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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Wildtierrettung aus der Luft

19.06.2019

Düngstrup Zusammengekauert liegt das kleine Rehkitz im hohen Gras. Da es noch keinen Fluchtreflex entwickelt hat, versucht es, sich wegzuducken. Doch wenn Gefahr droht, wird ihm dies zum Verhängnis. Jedes Jahr, wenn die Wiesen schnittreif werden, ereilt viele Jungtiere der Mähtod durch die großen landwirtschaftlichen Maschinen. „Moderne Technik macht es aber inzwischen möglich, dass Wildtiere gerettet werden können“, erklärt Willi Möser, Hegeringleiter Wildeshausen.

Mit zwei Kameras und vier Motoren ausgerüstet, fliegt eine Drohne in den frühen Morgenstunden die zur Mahd anstehenden Wiesen ab. In Absprache mit dem Grundstückseigentümer hat Lohnunternehmer Andreas Debbeler aus Düngstrup die Firma SYSWE aus Ganderkesee mit der Befliegung beauftragt. Unternehmer Stephan Neitzel kann deshalb mit seiner Thermographie-Drohne etwa 18 Hektar Wiesenfläche an vier verschiedenen Standorten innerhalb von 90 Minuten absuchen. Mehrere Hasen und ein Rehkitz kommen dabei zum Vorschein. Danach schreckt Jäger Möser die Tiere auf – so können die Wiesen ohne Bedenken gemäht werden.

Die mit einer Wärmebildkamera und einer hochauflösenden Kamera ausgerüstete, circa 4,5 Kilogramm schwere Drohne fliegt in 100 Metern Höhe die Flächen ab, um Kitze, Hasen oder Fasanengelege zu erfassen. Am besten eignet sich dazu der frühe Morgen, da um diese Zeit die größten Temperaturunterschiede zwischen einem Lebewesen und der Umgebung gemessen werden können. Anhand der angegebenen GPS-Koordinaten werden die Flächen bestimmt und größtenteils automatisch abgeflogen. Die Daten bekommt Jäger Möser direkt auf sein Smartphone.

Um die hohen Anschaffungskosten von 27 000 Euro nicht tragen zu müssen, bietet Neitzel seine Geräte zum Verleih an. Für zehn Euro pro Hektar oder 72 Euro pro Tag überprüft der Unternehmer die vorgesehenen Flächen. Gewinn erziele die Firma dabei keinen: „Wir machen das aus Leidenschaft.“

Für Hegeringleiter Willi Möser ist das Engagement von Lohnunternehmern wie Andreas Debbeler ein positives Zeichen. „Wir danken ihm und den Eigentümern der Flächen ausdrücklich für diese umsichtige Arbeitsweise“, sagt Möser. Auch das kleine Rehkitz wird es ihnen danken.

Arne Jürgens Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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