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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Lebenscafé hilft seit einem Jahr bei Trauer

04.01.2019

Falkenburg Ein Hospiz, das ist ein Ort des Abschieds und für die Hinterbliebenen oft ein Ort der Trauer. Doch diese muss nicht zwangsläufig alleine bewältigt werden. Mit dem sogenannten Lebenscafé bietet das Laurentius-Hospiz in Falkenburg Hinterbliebenen an jedem zweiten Mittwoch eines Monats die Möglichkeit, sich auszutauschen.

Das ehrenamtliche Angebot richtet sich dabei nicht nur an diejenigen, die im Hospiz vor Ort jemanden verloren haben, sondern an alle Trauernden. Das Lebenscafé gibt es bereits seit einem Jahr. Zwei der vier Ehrenamtlichen, die das Angebot ermöglichen und betreuen, haben sich zusammen mit Kim Gesine Friedrichs, der Pressesprecherin der „mission:lebenshaus GmbH“, für einen Einblick in ihre Arbeit mit der NWZ getroffen.

Erfahrene Begleiter

Das Lebenscafé im Laurentius-Hospiz

Das nächste Lebenscafé findet am Mittwoch, 9. Januar, von 17 bis 19 Uhr in den Räumlichkeiten des Laurentius-Hospizes statt. Das Hospiz befindet sich an der Hauptstraße 32 in Falkenburg.

Das Angebot richtet sich an Hinterbliebene sowie Zugehörige, die einen geliebten Menschen verloren haben – auch wenn dieser nicht im Laurentius-Hospiz verstorben ist.

Um Anmeldung wird gebeten: Telefon  04222/9 47 02 10. Unter dieser Nummer gibt es auch weitere Informationen zum Hospiz.

Das Laurentius-Hospiz finanziert sich zu einem großen Teil über Spenden. Wer die Arbeit unterstützen möchte, kann sich an die „mission:lebenshaus gGmbH, die unter anderem das Hospiz in Falkenburg betreibt, wenden: Telefon  04421/9 66 00 15.

    www.hospizfalkenburg.de

„Das Wichtigste sind die Leute“, sagt Monika Krämer. Sie gehört zum Diakoniekonvent Lutherstift und wohnt auf dem Gelände. Das Lebenscafé war für sie eine Möglichkeit, die erlernte Sterbe- und Trauerbegleitung weiter auszuführen. Ihre Kollegin Christa Schellak kennt sich ebenfalls mit Sterbebegleitung aus. Die beide Frauen sind jedoch nicht nur geschulte Helferinnen, sondern durch den Verlust ihrer Ehemänner sehr persönlich mit dem Thema Trauerarbeit verbunden. „Ich bin nach dem Verlust meines Mannes in ein echtes Loch gefallen und habe dann in Ganderkesee eine Trauergruppe gefunden, das war sehr wichtig für mich“, blickt Christa Schellak zurück. Genau wie Monika Krämer fand sie durch ihre eigenen Erfahrungen zur geschulten Trauerbegleitung.

Austausch miteinander

Das Lebenscafé sei keine klassische Trauergruppe, stellen die beiden Ehrenamtlichen klar. „Wir haben hier ein niedrigschwelliges Modell, wo es um den Austausch der Trauernden miteinander geht“, erklärt Monika Krämer. Die Begleiter und Helfer greifen vor Ort nur dann in Gespräche und Entwicklungen ein, wenn es nötig sei. Die Besucher tauschten sich größtenteils untereinander aus, das Angebot werde dadurch zum Selbstläufer. Davon würden vor allem Trauernde, die zum ersten Mal zum Lebenscafé kommen, profitieren. „Manche Menschen sind zunächst sehr reserviert und wollen gar nicht aktiv teilnehmen, was sich dann aber schnell ändern kann“, freut sich Kim Gesine Friedrichs. Sie betreut die Ehrenamtlichen. „Da kommt dann auf einmal alles heraus, was diese Menschen die ganze Zeit in sich getragen haben“, sagt Monika Krämer. Das Lebenscafé wurde vom Team auch bewusst nicht „Trauercafé“ genannt, weil es eben auf das weitere Leben der Trauernden ausgerichtet sei.

