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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Landwirtschaft: Dreschen auf 195 Hektar großen Feldern

14.09.2013

Neerstedt /Kanada Es ist das „Land des lebenden Horizonts“ (Land of living Skies), das ich zurzeit gerade zum zweiten Mal erlebe. Seit Anfang August bin ich wieder als Erntehelfer auf einer 5000 Hektar großen Ackerbau-Farm im Süden von Kanada im Einsatz. Diese Region ist geprägt von unzähligen Ölbohrungen sowie Ölpumpen, ansonsten gibt es hier nur weite Flächen und kleine Buschlandschaften, die „Slooths“.

2012 hatte die Farm mit deutschen Erntehelfern angefangen. Ich war dabei, und weil es mir so gut gefiel, kam ich dieses Jahr wieder. Die Farm kaufte für uns Erntehelfer ein eigenes Haus in einem fünf Kilometer von der Farm entfernten nächsten Dorf, welches Lampman heißt (650 Einwohner). Das Haus lässt keine Wünsche übrig: komplett eingerichtet von einem Fernseher bis zur Küche. Im Dorf gibt es eine kleine Tankstelle, einen kleinen Supermarkt, eine Autowerkstatt sowie eine Gesamtschule.

Auf der Farm arbeiten vier Festangestellte, die im Sommer jetzt von uns unterstützt werden. Aufgrund eines sehr späten Frühjahrs und der späten Aussaat konnte mit der Ernte erst am 25. August begonnen werden. Los ging es mit den Erbsen, die auf etwa 800 Hektar angebaut werden. Neben den Erbsen werden noch 1800 ha Sommerweizen, 1900 ha Sommerraps sowie 500 ha Hartweizen angebaut. Es sind riesige Gebiete. Eine Fläche ist immer 65 ha (ein Quarter) groß und quadratisch, die Straßen verlaufen dementsprechend immer alle in Nord-Süd beziehungsweise West-Ost Richtung und sind dabei immer gerade. Nicht selten hat man auch 195 Hektar oder mehr in einem Stück.

Meine Aufgaben als Erntehelfer liegen hauptsächlich in der Maschinenführung, also den Mähdrescher und Schlepper fahren. Als Mähdrescher steht mir ein John Deere 9870 STS mit 550 PS zur Verfügung. Parallel zu mir fahren noch zwei weitere baugleiche Mähdrescher sowie ein Überladewagen, so dass ein kontinuierliches Mähdreschen sichergestellt ist. Den Transport des Ernteguts übernehmen zwei hofeigene Lastwagen. Wenn es die Tage zulassen, sind 13 bis 14 Stunden Dreschen am Tag nicht selten.

Der Kontakt zu den Kollegen ist auf Englisch, auf den Mähdreschern haben wir Funk-Geräte zur besseren Absprache oder wenn es Probleme mit den Dreschern gibt. Ansonsten ist man, wenn man zum Beispiel mit dem Schlepper aufs Feld zum Scheibeneggen fährt, alleine. Unter weiterhin guten Bedingungen könnte die Ernte Anfang Oktober beendet sein.

Die Mentalität der Kanadier ist einmalig: sehr gastfreundlich und hilfsbereit, so dass es einem wirklich viel Spaß bereitet, hier zu arbeiten.

Mit der Freizeit ist es hier aber so eine Sache, es gibt nicht wirklich viel. Kinos, Sportvereine etc. sind mindestens 30 Minuten Autofahrt entfernt. Dies wäre die nächste kleine Stadt Estevan mit 11 000 Einwohnern. Sie ist durch den Öl-Boom sehr schnell gewachsen, und teilweise kommt die Infrastruktur nicht hinterher. Der Öl-Boom ist nämlich in der ganzen Region zu spüren. Hier hat jede Fläche mindesten fünf, teilweise auch weit über zehn Ölpumpen im Feld.

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Wenn man einmal am Wochenende abends los möchte, muss man mindestens zwei Stunden Autofahrt auf sich nehmen, um in die Stadt Regina zu kommen (rund 210 000 Einwohner) Dort gibt es alles. Wir machen es immer so, dass wir uns ein Hotel nehmen und den Tag danach wieder nach Hause fahren. Auf den Konsum des Alkohols wird hier sehr streng geachtet, es darf nicht mal im Auto als Beifahrer oder in der Öffentlichkeit getrunken werden.

Anfang Oktober reise ich nach Deutschland zurück, um mein Studium fortzusetzen. Es ist wirklich zu empfehlen, Kanada einmal zu besuchen.

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