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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Dreiste Geschäftemacher nutzen Postfach

08.05.2009

GROßENKNETEN „Guthaben: 1568 Euro. Dieser Betrag steht Ihnen zu. Wir geben Ihnen nun letztmalig die Chance, diesen Betrag auf unserer Sonderfahrt abzuholen.“ Tausendfach sind Briefe mit diesem oder ähnlichem Wortlaut an Adressen in ganz Deutschland verschickt worden. Absender: das „Konten-Verwaltungszentrum“, Postfach 1133 in Großenkneten.

Hinter den aufdringlichen Briefen mit drohendem Unterton verbirgt sich die Masche mit den „Kaffeefahrten“: Vor allem ältere Menschen werden unter der Vorspiegelung, ein Geschenk, ein Guthaben oder einen Hauptgewinn zu bekommen, mit Bussen in Lokalitäten gekarrt, wo es erst Kaffee und Kuchen und dann Wunderpillen, Nahrungsergänzungsmittel, Magnetdecken oder Reisen gibt – und das zu überzogenen Preisen, weiß Ralf Bleckwehl vom Betrugsdezernat der Polizei Wildeshausen: „Wie bekommen hier oft derartige Anrufe von Betroffenen.“

Gleich mehrere derartiger Briefe aus Großenkneten haben Jürgen Held und seine Frau Friederike aus Bad Marienberg im Westerwald bekommen. „Diese betrügerische Weise ist unverschämt. Die Verursacher muss man doch ausfindig machen können“, sagt Jürgen Held.

Doch das kommt einer Schnitzeljagd gleich: Postfachadresse führt zu Postfachadresse, Namen und Adressen laufen ins Leere.

Horst Looschen, Kämmerer der Gemeinde Großenkneten und ehemaliger Ordnungsamtsleiter, kennt das Problem: „Wir haben die Post darüber informiert. Da hat jemand, der nicht aus Großenkneten kommt, hier ein Postfach eröffnet.“ Mittlerweile hätten ein Name und eine Adresse in Cloppenburg zu dem Fach ermittelt werden können. „Doch die Person ist dem Einwohnermeldeamt nicht bekannt“, so Looschen weiter.

Strafrechtlich könnten die Anbieter derartiger Kaffeefahrten kaum belangt werden, weiß Ralf Bleckwehl: Die Betroffenen fühlten sich zwar über den Tisch gezogen, ein Straftatbestand sei das aber noch nicht: „Sie haben die Produkte auf den Kaffeefahrten freiwillig gekauft. Die Staatsanwaltschaft muss derartige Verfahren meistens einstellen.“ Dennoch versucht die Polizei, die Hintermänner zu ermitteln: Doch deren Netze seien weit verzweigt.

Was den unseriösen Kaffeefahrten-Anbietern ihre Geschäfte leichter macht, ist das serviceorientierte Angebot der Post: Postfächer können eröffnet werden (auch telefonisch und im Internet) ohne Identitätsprüfung. Das heißt: Der Kunde muss sich nicht ausweisen, er muss lediglich eine existente Postadresse angegeben. „Ich kann nicht ganz entkräften, dass man so einfach ein Postfach einrichten lassen kann“, sagte dazu Maike Wintjen von der Pressestelle der Post in Hamburg. Wer kriminelle Energie besitze, könne ein Postfach missbräuchlich einsetzen. „Wir haben diesen Service aber nicht im Angebot, um es Kriminellen leichter zu machen, sondern um den Aufwand für unsere Kunden gering zu halten.“ Seit 2005 müsse kein Ausweis mehr vorgezeigt werden, wenn ein Postfach eröffnet wird. „Uns ist das Problem bekannt, aber den Missbrauch gab es auch vorher.“mitgebracht werden dürfen. Auch der Hinweis auf eine Promotionshow oder die Vorstellung von Sponsoren ist typisch. Die Veranstalter verstecken sich meistens hinter Postfachadressen. Die Verbraucherzentrale rät deshalb grundsätzlich zu ausgeprägtem Misstrauen.

www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de

Anja Biewald Berne/Lemwerder / Redaktion Brake
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