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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Fachkräftemangel sorgt für Engpässe

06.12.2016

Ganderkesee Ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden führen. Was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, ist für Ältere und für Menschen mit Behinderung zwar rein theoretisch möglich, aber nicht selten mit großen Hürden verbunden – Hürden, die manchmal behördlichen Ursprungs sind.

So zum Beispiel im Fall der Ganderkeseerin Susanne Steffgen. Seit Montag hat sie keinen Pflegedienst mehr, da dieser den Vertrag kündigte. „Es ist mir nicht gelungen, innerhalb von 14 Tagen einen neuen Pflegedienst zu finden“, erzählt sie im Gespräch mit der NWZ. Dabei gebe es laut Steffgen eine andere Möglichkeit, die werde aber seitens des Sozialamtes blockiert.

Darf man sich seinePflege selbst aussuchen?

2008 trat das „Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ seitens der Europäischen Union in Kraft. Auch Deutschland gehört mit zu den Unterzeichnern. Artikel 19 der Konvention sichert Menschen mit Behinderung unter anderem eine „unabhängige Lebensführung“ zu, zu der auch die freie Entscheidung gehört, wo und mit wem man leben will. Und eben dieses will auch Susanne Steffgen für sich entscheiden. „Ich möchte in meiner Wohnung bleiben, so lange es geht.“ Eine Möglichkeit, die zum Beispiel durch das Assistenzmodell, also die Anstellung einer Art „persönlichem Assistenten“ zu realisieren wäre und das auch schnell. „Hier hätte ich fast schon jemanden sicher.“ Das Problem: „Das Sozialamt genehmigt mir nur die Gelder für das Pflegedienstmodell, nicht für das Assistenzmodell“, so der Vorwurf von Susanne Steffgen in Richtung Landkreis Oldenburg, gegen den sie auch rechtliche Schritte einleiten will. „Aufgeben und den Kopf in den Sand stecken kommt nicht in Frage“, so Steffgen.

Herrscht in Ganderkeseeein Pflegenotstand?

Das Assistenzmodell sei, so auch die Erfahrung von Gerd von Seggern vom Verein Ganterhilfe, bei den Pflegediensten in der Region zwar bekannt, aber die Umsetzung noch nicht weit fortgeschritten. „Die Dienste, mit denen ich in letzter Zeit gesprochen habe, sind aber an dem Thema dran.“

Aber wie sieht es mit der Verfügbarkeit von Pflegediensten aus? „Wir brauchen mindestens einen Tag Vorlauf“, erklärt Maike Rieks, Pflegedienstleiterin bei der Arbeiterwohlfahrt in Ganderkesee (Awo) auf Nachfrage. In der Regel könne der Bedarf dann schnell bedient werden, so Rieks. „Ausnahme ist aktuell die behandelnde Pflege“, so die Pflegedienstleiterin. Hier seien, zumindest bei der Awo, alle Kapazitäten ausgereizt. „Hier greift der Fachkräftemangel, gerade was medizinisches Personal angeht“, erklärt Rieks. Eine Einschätzung, die auch Christa Tönjes vom Pflegedienstleister Landdienste auf Nachfrage bestätigte: „Wir können nicht mehr Kunden annehmen als wir geeignetes Personal haben.“

„Schwierig wird es vor allem, wenn ganz schnell ein Pflegeplatz her muss“, weiß Christa Wachtendorf von der Gemeinde Ganderkesee. Wachtendorf hat unter anderem durch ihre Arbeit in der Seniorenberatung mit diesem Problem zu tun. Von einem Pflegenotstand spricht aber niemand. Die Verfügbarkeit von ambulanten oder stationären Pflegeplätzen hänge von den individuellen Bedürfnissen ab.

Welche Hilfen gewährt das Sozialamt?

Auf Anfrage der NWZ  teilt Bodo Bode, Dezernent für Soziales beim Landkreis, mit, dass Hilfen grundsätzlich vorrangig unter Berücksichtigung der besonderen Umstände des Einzelfalls gewährt werden. Eine Fall-Behandlung nach „Schema F“ finde nicht statt.

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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