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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

„Erinnerung mehr als Namen und Zahlen“

01.09.2014

Hohenböken Ausgerechnet an seinem 13. Geburtstag durfte Till Steinmann eine besondere Aufgabe übernehmen: Gemeinsam mit Malte Göpfert (6) schnitt er das Absperrband zum neuen Buswartehäuschen an der Ecke Dorfstraße/Fuhrenweg in Hohenböken durch. „Die Zeit, als der Bus hier im Morast wenden musste, ist vorbei“, freuten sich Hans-Joachim Wallenhorst, Vorsitzender des Bürgervereins Hohenböken, und die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Zießler.

Hohenböken hat nun einen großen Schritt bei der Verbunddorferneuerung gemacht: Das Straßendreieck rund ums Ehrenmal ist gepflastert; das Buswartehäuschen fertig. Außerdem wurden Ehrenmal samt Mauer gereinigt und die gesamte Anpflanzung erneuert. Das Gesamtprojekt hatte ein Volumen von rund 100 000 Euro.

Im Beisein zahlreicher Dorfbewohner fiel am Sonnabend zudem der Schleier von einem Projekt, das seinesgleichen in der Gemeinde sucht. Am Ehrenmal weihte der Bürgerverein eine Tafel mit Biografien der Opfer beider Weltkriege aus Hohenböken ein. Mehr als ein Jahr lang wurde recherchiert. Texte, alte Bilder und Dokumente zu den jeweiligen Personen wurden auf wetterfesten Alu-Dibond-Platten gedruckt. Wie in einem Buch lässt sich – das Ehrenmal stets im Blick – nun darin blättern. „Auch mein Großvater Georg Meyer, 1945 gefallen, wird erwähnt“, sagte Wilfriede Meyer. Gemeinsam mit ihrer Mutter Hanna und Hella Lüschen pflegt sie seit vielen Jahren das Areal ums Ehrenmal.

„Erinnerung ist mehr als Namen und Zahlen auf dem Stein“, erläuterte Wallenhorst das Projekt. Daher hätten die Dorfbewohner mehr Informationen über die Opfer zusammengetragen. Die Anlage ums Ehrenmal wurde zuletzt 1974 aufwendig ausgebaut. Seitdem umfasst eine Mauer die Gedenkstätte; darin eingelassen ist eine schwere Eisenkette. 100 Jahre nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs und genau 75 Jahre nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges sei es wichtig, die Erinnerung an die Opfer wach zu halten, ergänzte auch Zießler. „Frieden ist nicht selbstverständlich.“

Das Denkmal gehöre zum Dorfleben dazu, so Wallenhorst in seiner Ansprache. Daher sei von Anfang an klar gewesen, dass die Sanierung im Mittelpunkt der Dorferneuerung stehen müsse. Er bedauerte allerdings, dass die Dorfbewohner bei diesem Projekt nicht mehr an Eigenleistung einbringen durften. Mit der Aufwertung des Areals rund um den Sielingsee stehe letztlich eine große Maßnahme noch aus. Im Anschluss an die Einweihung des Denkmalsplatzes feierten zahlreiche Dorfbewohner am Backhaus ihr traditionelles Sommerfest.


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Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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