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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Grüner sieht rot bei Pflanzenschutzmittel

10.11.2018

Dötlingen Die Sitzung des Dötlinger Umwelt- und Energieausschusses im Rathaus in Neerstedt hat Grünen-Ratsherr Dirk Orth maßgeblich mitgeprägt. Bei der Beratung über den Einsatz thermischer und mechanischer Wildkrautbeseitigung und der Diskussion um den Erwerb eines Heißluftgerätes brachte er sich immer wieder ein.

Inhaltlich ging es um den Antrag auf Verzicht beziehungsweise Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln zur Pflege von Grün-, Sport- und Verkehrsflächen, den die Grünen-Fraktion schon am 4. Januar 2018 gestellt hatte. Der Antrag wurde damals abgelehnt. Orth sah Wissenslücken und beantragte, einen Experten zurate zu ziehen. Nach umfangreichem Schriftverkehr und Kosten für einen Referenten wurden alle offenen Fragen an die Landwirtschaftskammer gestellt und auch beantwortet.

Nein-Stimme von Orth

Auch wenn es Orth nicht so recht einsehen wollte, warum noch Pflanzenschutzmittel, wenn auch in geringer Menge überhaupt genutzt werden müssen, wenn es Alternativen gibt, sprachen sich die anderen Fraktionen – gegen Orths Nein-Stimme – für den Beschlussvorschlag aus. Demnach sollen auch künftig beim „Straßenbegleitgrün“ per Ausnahmeantrag unter Beachtung des Pflanzenschutzgesetzes die Arbeiten über den Bauhof durchgeführt werden.

Was die Anschaffung eines Heißluftgerätes zur thermischen Wildkrautbeseitigung angeht, stellte Bauamtsleiter Uwe Kläner die seit Mitte 2017 gemachten Erfahrungen der Bauhofmitarbeiter mit einem Mietgerät sowie einer Wildkrautbürste vor. Dabei wurde eines schnell klar. Die mechanische und thermische Wildkrautbeseitigung ist arbeitsintensiver und vor allem auch viel teurer.

Kläner stellte dazu Beispiele im Hinblick auf die Kosten vor. In 2013 wurden bei zwei Pflegedurchgängen im Jahr (Spritzeinsatz auf Fuß-, Radwegen und Parkplätzen) und Einsatz der Wildkrautbürste per anno 5.620 Euro ausgegeben.

In 2018 mussten 20.700 Euro bei vier Pflegedurchgängen mit thermischer Behandlung und mit Wildkrautbürste investiert werden. Gegenüber 154 Stunden in 2013 mussten dafür 440 Stunden (13.200 Euro) aufgewendet werden. Dazu 7.500 Euro an Material.

Kläner: „Der Sommer war sehr trocken mit wenig Bewuchs. Dafür war die Belastung der Mitarbeiter durch die Hitze des Gerätes enorm und teilweise nicht zumutbar.“ Orth sah das anders. Die Arbeit sei immer noch leichter als Pflasterarbeiten, war er sich sicher und berief sich auf eigene Erfahrungen.

Schlechtere Qualität

Außerdem wehrte er sich dagegen, die thermische Behandlung und Einsatz der Wildkrautbürste negativ behaftet darzustellen. Es sei doch positiv, dass es Alternativen gegen schädliche Spritzmittel gebe. Weiter führte er die Vorbildfunktion an. Bürgermeister Ralf Spille dazu: „Es soll hier ja auch nicht der Eindruck entstehen, dass wir uns für Pflanzenschutzmittel einsetzen. Gesagt werden muss aber auch, dass bei weit höheren Kosten, eine schlechtere Qualität der Unkrautbekämpfung erzielt wird.“

Letztendlich sprachen sich die Dötlinger Ausschussmitglieder für den Kauf des Mietgerätes für die thermische Behandlung und den Einsatz der Wildkrautbürste durch Bauhofmitarbeiter aus. Die dadurch entstehenden Mehrkosten werden in den Haushalt des jeweiligen Jahres eingestellt. Bei eventueller Änderung des Pflanzenschutzgesetzes solle das Thema neu beraten werden, hieß es zudem.

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