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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Naherholung: Wenn Tische und Stühle verschwinden

26.06.2019

Dötlingen Die Verblüffung der Gäste war groß am Wochenende: Es gab im Freien keine Sitzgelegenheiten mehr beim „Honighof“ am Dötlinger Ortsrand, in der Nähe des Heidewegs gelegen. „Meine Frau und ich mussten von früh bis spät den Besuchern erklären, dass es keine Tische und Stühle mehr gibt“, berichtet Fred Klockgether von der „Fassungslosigkeit“ der Gäste. Seine Idee war es denn auch nicht, über Nacht die Sitzplätze zu entfernen und damit dem beliebten Ausflugsziel mitten im Grünen womöglich die Grundlage zu entziehen.

Vielmehr hat Klockgether auf eine Aufforderung des Bauordnungsamtes des Landkreises Oldenburg reagiert. Es hat am Freitag die weitere Nutzung der Freifläche für gastronomische Zwecke untersagt. Zuvor hatte es am Dienstag einen Ortstermin gegeben, bei dem Baudezernentin Eva-Maria Langfermann den Honighof und die Nutzung des rund 2000 Quadratmeter großen Areals angeschaut hatte.

Klockgether wurde bei diesem Ortstermin von seinem Rechtsanwalt Jochen Hollinderbäumer begleitet. Der Fall ist nämlich rechtlich brisant.  Der „Imker aus Leidenschaft“, wie sich Klockgether nennt, befindet sich mit seinem Honighof im Außenbereich und im Landschaftsschutzgebiet Mittlere Hunte OL 141. Da gelten Vorgaben für Nutzungen, von denen nur bei privilegierten Vorhaben abgewichen werden darf. Ein Beispiel dafür sind Nutzungen durch Imker im Nebenerwerb. Daher ist denn auch Klockgether vor einem Jahr der Start des Betriebs erlaubt worden. Mit Blick auf das laufende Verfahren, „das nicht-öffentlich ist“, wollte sich Langfermann zu dem konkrete Fall aber nicht äußern.

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Da geht Fred Klockgether anders vor. „Der Honighof zu Dötlingen ist ein Paradebeispiel dafür, wie Natur, Förderung der Artenvielfalt, Informationen zum Thema Biodiversität und sanfter Tourismus in Einklang gebracht werden können“, ist er sich sicher. Rund ein Jahrzehnt habe er seinen Traum verfolgt und Stück für Stück umgesetzt.

Das kommt bei den Gästen offenbar prima an, wie eine Umfrage unter den Besuchern am 9./10. Juni zeigt. Laut Klockgether sind 318 Fragebögen ausgefüllt worden. Fragebögen wie „Fördert der Honighof Natur und Artenvielfalt?“, „Passt er in die Landschaft“, „Wie ist das Angebot des öffentlichen Picknick-Platzes“: Sie werden fast ausschließlich mit „sehr gut“ oder „gut“ bewertet.

Für Unverständnis sorgt bei Klockgether auch, dass der Arbeits- und Vortragsraum im Obergeschoss des Hofgebäudes Besuchern selbst bei schlechtem Wetter nicht mehr als Schutzraum dienen darf. „Genau in der Saison der Sommerferien den Picknick-Platz zu schließen, ist besonders unglücklich“, ergänzt der Dötlinger. Bereits 2018 hätten viele naturverbundene Urlauber von nah und fern hier Rast eingelegt. Sehr begrüßt worden sei der Picknick-Platz. Die Radwanderer und Wanderer, die den ganz überwiegenden Teil der Gäste ausmachen, sind zudem froh über die sanitären Anlagen, ebenso die E-Bike-Tankstelle.

„Wir waren und sind überwältigt von der Hilfsbereitschaft und der stetig wachsenden Unterstützung der Freunde des Honighofs, zum Beispiel durch die Verteilung der Unterschriftenliste“, berichtet Klockgether. Von jetzt schon mehr als 500 Unterschriften weiß der Huder Frank Peters zu berichten. Damit wünschen sich die Unterzeichner, „dass möglichst kurzfristig die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden, den Betrieb des Honighofs in der gewünschten Form zu ermöglichen“.

Die Gäste am Dienstagnachmittag schüttelten allesamt nur mit dem Kopf angesichts des Vorgehens des Landkreises auf diesem schönen Stück Erde. Sie zeigten sich begeistert von dem Kleinod in der Natur. Wie Klockgether hoffen sie auf die Hilfe des Dötlinger Gemeinderats und des Kreistags. Zudem überlegen sie die Gründung einer „Aktionsgemeinschaft zur Rettung des Honighofs“.

Ulrich Suttka Stv. Redaktionsleitung, Großenkneten/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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