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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Denkmalschutz: Frischzellenkur für Ahlers-Hof

31.01.2013

Pestrup Auf dem Dachboden hängen noch alte Tabaksäcke, die hier einst deponiert wurden, um mit ihrem Geruch Nagetiere fernzuhalten. Milchkannen stauben in der Ecke vor sich hin und an der Wand steht der vielleicht älteste Schrank im Landkreis Oldenburg. „Wir haben hier wahre Schätze entdeckt“, freut sich Alexander Flath, seit September 2011 Besitzer des traditionsreichen Ahlers-Hofes in Pestup.

Betrachtet man das schmucke Gebäude von außen, fällt einem am Wirtschaftsgiebel außer der Inschrift 1747 sofort die Abbildung von Sonne, Mond und Sternen ins Auge. Doch nicht nur die faszinierte Alexander Flath und seine Lebensgefährtin Kiri Tippens auf den ersten Blick. „Wir haben einfach etwas Besonderes gesucht“, erklären die beiden übereinstimmend.

Schönheit der Geest

Nach Norddeutschland verschlug es den gebürtigen Sachsen Flath 1998 über seine Mutter Dr. Martina Flath, die das Institut ISPA an der Universität Vechta leitet. „Noch besser als in Vechta gefiel es mir aber in Wildeshausen“, schmunzelt der 31-Jährige, der seit zweieinhalb Jahren in der Kreisstadt wohnt. Schnell konnte der Vertriebsleiter beim SGS Institut Frisenius auch seine 25-jährige Lebensgefährtin Kiri Tippens von den Schönheiten der Geest überzeugen. Die geschichtlich interessierte Hobbyreiterin kann es kaum abwarten, „dass dieser schöne Hof wieder mit Leben erfüllt ist.“

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Seit 1747 wurde der Pestruper Hof von der Familie Ahlers bewohnt. Ältere Wildeshauser werden noch die Schwestern Magdalene und Annemarie Ahlers kennen, die hier bis zu ihrem Tod lebten. Anschließend stand das Gebäude mehrere Jahre leer, bevor sich die Erben zum Verkauf entschlossen.

„Viel länger hätte man mit der Sanierung auch nicht warten dürfen“, betont Stefan Effenberger, beim Landkreis Oldenburg zuständig für den Bereich Denkmalschutz. „Es ist ein Glücksfall, dass dieses schöne Gebäude jetzt aus dem Dornröschenschlaf erwacht“, freut er sich.

Als pflegebedürftig, aber unbedingt erhaltenswert stufte auch der Monumentendienst das Gebäude ein. „Die Substanz des Hauses ist gut, man hat beim Bau auf Qualität gesetzt“, betont Effenberger. Derzeit laufen noch die entsprechenden Anträge bezüglich Bauordnungsrecht und Denkmalschutz. Anfang Februar möchte Flath mit der grundlegenden Sanierung des mehr als 33 Meter langen und fast 13 Meter breiten Wohn- und Wirtschaftsgebäudes beginnen. Der imposante Dielenbereich wird in seiner Größe erhalten. Stück für Stück sollen Fachwerk und statisch relevante Eichenständer denkmalgerecht ergänzt und ausgebessert werden.

Ausdrücklich lobt Flath die Zusammenarbeit mit den Behörden. Schnell und unbürokratisch sei es bisher gelungen, den schwierigen Spagat zwischen alt und neu hinzubekommen.

Alte Isolierung raus

„14 Traktoranhänger Stroh, das als Isolierung diente, haben wir hier rausgeholt“, berichtet Flath und zeigt auf den großen Haufen, der in der Diele liegt. Im Anschluss an die Entkernung des Gebäudes soll das alte Reetdach abgeklopft, gekämmt und neu verdrahtet werden.

Erhalten werden die nostalgischen Fenster, die schon seit rund 100 Jahren ihren Dienst versehen und von innen durch zusätzliche Fensterscheiben ergänzt werden. In das gesamte Haus wird eine Dämmwand gesetzt. „Wir bauen quasi ein Haus im Haus“, sagt Flath. Der Fußboden wird komplett hochgenommen und eine Fußbodenheizung installiert.

Im Anschluss an das Wohnhaus möchte der 31-Jährige die ebenfalls unter Denkmalschutz stehende Längsscheune, die Bleicherhütte, das Backhaus, die Remise, die Querscheune und den Stall sukzessive sanieren. Auf dem 14 000 Quadratmeter großen Gelände möchte Pferdewirtin Kiri Tippens auf Dauer einen Gemüsegarten anlegen und einige Pferde halten.

Soviel Engagement fördert im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten auch der Kreis. „Wir unterstützen dieses Vorzeigeprojekt mit 5000 Euro“, betont Bauordnungsamtsleiter Peter Nieslony.


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Uta-Maria Kramer Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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