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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

„Frauen ziehen noch voll durch“

26.06.2015

Ganderkesee Zur erfolgreichen Unternehmensgründung gehört eine Portion Lebenserfahrung. „Mehr als 40 Prozent der Frauen, die sich von uns beraten lassen, sind in der Gruppe der 45- bis 54-Jährigen“, sagt Claudia Körner-Reuter, Leiterin der Existenzgründungs-Agentur für Frauen (EFA, Wildeshausen). „Das ist eine ganze Menge.“ Zum Vergleich: Die meisten Männer, die eine Firma gründen, sind unter 35 Jahren.

Ein bundesweit gutes Beispiel für eine erfolgreiche Neugründung im mittleren Alter kommt aus Ganderkesee: Heike Arnecke hat sich Ende 2008 mit der Tagespflege „SenioriTa“ selbstständig gemacht. Damals war die gelernte Krankenschwester 54 Jahre alt – und hatte im Bereich Pflege bereits viel Erfahrung gesammelt.

„Schon während der Ausbildung zur Pflegedienstleitung habe ich 1993 meine Abschlussarbeit zur Tagespflege von Senioren geschrieben“, erzählt Arnecke. Doch damals gab es weder eine Pflegeversicherung noch Geld von den Kassen. Das änderte sich 2008. „Das ist etwas für mich“, war Arnecke, zu jener Zeit Leiterin eines Awo-Pflegeheims in Bremen, überzeugt. Gemeinsam mit ihrer Freundin Susanne Kodanek erarbeitete sie ein Konzept.

Tipps von der EFA

Die beiden Jungunternehmerinnen informierten sich über die Gesellschaftsform, besorgten Startkapital und ließen ihre Idee von Heimaufsicht und Pflegekassen prüfen. „Der Landkreis, die EFA, unsere Steuerberaterin und andere haben uns sehr geholfen“, erinnert sich Arnecke, „allein auf die Vereinbarung über die Pflegesätze haben wir lange gewartet.“ Im Dezember 2008 konnten Arnecke und Kodanek die „SenioriTa Tagespflege“ auf dem Gelände des Wohnparks am Fuchsberg eröffnen. Zur Jahreswende 2013/2014 erfolgte der nächste Schritt: „SenioriTa“ zog von der Adelheider Straße in ein eigenes Haus am Privatweg in Ganderkesee.

„Zwei Jahre hat es gedauert, bis wir sagen konnten: Es läuft rund“, erinnert sich Arnecke an die Startschwierigkeiten. Bei der Eröffnung wurde ein Gast betreut; heute kommen täglich 19 Senioren ins schmucke Haus am Privatweg. Auch der Personalstamm ist in den sieben Jahren gewachsen: Sechs feste Mitarbeiter umsorgen die Gäste, darunter eine Köchin.

Und was ist anders bei einer späten Existenzgründerin? „Ich bin ruhiger an die Sache gegangen“, sagt Arnecke. Als Mutter eines erwachsenen Sohnes war die Erziehungszeit abgeschlossen. Es gab die Rückendeckung durch den Ehemann. „Und ich weiß, wie viel Geld für die Pflege benötigt wird.“ Vor hohen Investitionen schreckte das Duo zurück: „Wir haben jeden Pinselstrich in den Räumen am Fuchsberg selbst gemacht und zuerst nur gebrauchte Sachen gekauft.“

Rat an Gründerinnen

Heute gibt Arnecke ihre Erfahrungen an andere Gründer weiter. Regelmäßig hält die 59-jährige Einrichtungsleiterin Vorträge, ist aktives Mitglied im Arbeitskreis des „RKW-Kompetenzzentrums der Wirtschaft“ oder hat Tagespflegegründerinnen im „SenioriTa“-Haus zu Gast. „Erfahrungen, die wir gemacht haben, müssen andere nicht wiederholen“, zeigt sich die Pflege-Expertin mit Berufskolleginnen solidarisch. Und welchen Fehler hat sie gemacht? „Ich habe zu spät als Unternehmerin angefangen“, sagt Arnecke. EFA-Chefin Körner-Reuter sieht das aus einer anderen Perspektive: „Frauen in ihrem Alter ziehen noch mal voll durch!“

Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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