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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Flieger-Auftrag bringt Auftrieb

15.05.2015

Wardenburg An diesem Vormittag ist Agnes Bendig allein im Büro. Sie „jongliert“ mit mehreren Telefonen, die kaum still stehen. Die Unternehmerin und ihre Firma Nordwest Box (Nowebo)sind gefragt. Im vergangenen Jahr gelangten sie zu einer gewissen Berühmtheit, als sie den so genannten Ebola-Flieger, den ersten seiner Art weltweit, ausstatteten. Der vom Bund in Auftrag gegebene Airbus A340-300 kann Patienten, die mit dem hochansteckenden Ebola-Virus infiziert sind, in einer Isolationszelle sicher über weite Strecken transportieren (die NWZ  berichtete).

Fertigung in Osnabrück

Bislang agierte Agnes Bendig von ihrem Haus in Hude aus. „Aber ich kann ja nicht die Bundeswehr und das Auswärtige Amt in meinem Wohnzimmer empfangen“, sagt die Geschäftsfrau. Auf der Suche nach einem Büro mit Lagerhalle wurde sie an der Litteler Straße in Wardenburg fündig. Da ist nun seit dem 1. April der offizielle Firmensitz. In Osnabrück ist die Produktion mit sieben Mitarbeitern. „Dort kooperieren wir mit einer anderen Firma“, so die 61-Jährige. Sie bildet zusammen mit Schwiegertochter Kirsten als Bürokraft und ihrem Mann Wilfried als Entwickler die „Keimzelle“ des Unternehmens. „Wir suchen aber noch einen technisch versierten Mitarbeiter, der sich gut mit Metall auskennt“, verrät Bendig.

Im Jahr 2009 machten sich die gelernte Krankenschwester und ihr Mann, ein Maschinenbau-Ingenieur, selbstständig. „Wir haben angefangen mit Krankenhaus-Einrichtungen“, erzählt die Nordwestbox -Geschäftsführerin, die auch als Büro- und als Speditionskauffrau ausgebildet ist. Entwickelt wurden unter anderem Modulsysteme für Versorgungsschränke und ein palettengerechtes Verpackungssystem. „Alles gesteckt. Nichts muss mit Werkzeug zusammengebaut werden“, erklärt Agnes Bendig stolz. „Wir können zum Beispiel auf einer Palette eine ganze Apotheke transportieren.“ Zum Produktangebot gehören außerdem ein rollbarer OP-Tisch – einsetzbar bei einer Katastrophe mit vielen Verletzten – sowie eine kombinierte Kühl- und Wärmebox und ein spezielles Akku-System. Dem Ideenreichtum von Agnes und Wilfried Bendig scheinen offenbar keine Grenze gesetzt.

Rettungswagen für Tiere

Der Ebola-Rettungsflieger sei nicht nur für Nordwest Box das Prestigeobjekt, sondern auch für Lufthansa-Technik Hamburg, das Robert-Koch-Institut und das Auswärtige Amt, die bei diesem einmaligen Auftrag alle zusammengearbeitet hätten. Dem Unternehmen aus dem Landkreis Oldenburg bescherte es erfreuliche Folgeaufträge.

Doch darauf ruht sich das Ehepaar Bendig nicht aus. Es wird bereits an der nächsten Innovation gefeilt. „Wir sind dabei, einen mobilen Rettungswagen für Tierärzte zu entwickeln.“ Einen Auftraggeber gibt es dafür schon.