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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Ganderkeseerin Bei Atlas Chefin: Mit Ellenbogen und Überzeugungskraft

18.03.2015

Ganderkesee Frauen in technischen Berufen? Für viele ein Gegensatz, zumal metallverarbeitende Berufe als Männerdomäne gelten. Der Bundestagsbeschluss Anfang März zur Frauenquote in Aufsichtsräten ist dabei ein erster Schritt zur Veränderung. Doch in Ganderkesee sind Frauen in Führungspositionen bei Unternehmen keine Seltenheit.

Die 38-jährige Britta Frey ist ein solches Paradebeispiel. Seit zwei Jahren ist sie als Geschäftsführerin bei der Atlas-Tochterfirma Atlas Spare Parts GmbH in Ganderkesee tätig. Direkt nach ihrer Ausbildung als Wirtschaftsassistentin kam sie zunächst in den Ersatzteilservice des Unternehmens. Nebenberuflich studierte sie Betriebswirtschaft und arbeitet nun in einer absoluten Männerdomäne. Da brauche es teilweise schon Überzeugungskraft, aber auch Ellenbogen, so die 38-Jährige. „Die Akzeptanz ist aber inzwischen da.“ Die vom Bundestag beschlossene Frauenquote sieht Frey als positives Signal.

In der Produktion des Maschinenbauunternehmens Atlas Maschinen GmbH, das rund 400 Mitarbeiter beschäftige, arbeite hingegen nur eine Frau mit, berichtet Personalleiter Holger Kunst. Im Verwaltungsbereich sei das Verhältnis aber gemischt.

Bei der MMB Palfinger (Hoykenkamp) gebe es sehr flache Strukturen mit einem Geschäftsführer, erklärt Personalleiterin Pamela Oestermann. Auch in Führungspositionen seien hier Frauen vertreten. Diese hätten in dem rund 240 Mitarbeiter starken Unternehmen dabei die gleichen Aufstiegschancen wie Männer. Am Ende sei die Qualifikation entscheidend.

Bundestag beschließt Frauenquote in Aufsichtsräten

Die Koalitionsspitzen haben am 6. März die Details einer Frauenquote für die Wirtschaft vereinbart. Ab 2016 müssen demnach 30 Prozent der Aufsichtsratssitze an Frauen gehen – anderenfalls bleiben sie unbesetzt. Dies gilt nur für gut 100 börsennotierte und mitbestimmungspflichtige Unternehmen.

3500 mittlere Unternehmen müssen sich verbindliche Ziele für die Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen setzen. Dies betrifft in der Regel Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern.

„Die Wirtschaft braucht mehr Frauen in Führungspositionen“ – dazu stehe auch die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer (IHK), wie Gert Stuke, Präsident der Oldenburgischen IHK, mitteilt. „Eine verordnete Frauenquote sehen wir hingegen als den falschen Weg. Solche Vorgaben verkennen unternehmerische Realitäten und führen nicht zu leistungsgerechten Besetzungen.“

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Auch Ganderkesees Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas steht der Frauenquote zwiespältig gegenüber. „Wenn Sie mich vor 15 Jahren danach gefragt hätten, hätte ich geantwortet: ,Das brauchen wir nicht. Es geht nach Eignung und Qualität.‘“ Mittlerweile habe sie einen anderen Blick darauf gewonnen. Frauen seien nach wie vor in Führungspositionen weniger vertreten. „Da hat sich in den Jahren nicht viel verändert. Deshalb war der Schritt notwendig, auch wenn ich ihn in der Sache nicht für richtig halte.“

Auch Malermeisterin Britta Jochims favorisiert weniger eine Quote, sondern setzt lieber auf motivierte Mitarbeiterinnen. Die Inhaberin eines Malerfachbetriebes in Hoykenkamp beobachtet dabei immer mehr Mädchen im Handwerksbereich, die auch das nötige Geschick, Teamfähigkeit und Ausdauer beweisen. „Klar muss man auch ein bisschen Ellenbogenmentalität mitbringen“, weiß Jochims aus eigener Erfahrung. Es sei aber einfacher geworden, als noch vor 20 Jahren. „Mädchen sind auf dem Vormarsch“, so Jochims. Das zeigt sich auch in ihrem siebenköpfigen Betrieb: Sowohl Geselle als auch Azubi seien weiblich.

Tanja Henschel Barßel / Redaktion Münsterland
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