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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Gastronomie: Fehlende Zigarette trübt Atmosphäre

11.01.2017

Wildeshausen 2007 hatte es ein Feuer entfacht. „Gastronomen im Land bangen um Existenzen“ titelte damals die Nordwest-Zeitung in Wildeshausen. Heute, zehn Jahre später, ist aus dem Feuer eine Flame geworden: Mit dem Nichtraucherschutz-Gesetz haben sich die Gastronomen im Landkreis längst arrangiert.

Hans-Peter Thurm-Meyer vom Hotel Landhaus Thurm-Meyer hatte damals für seine Gäste ein separates Raucherzimmer eingerichtet. So, wie es das Gesetz vorsieht: Zum Schutz der Nichtraucher dürfen Raucher nur in abgetrennten Räumen an ihrer Zigarette ziehen. Auf Widerstand stößt das nicht. „Es wird gut angenommen“, resümiert Thurm-Meyer nach all den Jahren. Einen gewissen Komfort sollen seine Gäste dort auch bekommen: So steht neben Sitzgelegenheiten auch ein Fernseher in dem Raum.

Dass in Bar und Restaurant des Landhauses nicht mehr geraucht werden darf, sei anfangs zwar eine Umstellung gewesen, gibt Thurm-Meyer zu. Negative Auswirkungen habe das aber nicht gehabt. Rauchfreie Zone herrschte auf den Zimmern des Hotels hingegen schon immer. „Und wer sich nicht daran hält, bekommt eine Abmahnung.“

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Verbot einhalten

Weniger optimistisch ist Holger Munke vom Restaurant und der Kneipe Gildestube. „Von 17 bis 22 Uhr ist unser Restaurant geöffnet. In der Zeit ist alles gut“, sagt er. Anders sehe es da aus, wenn es zu später Stunde ans Feiern geht. Er nennt das Beispiel Hochzeitsgesellschaften: Die Feiernden würden ständig auseinandergerissen, da eine Gruppe von Rauchern entweder in das vorgesehene Zimmer, das Munke in seinem Lokal eingerichtet hat, oder nach draußen ginge. Das wirke sich auf die Atmosphäre aus. „Manchmal gehen die Nichtraucher sogar mit nach draußen, um nicht alleine am Tisch zu sitzen.“ Eine Lockerung des Gesetzes, etwa dass ab einer bestimmten Uhrzeit auch drinnen geraucht werden darf, wäre für ihn denkbar. Jedoch vertritt er diese Meinung vor allem als Geschäftsmann.

„Ich selbst als Nichtraucher befürworte das Verbot“, sagt er. In seinem Lokal halte er dieses auch strikt ein. Wer sich nicht daran hält, wird gebeten, mit der Zigarette nach draußen zu gehen. Munke merkt allerdings an: „Das Gesetz wirkt sich nicht gerade positiv auf das Geschäft aus.“ Im Gegenteil. „Damals wurde gesagt, dass viele Nichtraucher in die Kneipen kommen würden. Das ist aber nicht so,“ stellt er heute fest. „Allgemein denke ich, dass die Kneipen Einbußen gemacht haben.“ Anfangs, als das Gesetz frisch umgesetzt worden war, hätten einige Raucher mit ihrem Verhalten provoziert, wollten austesten, wie weit sie gehen können. Heute ist die Situation deutlich entspannter. 98 von 100 Rauchern würden sofort reagieren, wenn Munke sie bittet, nach draußen zu gehen. „Ich habe aber das Gefühl, dass die Leute weniger rauchen“, sagt er. Der Gastronom sieht das Hauptproblem vor allem darin, dass die Atmosphäre darunter leidet.

Zwar keine Umsatzbußen, dafür aber ebenfalls eine getrübte Atmosphäre stellen auch die Wirte der Brasserie fest. „Das Rauchverbot hat sich auf jeden Fall ausgewirkt“, sagt Sascha Tölle, stellvertretender Betriebsleiter. Das mache sich bemerkbar, sobald Raucher für eine Zigarette in den separaten Raum oder nach draußen gehen und somit ihre Gruppe verlassen.

Sich arrangieren

Die gleiche Ansicht teilt Nicolle Stauga vom Alten Amtshaus. Sie beobachtet in ihrem Restaurant, dass sich feiernde Gruppen splitten, weil die Raucher nach draußen gehen müssen. „Das kann die Atmosphäre zerstören. Dann herrscht immer ein Gewusel.“ Viele Raucher würde es aber nicht stören, dass sie nach draußen müssen. Und dass die Amtsstube rauchfrei ist, kommt bei den Gästen positiv an. Alles würde eben besser riechen, werde oft gelobt. Erst sei es für sie als Gastronomin ungewohnt gewesen, keine Aschenbecher mehr leeren zu müssen. Und auch für die Gäste sei es eine Umstellung gewesen. „Aber es haben sich alle mit der Situation arrangiert“, lautet mittlerweile Staugas Fazit.

Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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