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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Für Kreienborg geht’s um die Wurst

10.10.2013
NWZonline.de NWZonline 2015-07-22T15:17:15Z 280 158

Hähnchenschlachterei:
Für Kreienborg geht’s um die Wurst

Wildeshausen/Ahlhorn Walter Kreienborg fühlt sich missverstanden. „Wir sind doch ein seriöses Unternehmen, das für mehr als 110 Jahre Qualität steht“, sagt er. Auch nach der monatelangen Diskussion um den Neubau seines Schlachthofes in Ahlhorn (NWZ  berichtete) will er nicht in einen Topf geworfen werden mit Agrarindustriellen, mit Werkvertrags-Ausbeutern und Billigfleisch-Produzenten. „Wir sind auf vielen Märkten mit unseren Produkten, die Menschen kennen uns doch“, sagt der Wildeshauser Unternehmer.

Aus seiner Sicht gibt es nur gute Gründe für die Betriebsverlagerung nach Ahlhorn. „So wie in Wildeshausen kann man nicht weiter produzieren. Wir müssen in allen Bereichen investieren und modernisieren.“ Den Betrieb direkt neben die Putenschlachterei Heidemark zu verlagern, sei die beste Lösung für alle. „Ich werde 170 Mitarbeiter von Wildeshausen mitnehmen und 100 neue einstellen“, verspricht er. Werksverträge werde es dabei nicht geben. Den Anteil der Stammbelegschaft gibt Kreienborg mit 75 Prozent an, der Rest seien Zeitarbeiter.

Im Streit um die Anschlussbefreiung an die öffentliche Kläranlage habe der Unternehmer bereits nachgegeben. Täglich 700 Kubikmeter Wasser wolle er dort klären lassen. „Damit ist die Anlage wieder ausgelastet, und die Gebühren für die Ahlhorner können um 15 Prozent sinken“, verspricht Kreienborg.

Befürchtungen von zusätzlichem Verkehr weist er zurück. Wenn man mit Heidemark gemeinsam ein Kühllager baue, würden die Transporte sogar weniger werden. Heidemark müsste sein Geflügel nicht mehr in Kühlhäuser der Region transportieren.

Auch bei der Menge der täglich zu schlachtenden Tiere hat Walter Kreienborg zurückgerudert. „Wir beschränken uns auf einen Ein-Schicht-Betrieb, das bedeutet eine Kapazität von 120 000 Hähnchen.“ Weniger mache keinen Sinn, denn die Maschinen würden den Takt vorgeben. „Wenn ich bei 30 000 Tieren bleiben würde, dann hätten die Mitarbeiter nur für zweieinhalb Stunden Arbeit.“

Im Gegensatz zu den Schlachthof-Gegnern geht er nicht davon aus, dass massenhaft neue Hähnchenställe gebaut werden. „Die Mäster aus der Region wandern dann zum Schlachten nicht mehr bis nach Holland ab.“

Für Kreienborg geht’s im wahrsten Sinne des Wortes um die Wurst. Doch er glaubt fest, „dass die schweigende Mehrheit für einen seriösen Investor aus der Nachbarschaft“ ist.

Falls es in Ahlhorn mit der Ansiedlung nicht klappen sollte, will Kreienborg anderswo bauen. Wo? Dazu will er noch nichts sagen. Aber auf jeden Fall in den Landkreisen Vechta, Cloppenburg oder Oldenburg. Drei bis fünf Hektar braucht er. Das Stammhaus in Wildeshausen hat nur eine Fläche von 1,2 Hektar. „Und da wir mitten in einem Wohngebiet leben, ist es auch nicht entwicklungsfähig.“

Der alte Firmensitz an der Goldenstedter Straße könnte Platz schaffen für ein neues stadtnahes Wohngebiet. Doch so weit will Walter Kreienborg noch nicht denken. Er hat erst mal nur den 4. November im Blick, dann soll das Ergebnis der Bürgerbefragung vorliegen.

 Leserbriefe zum Thema auf Seite 36