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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Trauergruppe in Elmeloh: Zusammen mit der Trauer leben lernen

23.11.2018

Elmeloh /Ganderkesee /Hude Wenn Marie-Luise (69), Karin (75), Christa (75) und Edith von ihrer Gruppe erzählen, dann bricht ihnen manchmal die Stimme etwas weg, manchmal müssen sie aber auch lachen. Den vier Frauen sind zwei Sachen gemein: Sie alle haben zumindest einen geliebten Menschen verloren und alle vier waren Mitglieder einer „geschlossenen Trauergruppe“ des Hospizkreises Ganderkesee-Hude.

Was hinter diesem Begriff steckt, wird klar, wenn die vier Frauen erzählen. Dann fallen Begriffe wie Herzlichkeit, Geborgenheit, Vertrauen, aber auch „weinen dürfen“ oder „Einsamkeit bekämpfen“. Über einen langen Zeitraum haben sich die vier Trauernden zusammen mit anderen im Dorfgemeinschaftshaus in Elmeloh getroffen. Um sich auszutauschen, um über Probleme zu reden, um nicht alleine zu sein. Betreut wurden sie dabei von den Trauerbegleitern von Hanna Otter-Sandstedt (72), Jouliette Gabrisch (53) und Oliver Uhlhorn. „Wir sind ihnen so dankbar, dass sie für uns da waren“, sind sich die Hinterbliebenen, die ihren Nachnamen nicht nennen wollen, einig. „Die Zeit war wirklich toll.“

Neue Trauergruppe ab Februar

Eine Zeit, die jetzt aus verschiedenen Gründen zu Ende geht; eine Zeit, die für eine neue Gruppe bald beginnt. „Ab Februar wollen wir hier in Elmeloh eine neue, geschlossene Trauergruppe anbieten“, so Susanne Lebedinzew, Koordinatorin beim Hospizkreis. In den Räumen des Dorfgemeinschaftshauses hat der Hospizkreis dafür weiterhin den richtigen Rahmen gefunden – und im Heimat- und Ortsverein Elmeloh-Almsloh einen offenen und freundlichen „Hausherrn“.

Fester Personenkreis spricht sich aus

Eine „offene Trauergruppe“ würden viele Menschen zumindest aus den Ankündigungen in der Zeitung kennen, so Lebedinzew. „Dort wechseln die Teilnehmer“, erklärt die Koordinatorin. Bei der „geschlossenen Trauergruppe“ handele es sich hingegen um einen festen Kreis, der sich über einen längeren Zeitraum trifft. „Wie lange, das kann man immer schlecht sagen“, so Otter-Sandstedt, „das hängt von den Menschen ab.“ Denn in der Gruppe gehe es darum zu lernen, mit der eigenen Trauer umzugehen. „Trauer hört nicht auf“, weiß die erfahrene und ausgebildete Trauerbegleiterin. „Aber man kann lernen, mit ihr zu leben.“ Und genau dabei soll bis zu zehn Trauernden ab Februar geholfen werden.

In der Gesprächsrunde gehe es derweil nicht immer nur um Tod und Trauer, sondern auch um ganz praktische Fragen des Lebens, die sich manchen Menschen stellen, wenn sie jemanden verloren haben. „Trauerbegleiter sind Wanderführer durch die Trauerberge auf dem Weg in das neue Leben“, so Marie-Luise.

Anders, als in der Familie darüber zu sprechen

„Ich habe von meiner Familie immer Rückhalt bekommen“, erzählt Christa, „aber in der Gruppe kann man noch auf eine ganz andere Art reden. Das hat mir wirklich geholfen.“ Eine Hilfe, die auch dadurch erst möglich wird, dass die ehrenamtlichen Trauerbegleiter der Schweigepflicht unterliegen. „Alles, was in der Gruppe besprochen wird, bleibt in der Gruppe“, betont Otter-Sandstedt.

Wichtig ist den Trauerbegleitern, dass niemand ins kalte Wasser geworfen oder gar alleine gelassen wird. „Wir holen alle Teilnehmer da ab, wo sie gerade stehen“, so Otter-Sandstedt. Das bedeutet unter anderem, dass Interessierte die Trauerbegleiter zunächst in einem Einzelgespräch kennenlernen, bevor es dann zu einem unverbindlichen ersten Gruppentreffen kommt. Dort werde unter anderem besprochen, zu welcher Uhrzeit man sich künftig treffen wolle. Wie lange der Trauerfall, der die Hinterbliebenen nicht loslässt, her ist, ist übrigens relativ egal. „Wir finden für alle eine Lösung“, so Lebedinzew.

Informationen bei Hanna Otter-Sandstedt

 Momentan geht das Team vom Hospizkreis Ganderkesee-Hude davon aus, dass die Treffen ab Februar und alle 14 Tage donnerstags stattfinden werden, immer im Dorfgemeinschaftshaus an der Baumstraße 15 in Elmeloh. Interessierte können sich ganz unverbindlich bei Hanna Otter-Sandstedt, Telefon  04223/ 85 75 melden.

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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