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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Fest-Filme faszinieren Forscher

08.12.2016
Frage: Herr Nordmeyer, Sie forschen am Institut in Hannover: Wie sind Sie auf Wildeshausen und die Filme über das Gildefest 1953 und 1997 gekommen?
Nordmeyer: Wir suchen im Filminstitut Hannover historische Filmbestände in Niedersachsen in einem gleichnamigen Projekt. Der Bürger- und Geschichtsverein Wildeshausen hat mich auf die Filme dankenswerterweise aufmerksam gemacht. Hilfe von Vereinen und Freiwilligen innerhalb des Projektes unersetzbar. Deswegen möchte ich an dieser Stelle ein wenig Werbung unterbringen und auf unsere Projektseite aufmerksam machen http://www.historische-filmbestände-in-niedersachsen.de. Wir sind für jeden Tipp dankbar.
Sprechen über Filme in der Heimatforschung: Philipp Nordmeyer (links) und Karl Heinz Schneider. BILD: Privat

Informationen zum Vortrag im Rathaus

Der Bürger- und Geschichtsverein Wildeshausen hat für seine Vortragsreihe „Geschichte im Rathaus“ die Historiker Philipp Nordmeyer und Prof. Dr. Karl-Heinz Schneider gewinnen können. Am Montag, 12. Dezember, 20 Uhr, werden beide im oberen Rathaussaal in Wildeshausen über die Gildefilme von 1953 und 1997 referieren.

Philipp Nordmeyer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Filminstitut Hannover. Er lehrt an der Fakultät für Medien, Design und Information an der Hochschule in Hannover und forscht dort mit dem Schwerpunkt „Dörfliches Leben in Niedersachsen im Spiegel historischer Filmdokumente“.

Prof. Dr. Karl-Heinz Schneider lehrt als Historiker an der Leibniz-Universität Hannover. Er forscht unter anderem im Bereich der neuzeitlichen Agrargeschichte.

Frage: Sie forschen im Bereich dörfliches Leben: Ist Wildeshausen für Sie ein Dorf?
Nordmeyer: Nein natürlich nicht! Es ist richtig, dass es mir innerhalb meiner Forschung um Bilder aus Dörfern geht. Aber ich erforsche sowohl den ländlichen Raum als auch den städtischen. Beides sind nicht unbedingt Gegensätze, sondern es gibt viele Gemeinsamkeiten und Mischformen. Ich selbst komme aus einem kleinen Dorf, das sich aber aufgrund seiner Infrastruktur und Nähe zur Stadt eher wie ein Teil von Hannover angefühlt hat. Von den kleinen Häusern und Kühen mal abgesehen.
Kleinstädte in den 1950er Jahren wichen nicht so entscheidend von Dörfern ab, weil auch hier viel Landwirtschaft betrieben wurde. Außerdem gehören zur heutigen Stadt Wildeshausen viele ehemalige Dörfer.
Frage: Ist Wildeshausen ein bedeutender Forschungsschwerpunkt von Ihnen?
Nordmeyer: Für mich ist der Gildefilm über das Fest 1953 besonders wichtig, da die Zeit meinem Forschungsschwerpunkt entspricht. Es gibt sehr wenige Dokumente aus dem privaten Bereich, die bis heute intakt geblieben sind. Der Film zeigt eine andere, wichtige Perspektive als die beispielsweise eine Dokumentation für das Fernsehen einnehmen würde. Außerdem erlaubt dieser Film ihn mit anderen zu vergleichen und so analytische Schlüsse zu ziehen.
Frage: Was ist das Besondere an den historischen Filmen?
NOrdmeyer: Eine Kamera hält immer mehr fest als der Filmende damit beabsichtigt hat. Bleiben wir gleich beim Gildefest als Beispiel: Die Häuser und Menschen im Hintergrund werden mitgefilmt. Man erfährt etwas über den Aufbau der Stadt und die Menschen, die in ihr wohnen. Ganz abseits von der eigentlichen Botschaft des Films. So erfährt man meistens mehr oder etwas anderes als das in leichter zu kontrollierenden, schriftlichen Quellen der Fall ist.
Frage: Wofür ist der Vergleich von historischen Aufnahmen wichtig?
Nordmeyer: Zum einen lassen sich so Unterschiede in den Bezugspunkten der Menschen feststellen. Worauf waren die Wildeshauser besonders stolz? Welche Orte in der Stadt kommentieren sie? Und wie unterscheidet sich das von anderen Orten in Niedersachsen? Zum anderen kann man zumindest vermuten, wie sich bestimmte gesellschaftliche Aspekte über die Zeit ändern. Film hält viel fest, woran man beim aufschreiben nicht gedacht hätte. So kann das Unabsichtliche zu einem Quellenschatz werden.
Frage: Wie können sich die Zuschauer am Montagabend im Ratssaal an dem Vortrag beteiligen?
Nordmeyer: Das hoffen Professor Schneider und ich sehr! Wir möchten mit den Menschen über die Filme und ihre Stadt reden. Was in den 50ern war, können wir als Außenstehende nur mutmaßen. Aber wer kennt Wildeshauser besser als seine Bewohner? Für uns ist das die Chance, mit anderen Leuten zu sprechen, anstatt nur für uns selbst zu grübeln.
Renke Hemken-Wulf
Volontär, 3. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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