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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Frohnatur liebt Kürbis

02.11.2013

Opa, du hast einen Fehler, du kannst nie Nein sagen“, sagte eines der elf Enkelkinder zu seinem Opa Helmut Otte (77). „Dor hett de Jung nich ganz unrecht“, gibt Otte schmunzelnd zu. Sich mit ihm Plattdeutsch zu unterhalten, gepaart mit seinem unverwechselbaren Mutterwitz, macht jedes Gespräch mit ihm zu einem Erlebnis.

Selbst wenn Helmut zu Behörden oder in die Apotheke geht, spricht er Plattdeutsch. Oft bekommt er dann die Antwort: „Ich verstehe kein Wort.“ „Ich übersetze es gerne für Sie“, antwortet er dann lächelnd. Doch nicht nur wegen seiner sympathischen Art oder seiner enormen Hilfsbereitschaft ist Helmut Otte eine Institution in Schönemoor.

Leben im Elternhaus

Der 77-Jährige lebt noch heute in seinem Elternhaus in Nutzhorn, gemeinsam mit Ehefrau Ernestine. Er hat noch drei Geschwister, wobei sein Bruder Hinrich 13 Jahre älter ist. Hinrich hatte in jungen Jahren eine Tanzkapelle gegründet, und Helmut erinnert sich noch genau daran, dass dadurch im Hause Otte immer etwas los war.

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Helmut kann Klavier und Akkordeon spielen, beides hat er sich selbst beigebracht. Er sitze jeden Abend auf der Bettkante und spiele nur für sich auf dem Akkordeon.

Bei einem Besuch in Schwerin besichtigte er einst die dortige Kirche, und Helmut äußerte den Wunsch, dort einmal auf der Orgel spielen zu dürfen. Die Verantwortlichen willigten schließlich ein und waren ganz begeistert, als Helmut Otte „Lobet den Herren“ spielte, obwohl er bis heute keine Noten lesen kann.

In seiner Schulzeit hat er es den Lehrern nicht immer leicht gemacht, wie Helmut mir erzählte. So manches Mal bekam er dann die strenge Hand der Lehrer zu spüren. Als jüngster der drei Otte-Söhne übernahm Helmut anschließend den landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern.

Obwohl er eine Frohnatur ist, wird er Silvester 1972 wohl nie vergessen. In dem noch neuen Stall waren alle Schweine an Schweinepest erkrankt und wurden an diesem Tag vom Hof geholt, um dann notgeschlachtet zu werden: „Das war schon schlimm.“ Da er aber immer positiv eingestellt ist, überstand er diesen Rückschlag sehr schnell.

Vorfreude auf Kürbisernte

Der landwirtschaftliche Betrieb war nicht sehr groß, und da seine vier Kinder alle einen anderen Beruf gewählt hatten, gab Helmut 1988 die Landwirtschaft auf und wurde bei der Molkerei „Botterbloom“ vom Unternehmer zum Arbeitnehmer – bis zu seiner Pensionierung.

Jedes Jahr im Herbst freut sich Helmut Otte nun auf seine Kürbisernte. Geschnitten und zerkleinert werden die Früchte an verschiedene Bäckereien in der Umgebung geliefert. Zusammen mit Harm Ehlers veranstaltete Helmut mehrere Jahre auf seinem Hof das beliebte „Kürbisfest“ – er ist nämlich immer gerne da, wo etwas los ist.

Schon als kleiner Junge spielte er beim weihnachtlichen Krippenspiel mit, und als junger Mann war er zwölf Jahre aktiv bei der Theatergruppe Schönemoor. „Ich war immer der junge Liebhaber und habe ewig geheiratet“, blickt Helmut gerne an diese Zeit zurück. Als Helmut gerade 32 Jahre alt war, wurde er auserkoren, den Vorsitz vom Schützenverein zu übernehmen. „Eigentlich wollte ich nur als Übergang ein Jahr das Amt übernehmen, aber dann sind es doch 20 geworden.“

Diese Jahre haben dem Schützenverein sichtlich gut getan, denn die Mitgliederzahl wuchs in seiner Zeit von 120 auf 360. Zu diesem Amt gehörte auch dazu, auf Geburtstagen, Hochzeiten oder Trauerfeiern Reden zu halten – immer der Situation angemessen. Am liebsten hält Helmut seine Reden aus dem Stegreif, frei und meistens auf Plattdeutsch. Mittlerweile ist Helmut wohl auf über 500 Reden gekommen. Gerade seine Trauerreden finden großen Zuspruch, und so ist es schon vorgekommen, dass „Ottes Grabreden“ schon zu Lebzeiten „vorbestellt“ wurden.

Große Familie

Der Kameradschaftsbund Schönemoor kam 1998 kurz vor seinem 100-jährigen Bestehen in Turbulenzen. Jetzt musste die Schönemoorer Allzweckwaffe Helmut Otte wieder ran. „Auch hier wollte ich den Vorsitz nur für das Jubiläumsjahr übernehmen, aber daraus sind mittlerweile auch wieder 14 geworden.“

In unserem Gespräch kommt immer wieder seine soziale Ader durch. So möchte Helmut demnächst in Altenheime gehen und dort den Bewohnern mit Musik und seinen Anekdoten ein paar schöne Stunden bescheren.

Bei allem Engagement gehört seine ganze Leidenschaft aber seiner großen Familie. Dazu zählen außer seiner Ehefrau und seinen vier Kindern auch elf Enkel sowie vier Ur-Enkel. Während unseres Gespräches sagte Helmut Otte einen Satz, der mich tief beeindruckt hat: „Wer mit einem frohen Herzen geboren wird, ist ein reicher Mensch.“

Helmut Otte,Vorsitzender des Kameradschaftsbundes Schönemoor

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