganderkesee gebaut. Im Rückblick sieht er es locker: „Was Du im Alter von 40 Jahren nicht schaffst, schaffst du nie mehr“.

Heute hat die Tischlerei Warrelmann acht Mitarbeiter. Eine große Stütze im Unternehmen ist seine Ehefrau Anne, die er in der Diskothek in Langenberg kennenlernte. 1991 wurde geheiratet, kurz vor Holgers 30. Geburtstag. „Der wollte nur nicht fegen“, bemerkt Ehefrau Anne. Für beide stehen Beruf und Unternehmen an erster Stelle, da bleibt für Hobbys nicht mehr viel Zeit. Machte er in seiner Jugendzeit die Gegend mit seinem Moped unsicher, so erkundet Holger heute lieber mit seinem Fahrrad die Gegend.

Vielleicht macht er sich bei einer seiner Fahrradtouren auch schon Gedanken über seine Nachfolge, denn Sohn Jan (25) hat seinen Traumberuf gefunden. „Auch wir werden einen Nachfolger finden, wie Manfred Warrelmann ihn auch gefunden hat“, verspricht Holger Lindemann. Eine Grundvoraussetzung muss sein Nachfolger allerdings mitbringen: „Jeden Morgen mit einem Lächeln zur Arbeit kommen.“

Dirk Wieting spricht mit Tischlermeister Holger Lintelmann

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