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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Forscher lüften Geheimnis der Steinzeit

05.01.2011

HOLZHAUSEN Vorsichtig fahren Dirk Dallaserra und Jens Lühmann mit ihrem grauen Geländewagen über die Acker fläche zwischen Aumühle und Holzhausen. Sieben Meter lang und vier Meter breit ist das Geomagnetik-Messgerät, das die beiden Grabungstechniker mit dem Wagen über die sechs Hektar große Fläche ziehen. „Mit diesem Gerät können wir Veränderungen des Erdmagnetfeldes und somit Strukturen im Boden erkennen“, erklärt Daniel Nösler vom Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung Wilhelmshaven. Der Archäologe und sein dreiköpfiges Team erhoffen sich dadurch steinzeitliche Funde.

Denn obwohl in der Umgebung von Wildeshausen und Großenkneten zahlreiche gut erhaltene Grabmonumente aus der Zeit um 3000 v. Chr. bekannt sind, wissen die Forscher über die Erbauer dieser so genannten Großsteingräber vergleichsweise wenig. „So können wir sagen, dass die Menschen in einfachen Dörfern gelebt haben“, sagt Nösler, „die allerdings schwer zu finden sind.“

Grund sind die aus Holzpfosten und Schilf gebauten Häuser, die über Tausende von Jahren in dem Sandboden zersetzt wurden. „Hinzu kommt die Bodenbelastung durch die landwirtschaftlichen Arbeiten auf den Feldern“, erklärt Nösler.

Ziel des internationalen Forschungsprojektes der Römisch-Germanischen Kommission Frankfurt und der Uni Kiel ist es nun, die Lage dieser Dörfer und die Gesellschaftsstrukturen anhand von archäologischen Funden zu rekonstruieren. „Und dadurch mehr über die Erbauer sowie über die Großsteingräber selbst zu erfahren“, betont der 36-jährige Archäologe.

Neben drei weiteren Regionen – Cuxhaven, Emsland, Rotenburg (Wümme) – rückte auch der Landkreis Oldenburg in den Fokus der Forscher. „Auf dem Ackerflächen um Holzhausen haben ehrenamtliche Sammler bereits steinzeitliche Funde gemacht“, erklärt der Projektleiter. Diese lagern im Oldenburg Landesdenkmalamt und werden dort mit den Fundkoordinaten in Karteien eingepflegt. Nach Untersuchungen der Messer, Pfeilspitzen und Keramikscherben haben die Archäologen daher Hoffnung: „Das Potenzial ist hier in Holzhausen sehr hoch – Zum einen aufgrund der Funde, zum anderen durch der Lage“, so Nösler. Die Aue in unmittelbarer Nähe war bereits damals eine gute Voraussetzung für ein intaktes Dorfleben.

Fast zwei Tage brauchen die Grabungstechniker allerdings, um die gesamte Fläche einzumessen. „Um acht Uhr sind wir angefangen und fahren, bis es dunkel wird“, erklärt Dallaserra. Der nächste Schritt wird nun die Auswertung der Messdaten sein. „Eine umfangreiche Analyse findet im Institut statt“, sagt Nösler. Sollte das Forschungsteam dabei auffällige Strukturen finden, sind kleinere Grabungen im Sommer oder Herbst geplant.

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