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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Ein Mehrfamilienhaus im Untergrund

19.07.2017

Düngstrup In dieser Ð -Seriesind wir den Löchern in Wildeshausen und seinen Bauerschaften auf der Spur

Blauer Himmel, strahlende Sonne. Sommer eben. Doch im Wald bei Düngstrup fühlt es sich an, als hätte jemand das Licht gedimmt. „Da“, zeigt Dörte Schypkowski-Picklapp auf Spuren im Boden zwischen den vertrockneten Blättern. „Spuren von Fuchs, Hase und Rehwild.“ Diese „Wild-Autobahn“ nutze auch der Dachs. Auf der Suche nach dem „Sommerloch“ führen uns die Abdrücke auch zu großen Löchern im Wald bei Düngstrup. Irgendwo hier in vielen Metern Tiefe schlafen Dachse und ruhen sich von ihren nächtlichen Beutezügen aus. Wie viele es hier genau sind, vermag auch die Revierpächterin nicht zu sagen. „Vielleicht zehn in dem Revier.“

Dörte Schypkowski-Pick­lapp (36) ist eine erfahrene Jägerin. „Das ist mir quasi in den Kinderwagen gelegt worden“, sagt die Floristin. Vater Manfred Picklapp ist seit mehr als 40 Jahren Jäger. Auch Ehemann David geht zur Jagd. Im gut 880 Hektar großen Revier Düngstrup-Lüerte, das sie gemeinsam mit weiteren acht Pächtern nutzt, ist Rauhaardackel Lukas ihr steter Begleiter. Zugleich bildet Schyp­kowski-Picklapp „Ronny“, eine Slowakische Schwarzwildbracke, aus.

Den Dachsbau, den Dörte Schypkowski-Picklapp und ihr Mann David der NWZ zeigen, hat es in sich: Diverse Eingänge und vermutlich etwa 100 Meter lange unterirdische Röhren weist der Bau auf. Das Alter schätzt die Jägerin auf gut 30 Jahre. „Als ich ein Kind war, stand hier ein Birnbaum.“ Da der Dachs außer dem Menschen keinen Feind kennt, können auch andere Tiere den Bau nutzen. „Es kann sein, dass eine Etage über der Dachsröhre ein Fuchs sitzt“, vermutet die Düngstruperin.

Obwohl der Dachs bei uns weit verbreitet ist, bekommt ihn kaum jemand zu Gesicht. In der Nacht geht er auf Futtersuche, tagsüber versteckt er sich in seinem Bau unter der Erde. Schade eigentlich, denn der Dachs ist ein imposanter Kerl: bis zu einem Meter lang, mit 20 Kilogramm massiger als jeder andere Marder und mit einer markanten schwarz-weißen Fellzeichnung im Gesicht.

„Der läuft wie im Schweinsgalopp“, weiß Dörte Schypkowski-Picklapp. Bei der Pirsch sei ihnen einmal ein Dachs entgegen gekommen. In diesem Fall heißt es besser, Reißaus zu nehmen. „Der Dachs sieht zwar schlecht, hat aber ein starkes Gebiss.“ Falls er zubeißt, wäre das äußerst ungesund. Sie würde sich auch hüten, ihren Hund in den Bau zu lassen. Es könne sein, dass der Dachs auf der Flucht die Röhre zuschmeißt und aus einem anderen Loch flieht. Dann stecke der Hund fest und müsse schnell freigegraben werden. Die Jagd auf „Grimbart“, wie der Dachs in Tierfabeln heißt, wird durch Ansitzen am Bau ausgeübt. „Wenn Dachswildbret verzehrt werden soll, ist das Tier vorher auf Trichinen zu untersuchen“, weiß Hegeringleiter Willi Möser. Denn der Dachs ist ein Allesfresser, der sich auch von Insekten und Kleinnagern ernährt.

Geschossen wird der Dachs im Hegering Wildeshausen eher selten. Im Vorjahr wurden 21 Tiere (einschließlich Fallwild) zur Strecke gebracht.

Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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