NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

LANDWIRTSCHAFT: Ernte wird Rennen mit der Zeit

18.08.2005

LANDKREIS /WILDESHAUSEN LANDKREIS/WILDESHAUSEN - Der bange Blick geht zum Himmel. Bleibt es trocken? Wenn ja, wie lange? Das Wetter spielt jedes Jahr um diese Zeit eine Hauptrolle im Leben der Landwirte, in diesem Jahr besonders. Das anhaltende Regenwetter der vergangenen Wochen hat die Ernte auch im Landkreis Oldenburg zu einem Rennen mit der Zeit gemacht. Der Wildeshauser Ortslandvolk-Vorsitzende Franz-Josef Dasenbrock sagt: „Es ist der reine Stress.“

Mehrmals am Tag ist Dasenbrock auf der Internetseite bei Wetter.de zu Besuch, um zu erfahren, ob er endlich mit seinem Mähdrescher rausfahren und das Getreide reinholen kann. „Wir brauchen Sonne und Wind, damit der Boden ausreichend trocken wird“, erklärt der Landwirt. 15 Prozent Feuchtigkeit sei das Maß, zurzeit betrage die Nässe aber noch 21 bis 24 Prozent. Und für das Wochenende sind bereits neue Gewitter angesagt. Keine guten Aussichten.

14 Tage bis drei Wochen ist man bereits in Verzug. Inzwischen nehmen die Pflanzen Schaden. Das Getreide wächst zunehmend aus, die Körner beginnen schon auf der Ähre wieder zu keimen. Um die Erträge machen sich die Landwirte weniger Sorgen, das Problem ist die Qualität des Getreides. Betroffen sind vor allem Weizen, Roggen, Hafer und Triticale. Auch das bei der Nässe stark wuchernde Unkraut erschwert das Dreschen und Trocknen. Nachtrocknen ist wegen der hohen Energiepreise kostspielig. Problematisch ist auch der Pilzbefall der Pflanzen. Das kann gravierende Auswirkungen auf die Tauglichkeit des Getreides für die Tierfütterung haben. „Die Fruchtbarkeit der Sauen wird dadurch in Mitleidenschaft gezogen“, weiß Dasenbrock.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Bernhard Wolff, der Geschäftsführer des Kreislandvolkverbandes, drückt allen Bauern im Landkreis die Daumen, dass es trocken bleibt. „Eine Woche ohne Regen würde uns jetzt ein gutes Stück weiterbringen“, sagt er. Sehr eng würde es mit der Ernte aber in jedem Fall, da die Maschinenkapazitäten in der Kürze der noch zur Verfügung stehenden Zeit an ihre Grenzen stießen. Über die Höhe der sich andeutenden Ernteverluste wollte Wolff aber noch nicht spekulieren. „Das müssen wir abwarten.“

Der Deutsche Bauernverband rechnet insgesamt mit einer sehr durchschnittlichen Ernte. Die Erträge könnten um bis zu ein Fünftel zurückgehen. Kreislandwirt Jürgen Seeger befürchtet ähnliche Einbußen: „Schlagbezogen kann das durchaus 15 bis 30 Prozent ausmachen.“ Besonders beim Lagergetreide wirke sich die Feuchtigkeit extrem negativ aus.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.