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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Flywhale Aircraft Geht In Serie: Der fliegende Wal aus dem Landkreis Oldenburg

12.08.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-08-14T08:52:09Z 280 158

Flywhale Aircraft Geht In Serie:
Der fliegende Wal aus dem Landkreis Oldenburg

Dötlingen Für den Flywhale-Flieger – der fliegende Wal – sind Wasser, Land oder unebener Untergrund kein Problem. Das Ultraleicht-Wasserflugzeug gelange problemlos an Orte, die Landflugzeugen verwehrt bleiben, berichtet Flywhale Hersteller Helmut Rind. Nun steht bei dem Brettorfer Unternehmen Flywhale Aircraft der Serienproduktion nichts mehr im Wege. Doch das war ein weiter Weg für die Firma aus dem Gewerbegebiet Neuer Kamp.

Das Strömungsabrissverhalten wurde getestet, es gab einen Fallschirmausflugstest und 50 Flugstunden mit 100 Starts und Landungen mussten geleistet werden. Viele Herausforderungen, einige Hindernisse und unzählige Tests absolvierte Helmut Rind mit seiner Ultraleicht-Maschine. Zehn Jahre nach der ersten Idee, selbst ein Wasserflugzeug zu entwerfen, hat der 59-Jährige jetzt die deutsche Verkehrszulassung für das Ultraleicht-Flugzeug erhalten und kann mit seiner Firma Flywhale Aircraft die Serienproduktion starten. „Wir sind mittlerweile der einzige deutsche Wasserflugzeughersteller“, berichtet Rind.

Flywhale Aircraft: Elke und Helmut Rind

Leistung und Technik des Flywhale-Flugzeugs

Die Reisegeschwindigkeit des Fliegers liegt bei 160 bis 200 Kilometer pro Stunde.

Der Kraftstoffverbrauch beträgt 14 Liter pro Stunde.

Das Leergewicht des ultraleichten Amphibienflugzeugs sind 342 Kilogramm.

Das maximale Abfluggewicht der Maschine beträgt insgesamt 517,5 Kilogramm.

In der 1,20 Meter breiten Innenkabine haben zwei Personen Platz.

Das Flywhale-Flugzeug ist 7 Meter lang, 2,35 Meter hoch und hat eine Spannweite von 9,17 Metern.

Für die deutsche Verkehrszulassung musste das Flugzeug insgesamt 50 Flugstunden mit 100 Starts und Landungen absolvieren.

„Die Idee ist aus der Liebe zur Fliegerei entstanden.“ Nachdem sein Interesse für Wasserflugzeuge geweckt war, sah sich der Techniker viele Maschinen an. Doch es war nicht das richtige dabei. Was ihm vorschwebte: Es solle ultraleicht sein und nicht viel verbrauchen. „Die anderen Flugzeuge waren alle schwerer“, erinnert sich Rind. Kurzerhand bildete er sich im Fliegerbau und begann seine Ideen umzusetzen. Obwohl der Flywhale sein Herzblutprojekt ist, beschreibt er die letzten zehn Jahre als harten und steinigen Weg. Es musste sich schließlich beweisen, so der Hersteller. Doch Rind und sein siebenköpfiges Team verloren das Ziel nicht aus den Augen. Eine große Unterstützung war dabei auch eine Förderung des Landes durch die Niedersachsen Aviation, eine Initiative der Luft- und Raumfahrtindustrie.

Interessenten hat Rind unter anderem aus Kanada, den USA, Frankreich sowie Skandinavien. Der Flieger wird hauptsächlich in der Freizeit eingesetzt. Doch der Brettorfer hat schon Anfragen aus Bereichen des Küstenschutzes und der Luftraumüberwachung. Auf Messen – wie die Fachmesse Aero in Friedrichshafen – wirbt die Firma für die besondere Maschine. Und dort ist der fliegende Wal tatsächlich der bunte Hund für die Besucher: Laut Rind stellt die Messe etwa 100 Landflugzeuge und zwei Wasserflugzeuge aus.

Doch was ist das besondere am Fliegen mit dem Wasserflugzeug? Das ist für Helmut Rind ganz klar: Die grenzenlose Freiheit. Man könne überall landen und sei nicht so sehr gebunden, wie etwa mit einem Landflugzeug. In Deutschland ist das allerdings nicht so einfach. Hier gibt es Flugplatzzwang, sagt Rind. Piloten dürfen nur auf dem Wasser landen, wenn es genehmigt ist. „Wir setzen uns dafür ein, dass Landeplätze geschaffen werden.“ Das sei auch ein Grund, warum das Unternehmen derzeit wenige Kunden aus Deutschland hat.

In anderen europäischen Ländern sieht das mit den Landemöglichkeiten anders aus: In Schweden zum Beispiel darf man auf Eigenverantwortung auf dem Wasser landen. Wo das gestattet ist, verrät diverses Kartenmaterial, weiß der Flywhale-Gründer. „Wenn man aus Stockholm rausfliegt, ist das die grenzenlose Freiheit“, schwärmt Rind. Auf einem Fluss flog der 59-Jährige zwei Meter über dem Wasser, entgegenkommenden Schiffen wich er mit dem ultraleichten Flugzeug bequem aus. Und: „Wenn man Lust hat, landet man einfach.“ Laut Rind sind auch Fluganfänger bei Flywhale willkommen. Das Unternehmen arbeite eng mit einer Flugschule in Brandenburg zusammen.


  www.flywhale.de