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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Eigener Herd ist Gold wert

03.09.2011

Mein heutiger Gesprächspartner stand schon lange auf meiner Wunschliste: Klaus Dobranz (58) ist in Rethorn aufgewachsen und als kleiner Junge musste er regelmäßig durch den Stenumer Wald, um zum Kommunionsunterricht und in die Kirche zu kommen.

Einmal nahm er einen etwas anderen Weg und da stand er plötzlich vor einem großen Gebäude. Er ging rein und sah einen Mann, der seine Mitarbeiter dirigierte und Anweisungen gab. „Das hat mir so imponiert, dass ich beschlossen habe: das möchte ich auch einmal machen“, erinnert Klaus sich noch heute. Das große Haus war „Backenköhlers Gasthof“ und die Anweisungen kamen von Richard Vosteen.

Weil er handwerklich keine große Leuchte war, beschloss Klaus, an der Schule in Schierbrok nicht mit den Jungen am Werkunterricht teilzunehmen, sondern mit den Mädels zu kochen. Hier wurde ihm klar, durchaus zum Entsetzen seiner Eltern: Er wollte Koch werden.

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Seine Lehre absolvierte er im Hotel Thomsen in Delmenhorst und hier lernte er auch, was es heißt, in Schichten zu arbeiten. Hobbys und Freunde blieben dabei schnell auf der Strecke. Da ihm die Arbeit als Koch aber Spaß machte, nahm er dies in Kauf.

Nach der Lehre wollte Klaus Dobranz unbedingt für zwei Jahre als Koch auf den Bermudas arbeiten. Doch das zugesagte Ticket traf nicht ein. So kam er auf eine andere Insel: Im Mai 1972 fing er im „Rheinischen Hof“ auf Norderney an. Beim ersten Besuch seiner Eltern gestand sein Vater, dass er es gewesen sei, der die Post mit dem Ticket abgefangen und seinem Sohn vorenthalten hatte.

1973 lernte er auf einem Tanzabend mit den „Blue Boys“ in Falkenburg seine Ingrid kennen. Ingrid Dobranz (geb. Schütte) arbeitete als Verkäuferin im Textilhaus von Seggern. 1975 wurde geheiratet und zwei Töchter machten die Familie komplett.

Nach der Zeit bei der Marine folgten drei Jahre im „Airfield Restaurant“. Innerhalb dieser Zeit wechselte die Geschäftsführung und der neue Inhaber setzte ganz auf exotische Küche. Leguansteak oder Straußenfleisch standen unter anderem auf der Speisekarte. „Während dieser Zeit wäre mir die Lust am Kochen fast verloren gegangen“, erzählt Klaus mir. Durch Zufall wurde er auf eine freie Stelle im St. Josef-Stift in Delmenhorst aufmerksam, die er auch bekam. Hier wurde die Lust auf das Kochen wieder geweckt und er machte in der Abendschule seinen Meister.

Nebenbei half er auch noch bei anderen Gaststätten aus. Hierbei lernte er viele gute Restaurants kennen. Nach einem kurzen Abstecher als Koch bei der neu eröffneten Gaststätte „Zum Falkensteinsee“ wechselte er 1984 als Gaststättenleiter zur Metro nach Oldenburg. „Hier habe ich sehr viel gelernt, vor allen Dingen was es heißt, zu kalkulieren“, erzählt Klaus mir.

Als er für sich und seine Familie eine Wohnung suchte, wurde er mit Hilfe eines Bekannten fündig. Dieses Angebot hatte nur einen Haken: Die Wohnung lag über einer Gaststätte und der Inhaber der Wohnung sollte auch das Lokal übernehmen.

So eröffnete Familie Dobranz am 1. März 1989 das Gasthaus „Zur Eiche“ in Schlutter. Nach dem Motto „Gute Zeiten – schlechte Zeiten“ liefen besonders die ersten Jahre. Gleich der Anfang war schwierig, weil die „Eiche“ nicht mehr zur allerersten Adresse in der Gastronomie gehörte.

Klaus Dobranz änderte das. Mit ihm zog eine gehobenere Küche mit einer Kombination von deutschen und internationalen Gerichten ein. 1995 wollte Familie Dobranz schon wieder wechseln, weil das Ambiente nicht mehr zeitgemäß war. Daraufhin entschloss sich der Besitzer Rainer Wieker zur kompletten Renovierung. Der letzte Handwerker hatte am 15. Juni 1998 das Haus verlassen, als wenige Tage später ein Lastwagen in die Gaststube fuhr. Zwei Todesopfer waren bei dem Unfall zu beklagen.

Durch diesen Vorfall beschleunigte die Gemeinde den Bau des Schlutter-Kreisels. Von Mai bis Dezember 2000 dauerten die Bauarbeiten, das bedeutete aber auch, dass die „Eiche“ in dieser Zeit nur sehr schwer von Gästen zu erreichen war.

„Das war ein ganz hartes Jahr, was wir fast nicht überstanden hätten“, erzählt Klaus mir mit ernster Miene, „denn die Jahre davor mit den Umbauten waren auch nicht besonders gut“.

Inzwischen aber haben Klaus Dobranz, seine Ehefrau Ingrid und das gesamte Team die „Eiche“ zu einer Top-Adresse in der Gastronomie gemacht. Und der Chef kocht hier selbst.

Beim Verabschieden habe ich noch einen Tipp für Klaus: „Wenn du in einigen Jahren in den Ruhestand gehst, schreibe ein Buch“, denn er hat so viele hoch interessante Geschichten zu erzählen, die in und um die „Eiche“ passiert sind. Leider habe ich für diese Geschichten an dieser Stelle keinen Platz mehr.

Klaus Dobranz, Koch und Gastwirt im Gasthof „Zur Eiche“, Schlutter

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