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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Tipps und Mode für kurvige Frauen

26.01.2019

Falkenburg Fein säuberlich aufgereiht stehen die Nähmaschinen von Annika Ebken (33) in ihrem Büro. Hier näht die gebürtige Nordenhamerin, die seit Sommer vergangenen Jahres in Falkenburg wohnt. Und hier wird aus Annika Ebken regelmäßig die Bloggerin „Ebbie“, die über Mode und Nähtipps für Frauen mit Rundungen schreibt.

Eigentlich ist Ebbie gelernte Verwaltungsfachangestellte, sie hat schon im Landkreis Wesermarsch, in Bremerhaven und im Bereich Stuhr gearbeitet. Doch seit ihrem Umzug nach Falkenburg im vergangenen Jahr ist sie vormittags Bloggerin, das bedeutet, sie schreibt auf ihrer Seite „Ebbie und Floot“ im Internet, und nachmittags stehen ihre beiden Kinder, ihr Mann, die zwei Katzen und der junge Hund im Vordergrund.

Plus-Size-Mode

Angefangen hat „Ebbie und Floot“ eher als Blog übers Familienleben. Heute ist der Fokus ein anderer: „Ich bin Plus-Size-Bloggerin mit den Schwerpunkten Nähen und Mode beziehungsweise Lifestyle“, erklärt Ebbie. Sie schreibt, kümmert sich um eine möglichst hohe Verbreitung ihrer Blogbeiträge, arbeitet mit einer Fotografin aus Stuhr zusammen, stellt Schnittmuster und Genähtes vor – und verdient damit ihr Geld. „Für die Firmen ist das Marketing“, sagt die 33-Jährige. Hersteller von Schnittmustern, Mode, Stoffen oder anderen Produkten sprechen die Neu-Falkenburgerin an, damit diese ihre Produkte vorstellt. „Ich stelle aber nicht alles für Geld vor“, betont sie. „Es muss zu mir passen.“

Nichts kaschieren

Mit ihrer eigenen Rolle als „Frau mit Kurven“ musste sich Ebbie erst identifizieren. „Ich war nicht immer Plus-Size“, sagt sie. Aber mittlerweile steht sie dazu. „Was sind denn Kilos? Der Mensch zählt doch“, ist sie überzeugt und ergänzt: „Kaschiert wird bei mir nichts!“ Sie findet, dass es kein „geht nicht“ gibt. „Jede sollte das anziehen, in dem sie sich wohlfühlt.“

Das sagt unsere Praktikantin Janne Hafermann

Für mich persönlich war das Treffen mit Bloggerin Annika „Ebbie“ Ebken eine tolle Erfahrung. Meiner Meinung nach ist Ebbie ein Vorbild, egal ob für Jung oder Alt. Ich finde es spannend zu sehen, wie aus einer frühen Leidenschaft ein Beruf gemacht werden kann, auch wenn Ebbie zu Beginn selbst nicht damit gerechnet hat.

Ihre fröhliche, selbstbewusste und offene Art hat mir gezeigt, dass es egal ist, wie viel man wiegt oder was man trägt, solange man sich selbst wohlfühlt. Und genau das tut Ebbie: Mutig und mit einem guten Gefühl hat sie den Schritt in die Öffentlichkeit gewagt. Leider merkt man aber immer wieder, dass nicht alle Ebbies Meinung und Offenheit teilen.

In dem Leben der Bloggerin hat mich vor allem das Zusammenspiel von Arbeit, Kindern, Haustieren und Zeit für sich selbst beeindruckt. Sich allen Aspekten gleichermaßen widmen, ohne dabei in zu viel Stress zu verfallen: eine hohe Kunst.

Und das kommt auch bei ihren Leserinnen und Lesern an. „In der Nähszene bin ich online schon sehr bekannt“, sagt Ebbie. Und seit 2014 geht es immer weiter nach oben. „Vom Blog leben könnte ich bisher noch nicht, aber die Anfragen werden immer mehr. Die Anforderungen aber auch.“ Ihre Zielgruppe sind Menschen, vor allem Frauen, im Alter von 25 bis 45 Jahren. „Ich bin die von nebenan“, das würde ihre Leserschaft schätzen. „Und bei mir heißt es auch nicht immer: Alles gut!“, betont sie. Wenn ihr ein Stoff, ein Schnittmuster oder ein Bekleidungsstück nicht gefalle, dann kritisiere sie das auch ehrlich und nachvollziehbar.

Kreativ sein

Die Mode- und Nähszene sieht sie derweil auf einem guten Weg, was Mode für übergewichtige Kundschaft angeht. „Online ist da aber weiter als der örtliche Einzelhandel“, hat sie beobachtet. Auch deswegen erfreue sich das Selbst-Nähen wahrscheinlich großer Beliebtheit. „Viele fangen wegen ihrer Kinder damit an“, weiß Ebbie aus eigener Erfahrung.

Aber warum betreibt sie ihren Blog „Ebbie und Floot“ und die dazugehörigen Social-Media-Kanäle wie Instagram mittlerweile als „Hauptjob in Teilzeit“, wenn das Geld nicht zum Leben reicht? „Ich will kreativ sein und kann sowieso nicht Nichts tun“, erklärt Ebbie. „Ich habe nie geplant, mit dem Blog Geld zu verdienen, deswegen lasse ich das alles einfach auf mich zukommen.“ Auch wenn das Finanzielle noch ausbaufähig sei, mache ihr die Arbeit Spaß. Einen Spaß, den sie auch an andere Frauen mit Plus-Size weitergeben will. Dazu gehöre auch, dass sie auf ihrem Blog berät, wie bestimmte Schnittmuster am besten genäht werden. „Wirklich gute Schnittmuster für große Größen zu finden, ist weiterhin schwierig“, weiß Ebbie. „Und Muster für kleinere Kleidergrößen einfach ,vergrößern’ geht auch nicht so einfach.“

Kleine Nähstube

Ihre Leidenschaft fürs Nähen hat die 33-Jährige schon in der Kindheit entdeckt. Als sie dann als junge Erwachsene Zuhause auszog, schenkte ihre Mutter ihr eine Nähmaschine. „Mit der habe ich dann auch tatsächlich angefangen“, erinnert sie sich. Mittlerweile sieht es in ihrem kleinen Büro aber eher aus wie in einer Nähstube. Mehrere Nähmaschinen unterschiedlicher Größe stehen bereit. „Auftragsarbeiten mache ich aber nicht“, betont Ebbie. „Das wäre zu viel Druck, das will ich nicht.“ Vielmehr gehe es ihr um den Spaß an der Sache und die Kreativität. Eine Einstellung, die sie auch an ihre beiden jungen Kinder weitergeben will. „Die können sich hier voll ausleben“, sagt sie. Was ihre Mutter derweil vormittags so macht, versteht der Nachwuchs noch nicht so wirklich. „Dafür sind sie noch zu jung. Aber wenn ich was für sie nähe, freuen sie sich natürlich immer.“


Sehen Sie ein „Sach an!“-Video unter
Ebbie schreibt unter   www.ebbieundfloot.de 
Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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