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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Ein Portal aus Walknochen im Garten

05.05.2009

HUDE /BRAKE Lange konnte sich Jürgen Boyn, Mitglied der Aktionsgemeinschaft für Hude (AGfH), nicht über das im Januar nach einem NWZ-Bericht wieder aufgeflammte Interesse an vier Walkieferknochen im Garten des Hauses Marienhude freuen. Das Diakonische Werk, das auf dem Anwesen der ehemaligen Fabrinkatenvilla Bornemann eine Bildungsstätte für Zivildienstleistende betreibt, gestattete dem Schiffahrtsmuseum Brake, die Knochen abzutransportieren. „Ein bisschen enttäuscht darüber bin ich schon“, sagt Boyn, der gehofft hatte, dass es möglich sein würde, die Walknochen an ursprünglicher Stätte in Hude wieder aufstellen zu lassen.

Die Kinnladen, deren Alter auf rund 100 Jahre geschätzt wird, dienten zuletzt an der Zuwegung zum Seminar- und Tagungshaus als schmückende Wegbegrenzung. Die Knochen sollen früher auf dem Grundstück der Villa Bornemann zu zwei Torbögen aufgestellt gewesen sein: Ein Eingang befand sich zwischen der Remise und dem Hauptgebäude und war von der Bahn aus sichtbar, ein zweiter stand an der Gartenstraße. Um mehr über die Walknochen herauszufinden und Möglichkeiten auszuloten, wie man die verwitterten Überreste erhalten könnte, hatte Boyn auf Gert Rosenbohm gehofft. Der Braker interessiert sich seit frühester Jugend für den Walfang. Er gehört zur Crew des dortigen Schiffahrtsmuseums, zu dessen Themenschwerpunkten der Walfang zählt. Von den oldenburgischen Weserhäfen fuhren in den 40er bis 60er Jahren des 19. Jahrhunderts viele Schiffe ins nördliche Eismeer und in die Südsee zum Walfang.

Rosenbohm ist es zu verdanken, dass die Huder Walknochen den Weg nach Brake gefunden haben. Die Kinnladen stammen vermutlich von einem Finnwal; ihren Zustand bezeichnet Rosenbohm als „sehr schlecht und behandlungsbedürftig“. Gleichwohl will er sie auf jeden Fall erhalten. Die vier Knochen mit einer Länge von rund 4,60 Metern lagern nun in einer Halle im Braker Hafen und sollen konserviert werden. Rosenbohm hat bereits erste Tests gemacht, welche Konservierungsmethode geeignet sein könnte. Aber zunächst müssen sie vom Wasser und allen Keimen, Pilzen und Bakterien befreit werden. „Trocknen, trocknen, trocknen“, sei dabei das Allerwichtigste. „Wasser ist das Schädlichste überhaupt“, erklärt Rosenbohm. Die Knochen seien vermutlich jahrzehntelang Wind und Wetter ausgesetzt gewesen. Allerdings hätten sie auf einem Sockel gelegen, so dass von unten keine Feuchtigkeit hineingekommen sei.

„Wir wollen die Walknochen konservieren, damit die nachfolgenden Generationen auch etwas davon haben“, erklärt Museumsleiter Dr. Carsten Jöhnk. Wenn die Konservierung gelingt, dann sollen zwei Knochen vermutlich in die ständige Ausstellung zum Walfang integriert werden. Die beiden anderen sollen nach seiner Vorstellung im Museumsgarten als Portal aufgestellt werden – dann allerdings wettergeschützt.

Nicht nur wegen der Walfänger-Historie findet Gert Rosenbohm, dass die Knochen in Brake einen würdigen Platz gefunden haben. Denn er hält es außerdem für möglich, dass die Knochen, die einst zu repräsentativen Zwecken angeschafft wurden, über den Braker Hafen nach Hude gelangt sind.

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