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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

LANDVOLK: Finanzkrise macht vor Bauern nicht Halt

27.03.2009

IMMER Sehr schnell entlastet wurde am Mittwoch auf der Jahreshauptversammlung des Ortslandvolkverbandes Ganderkesee der Vorstand mit Jan-Bernd Meyerholz an der Spitze, nachdem Rainer Bücking seinen Kassenbericht abgehalten hatte. Der Kassenbestand gleicht dem des Vorjahres. Die Beiträge der rund 170 Mitglieder bleiben unverändert.

Auch bei der turnusmäßig anstehenden Wahl von Vertrauensleuten lautete das Votum ausnahmslos Wiederwahl. Ingo Vosteen ist somit weiterhin Vertrauensmann für Steinkimmen, Jürgen Alfs ist Ansprechpartner für Ganderkesee und Kurt Lüschen für Bürstel. Meyerholz gab bekannt, dass am zweiten Sonntag im September zum 13. Mal ein Bauernmarkt in Ganderkesee stattfindet. Auf diesem Markt stellen sich vor allem die Selbstvermarkter aus der Gemeinde mit ihren Erzeugnissen vor. Weiter organisiert der Vorstand im Herbst wieder einen Ernteball in der Gaststätte Witte in Immer. Wohin der übliche Tagesausflug geht, steht noch nicht fest.

Nach den Regularien standen zwei Vorträge im Mittelpunkt der Versammlung. Bernhard Wolff, Geschäftsführer des Kreislandvolkverbandes Oldenburg, ging auf aktuelle Themen in der Landwirtschaft ein. Er betonte, dass auch die Bauern die weltweite Finanzkrise zu spüren bekommen. Exportmärkte würden wegfallen. So gebe es gravierende Preisschwankungen bei Getreide, auf die man wegen begrenzter Lagerkapazitäten nur bedingt reagieren könne. Es mache sich auch bemerkbar, dass die Verbraucher effizienter mit Lebensmitteln umgehen. Es kämen weniger verdorbene Waren in die Mülltonne.

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Danach informierte Jan Juister von der Juister-Pflanzenberatung in Hude über „Grüne Gentechnik: Absatz – Chancen – Risiken“. Aus Sicht des Pflanzenbauers ist die Erforschung und Entwicklung der Gentechnik unverzichtbar. „Was vorher bei der Selektion von Pflanzen und Kreuzung nach den Mendelschen Gesetzen in jahrelanger Arbeit per Zufall herauskam, ist mit der Gentechnik gezielt zu erreichen“, sagte er. Mit dem gezielten Einbau eines Gens entstünden Pflanzen mit verbesserten Qualitätseigenschaften oder Inhaltsstoffen. Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung brauche man Ertragssicherheit, also eine Resistenz gegen Krankheiten wie etwa Krautfäule bei Kartoffeln. In Zukunft gehe es auch darum, Kulturen an extrem trockene oder salzige Standorte anzupassen.

„Ich bin allerdings kein Freund von Herbizidtoleranzen. Das ist überflüssig und verbaut uns die Zukunft, da irgendwann auch die Unkräuter resistent werden“, betonte Juister. Nicht alles sei durch Technik machbar. Nach wie vor müssten die pflanzenbaulichen Grundlagen wie die Fruchtfolge beachtet werden.

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