• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Aktiv bei Benz und Bürgerbus

15.06.2019

Immer wenn Günter Prüß (70) mit seiner Oma in einem Doppeldeckerbus saß, meinte der damalige Berliner Steppke: „Wenn ich groß bin, werde ich Busfahrer!“ Bis sein Wunsch in Erfüllung ging, sollte es aber viele Jahre dauern. Im Mai 2010 war es dann soweit. Zwar nicht in einem großen Doppeldeckerbus wie damals in Berlin, aber der Bürgerbus in Ganderkesee ist ja auch nicht zu verachten.

Günter Prüß ist für den Verein Bürgerbus Ganderkesee nicht nur als Fahrer unterwegs, sondern seit April auch dessen 1. Vorsitzender als Nachfolger von Hanna Otter-Sandstedt. „Ich wollte eine sinnvolle Beschäftigung im Ruhestand, darum bin ich 2010 in den Bürgerbusverein eingetreten“, erzählt Günter Prüß. Aber nicht nur er, auch Ehefrau Tamara ist als Kassenwartin im Bürgerbusverein aktiv.

In der heutigen Hauptstadt Berlin ist Günter Prüß aufgewachsen, damals war die Stadt noch geteilt. Mit Sport und Musik konnte er nicht viel anfangen. Viel lieber schraubte er schon in jungen Jahren an alten Radio- und Fernsehgeräten herum und erweckte sie wieder zum Leben.

Daneben entdeckte er seine Leidenschaft für das Angeln, die er mit seinem Vater teilte. Mehrfach hatte Günter schon in jungen Jahren beim Wettangeln die Nase vorn. Mittlerweile steht seine Angelrute unbenutzt auf dem Dachboden. Vielleicht steht dort ja auch noch „Der kleine Physiker“, ein Baukasten, den ihm seine Eltern schenkten. Physik konnte ihn begeistern. so dass er diese Wissenschaft nach dem Abitur auch studierte. Schnell merkte er dabei jedoch, dass er lieber zur Verfahrenstechnik wechseln wollte.

Bei diesem Studium machte er unter anderem auch ein Praktikum beim Glühlampenhersteller Osram. Hier musste er die Kunst des Glasblasens erlernen. „Gleich am ersten Tag habe ich mir die Finger verbrannt, aber dann hat es viel Spaß gemacht“, erzählt Günter Prüß lächelnd. Die von ihm geblasenen Objekte aus Glas konnte er mitnehmen. Bei der anschließenden Heimfahrt musste er mit seinem alten VW-Käfer scharf bremsen und der Karton mit den Glasteilen fiel runter – nur wenige seiner geblasenen Kunstwerke überlebten diesen „Crash“.

1977 beendete er sein Studium und sucht nun als Diplom-Ingenieur in Berlin eine Anstellung – ohne Erfolg. Beim Arbeitsamt gab man ihm den dringenden Rat, sich außerhalb Berlins zu bewerben. Hier bekam er gleich Zusagen von renommierten Firmen, darunter auch Daimler-Benz. Günter Prüß nahm das Stellenangebot an und zog mit Ehefrau Tamara, die er 1973 geheiratet hatte, von Berlin nach Sindelfingen. „Von der Großstadt in eine ländliche Region, das war für uns schon ein Kulturschock“, erinnert er sich schmunzelnd. Mit Sebastian (40) und Marlit (38) vergrößerte sich dort die Familie.

Dann wurde Günter Prüß im Daimler-Werk in Wörth in Rheinland-Pfalz benötigt. Sein Vermieter überreichte ihm den Schlüssel mit den Worten: „Jeder, der bisher in diesem Haus gewohnt hat, hat auch Nachwuchs bekommen!“. Auch Günter und Tamara Prüß wollten mit dieser Tradition nicht brechen und so wurde in Wörth Tochter Franziska (36) geboren.

Doch Daimler-Benz hatte noch mehr mit Günter Prüß vor und machte ihm das Angebot, als Leiter der Lackierung im Werk in Südafrika zu arbeiten. Nach kurzer Überlegung startete Familie Prüß im Januar 1985 das Abenteuer „Südafrika“. Landessprache war Englisch, also für Günter Prüß kein Problem. Wenn der Chef etwas nicht verstehen sollte, unterhielten sich die Mitarbeiter auf Afrikaans. Das Ehepaar Prüß belegte einen Sprachkurs für Afrikaans und dieses kleine Problem war gelöst. Familie Prüß gefiel es so gut in Südafrika, dass sie den Aufenthalt von geplanten zwei Jahren auf vier Jahre verlängerte. Danach kehrten die Eltern gerne für einen Urlaub nach Südafrika zurück, wo sie auch Freundschaften geschlossen hatten. „ Es gibt hier die ganze Welt in einem Land: Seen, Berge, Wüste, alles ist dort vorhanden“, schwärmt Günter Prüß.

Ab Januar 1989 bis zum Eintritt in den Vorruhestand arbeitete Günter schließlich im Bremer Werk von Daimler-Benz. Die Familie wohnte zunächst in Delmenhorst. Bei einer Fahrradtour meinten die Kinder: „Hier ist es schön, hier könnten wir doch wohnen“. Das war in Elmeloh. Wer kann seinen Kindern schon einen Wunsch abschlagen? Mittlerweile wohnt das Ehepaar Prüß allein in seinem Haus in Elmeloh, denn die Kinder sind lange aus dem Haus und haben ihre eigene Familie. Bei Günter und Tamara Prüß kommt aber dank des Bürgerbusses keine Langeweile auf.

Dirk Wieting spricht mit Günter Prüß vom Bürgerbusverein

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.