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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Medizin: Ein bisschen Blut für ein ganzes Leben

08.08.2016

Wardenburg Als Sebastian Hayen nach einer Blutspende bei der Bundeswehr im November 2015 eine Typisierung angeboten wurde, habe er ohne zu zögern eingewilligt. Ohne eigentlich genau zu wissen, was im Falle eines Falles genau auf ihn zukommen würde. „Mir war nur klar, helfen zu wollen“, erinnert sich der junge Mann aus Achternmeer.

Dass dann alles so schnell ging, war für ihn überraschend. Bereits vier Monate später kam das Schreiben von der Deutschen Stammzellenspender-Datei (DSD) mit der Anfrage, ob der 19-Jährige immer noch bereit sei, zu spenden, denn ein geeigneter Empfänger sei eventuell gefunden. Für den freiwilligen Wehrdienstler, der sich demnächst bei der Bundeswehr verpflichten will, war hier nur eine Antwort möglich: ja!

Die Prozedur begann: Zunächst ging es zum Hausarzt, bei dem noch einmal Blut abgenommen wurde für eine Feintypisierung. Als fünf Wochen später endgültig feststand, dass alles passt, ging es zum DRK-Blutspendedienst in einem Bremer Krankenhaus, wo Sebastian Hayen genau über die Spende informiert wurde.

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„Einige Tage vor dem Spendentermin kam ein großes Paket mit vielen Spritzen“, erzählt Mutter Sabine Hayen. Die musste sich ihr Sohn dann vier Tage vor der Spende dreimal täglich immer zur selben Uhrzeit setzen, um die Produktion von Blutstammzellen anzuregen. „Das hat er sehr gewissenhaft gemacht“, zeigt sich Sabine Hayen von ihrem Sohn beeindruckt. In diesen Tagen hätten täglich das DRK oder Ärzte angerufen, die sich nach dem Befinden ihres Sohnes erkundigten.

Anfang Juni ging es dann zur Spende nach Bremen. Die dauerte fünf Stunden und erfolgte ambulant im Krankenhaus – in jedem Arm eine Kanüle. „Aus dem einen Arm wurde mein Blut herausgeholt, um die Stammzellen herauszufiltern, und in den anderen floss das Blut zurück“, beschreibt Sebastian Hayen den Vorgang. Das habe nicht weh getan. Lediglich fünf Stunden auf dem Rücken zu liegen, sei langweilig gewesen, die letzte Stunde habe er geschlafen. Am Ende gab es eine kleine Belohnung: „Es wurde mir ein Essen nach Wunsch bestellt. Ich habe eine Pizza genommen.“ Um in der Nähe zu sein, falls Beschwerden auftreten, verbrachte der 19-Jährige die Nacht in einem Hotel in Bremen.

„Die vom DRK haben sich die ganze Zeit wirklich toll um meinen Sohn gekümmert“, schwärmt Vater Thomas Hayen. „Wir fühlten ihn gut aufgehoben.“ Zwar habe man als Eltern anfangs Bedenken, ob es nicht doch irgendwelche Risiken gebe: „Aber Sebastian ließ sich davon nicht abbringen“, sind die Eltern beeindruckt von dem Mut ihres jüngsten von drei Kindern.

Schmerzen, so Sebastian, habe er zu keinem Zeitpunkt verspürt: „Lediglich die Spritzen in den Tagen vorher haben eine Art Muskelkater verursacht.“ Die wenigen Angaben, die er über den Empfänger seiner Stammzellen erfuhr, bestärken ihn, jederzeit wieder für eine Spende bereit zu stehen: „Ich weiß nur, dass er weiblich ist, Blutkrebs hat und genauso alt ist wie ich.“

Wenn die junge Frau die Krankheit besiegt und beide Seiten einwilligen, könnte er sie in zwei Jahren kennenlernen. So lange bleiben die Namen zwischen Spender und Empfänger anonym, und solange bleibt Sebastian Hayen auch für andere Spenden gesperrt: Denn es könnte sein, dass sein „genetischer Zwilling“ noch einmal auf seine Hilfe angewiesen ist.

Marén Bettmann Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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