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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Stiefmutter-Dasein: Erste Hilfe für die zweite Familie

02.04.2015

Ganderkesee /Landkreis Im Märchen sind sie oft die Bösen – im wahren Leben indes kann ihnen selbst böse mitgespielt werden: Stiefmütter absolvieren den alltäglichen Balanceakt zwischen Kindern, die nicht ihre eigenen sind und (nicht nur) in Konfliktsituationen dazu neigen, dies auch zu betonen, sowie einem Partner, der immer abwägen muss, was er sagt und tut, um den Kontakt zur ersten Familie nicht aufs Spiel zu setzen.

„Selbst wenn es gut läuft, ist es immer kompliziert“, weiß Susanne Petermann. Bei ihr lief es nicht gut: Als sie und ihr Partner dessen drei Kinder aus erster Ehe über ihre Heiratsabsichten informierten, brach seine älteste Tochter schlagartig den Kontakt ab. Das ist mehr als zwei Jahre her – „seitdem haben wir sie nicht mehr gesehen.“

Die 52-Jährige suchte daraufhin Rat und Hilfe – und stellte fest: „Da gab es nichts!“ Also begann die Journalistin und Autorin auf eigene Initiative zu recherchieren, knüpfte Kontakte zu anderen Stiefmüttern, schrieb ein Buch („Du hast mir gar nichts zu sagen!: Stiefmutter sein ist nichts für Feiglinge“), das in Kürze erscheint, und startete Ende vergangenen Jahres den „Stiefmutter-Blog“ im Internet – in nur gut drei Monaten hat sie fast 40 000 Reaktionen erhalten. Petermann: „Das zeigt, wie viele Frauen das Thema berührt.“

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Im Gegensatz dazu stehe der eklatante Mangel an Beratungs- und Anlaufstellen. Susanne Petermann will das ändern: Im Juni bietet sie ein Stiefmütter-Seminar an der regioVHS Ganderkesee-Hude an. Und sie versucht, die Politik zu sensibilisieren – ist jetzt aber ziemlich ernüchtert, weil sie sich von der SPD-Bundestagsabgeordneten Susanne Mittag sozusagen stiefmütterlich behandelt fühlt. Deren Delmenhorster Büro habe mit ihr schon einen Termin planen wollen, so die Ganderkeseerin, kurz darauf habe sie aber aus Mittags Berliner Büro eine Mail mit allgemeinpolitischen Erklärungen erhalten – und mit dem Vorschlag, sich im Sommer mal zu treffen.

Ein Missverständnis, wie eine Mitarbeiterin der Abgeordneten, die sich zurzeit in Israel aufhält, gegenüber der NWZ  versicherte: „Der Terminkalender von Susanne Mittag ist zurzeit enorm voll und sie wollte Frau Petermann nicht mit einer halben Stunde abspeisen“ – darum sei ein Gespräch in den Sommerferien angeboten worden. An dem Thema sei die Politikerin aber sehr wohl interessiert.

Susanne Petermann hat inzwischen von anderen Abgeordneten Zuspruch erhalten. Vor allem juristisch, meint sie, müsse die Stellung der Stiefmutter eindeutiger geklärt werden. „Wenn die erste Frau des Partners nicht mitspielt, kann die Stiefmutter gar nichts machen.“ Sie dürfe das Kind ihres Mannes nicht von der Schule abholen, könne beim Arzt keine Impfung veranlassen – in vielen Alltagsangelegenheiten bewege die Stiefmutter sich im rechtsfreien Raum. Petermann: „Ich kenne etliche Frauen, die das nicht aushalten.“

Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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