Freiwilliger Ansatz

Ein Unterschied zu vielen Trauergruppen sei der freiwillige Ansatz, wie Christa Schellak erklärt: „Es gibt geschlossene Gruppen, in die man geht um Ziele zu erarbeiten und in denen regelmäßige Anwesenheit erwartet wird. So etwas gibt es hier nicht.“ Einige Trauernde würden anfangs oft kommen, dann eine Weile gar nicht mehr, und dann später doch noch mal wieder. Andere wiederum seien fast seit Beginn des Lebenscafés dabei. Über andere Angebote zur Trauerarbeit in der Gegend sind die Mitarbeiter des Cafés stets informiert. „Wir verweisen auch auf Trauergruppen, wenn jemand gezielt nachfragt oder den Eindruck macht, dass das helfen könnte“, erklärt Monika Krämer. Das Lebenshaus sei durch viele Aktionen, wie etwa das Herbstleuchten, zudem gut in den Ort eingebunden, was Menschen die Kontaktaufnahme erleichtere.

Kein Richtig oder Falsch

Die Ehrenamtlichen in Falkenburg freuen sich, wenn sie merken, dass sich jemand in seiner Trauer weiterentwickelt. Wichtig sei aber zu betonen, dass es keine richtige oder falsche Form der Trauer gibt. „Jeder trauert anders“, sagt Kim Gesine Friedrichs. „Es ist wichtig zu erkennen, dass es keine Norm beim Trauern gibt“, bestätigt auch Christa Schellak.

Die Ehrenamtlichen haben beobachtet, dass sich Trauer in den vergangenen Jahren verändert hat. „Die Zeit heute ist schnelllebig und mit Trauer wird anders umgegangen als früher. Das Lebenscafé ist daher sehr wichtig, weil es eine Form von Rückhalt bietet, den Menschen früher vielleicht woanders gefunden haben“, so Monika Krämer. Die Menschen hätten heute gefühlt weniger Zeit, um zu trauern, und müssten sich zusätzlich unmittelbar mit Behörden und Verpflichtungen auseinandersetzen. In der Trauer müsse aber niemand Fortschritte machen, wie das im Alltag häufig der Fall sei, sondern lernen, sie ins eigene Leben zu integrieren. „Und man hat ja nicht nur mit der eigenen Trauer zu tun, sondern auch mit der von Kindern und Angehörigen“, ergänzt Christa Schellak. Auch darüber werde gesprochen.

Eine wichtige Kerze

Für sehr wichtig erachten die beiden Ehrenamtlichen, dass Trauer die richtige Form gegeben wird. „Wenn jemand Angehörige verloren hat, sind die ersten Schritte ganz bestimmend für einen guten Abschied“, sagt Monika Krämer. Eine solche Form ist die weiße Kerze, die im Lebenscafé entzündet wird. Solange die Kerze brennt, weiß jeder, dass alles, was gesagt wird, von allen Teilnehmern vertraulich behandelt wird und im Raum bleibt. „Die Kerze wird am Ende des Cafés auch immer ganz bewusst ausgeblasen“, so Monika Krämer. Auf der Kerze selbst kleben Sterne – jeder Stern steht dabei für jemanden, der im Hospiz war und Trauernde hinterlassen hat. Das Aufkleben eines Sterns ist absolut freiwillig für die Trauernden im Lebenscafé, aber bisher habe das jeder Teilnehmer gemacht. „Solche Symbole sind sehr wichtig in der trauerbegleitenden Arbeit“, weiß Monika Krämer.

Angebot etabliert

Der Rückblick auf das erste Jahr Lebenscafé fällt sowohl bei Monika Krämer und Christa Schellak als auch bei Kim Gesine Friedrichs positiv aus. „Wir haben ein gutes Angebot etabliert“, findet Kim Gesine Frerichs. „Der Dezember ist grundsätzlich eine schwierige Zeit für Trauernde, insofern waren wir zu Beginn schon gespannt. Letztendlich war es dann aber eine sehr gute Erfahrung“, bekräftigt Monika Krämer.

Trauerfälle aus der Region sowie Ratgeberartikel zum Thema Trauer.

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Arne Haschen Volontär, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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