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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

75 Jahre In Der Feuerwehr: Ganderkeseer leistet Pionierarbeit für mehr Sicherheit

09.01.2019

Ganderkesee Nicht ganz freiwillig begann die Feuerwehrkarriere von Paul Heise. 1943 wurde der damals 14- und heute 90-Jährige über die Hitlerjugend zum Dienst in der Feuerwehr in Lötzen (heute Giżycko in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren) verpflichtet. „Die älteren waren ja alle im Krieg“, erinnert sich Paul Heise, der am Freitag für 75-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr geehrt wurde. „Damals kriegten wir eine Mütze, eine Jacke und dann waren wir Feuerwehrmänner.“

In den Wirren der Kriegs- und Nachkriegsjahre machte Heise an verschiedenen Orten Station. Doch egal, wo er war: Die Feuerwehr hat ihn seit seinem Zwangseintritt eigentlich immer begleitet. Auch 1957, als er nach Ganderkesee zog. „Kaum hatte ich hier Fuß gefasst, stand schon der damalige Ortsbrandmeister vor der Tür“, erinnert er sich. „Willst du nicht bei uns eintreten?“, habe der Ortsbrandmeister ihn gefragt. Und Paul Heise wollte – und was er in den Jahren erarbeitete, wirkt bis heute nach.

Stets im Austausch

Schnell wurde Paul Heise zu dem, was man heute Sicherheitsbeauftragter nennt. Erst in der Ortswehr, dann für die Gemeindefeuerwehren und schlussendlich auf Kreisebene. „Ich hatte absolut keine Ahnung und musste mir das alles erst aneignen“, erinnert er sich. „Unfallvertrauensmann“ hieß das damals vor rund 60 Jahren noch – und es war ein Stück weit Pionierarbeit. „Ich habe mich viel mit den anderen Beauftragten in der Wesermarsch oder anderer Landkreise getroffen und ausgetauscht“, so Heise. Zusammen lernte man, erarbeitete die Grundlagen und versuchte, die Arbeit der Feuerwehr sicherer zu machen.

Sich selbst zu bilden und weiterzuentwickeln, zieht sich auch privat durch das Leben von Paul Heise. Seine berufliche Karriere begann in der Landwirtschaft, später arbeitete er in den Delmenhorster Linoleumwerken. Erst direkt im Betrieb, dann bildete er sich im Fernstudium weiter und wechselte in die Verwaltung. „Nichts machen, gibt es für mich nicht“, sagt er. Auch in der Rente blieb und bleibt er aktiv: Er drechselt unter anderem Möbel.

Nie stehengeblieben

Doch nicht nur Paul Heise hat sich immer weiter entwickelt, auch die Feuerwehr blieb nicht stehen. Denkt er an die Anfänge zurück, gibt er zu, „damals hätten wir uns nicht vorstellen können, wie sehr sich die Technik und die Herausforderungen weiterentwickeln“. Die Ausrüstung der damaligen Zeit ist kaum mit der heutigen vergleichbar. Die Motorisierung der Feuerwehren fing erst langsam an, Heise selbst hat in seinen ersten Feuerwehrjahren noch Pumpwagen mit der Hand bedient – wie Draisinen muss man sich das vorstellen. Wegen neuer Ausrüstung legte sich Heise auch erstmals mit der Verwaltung an. Diese wollte Baumwolljacken anschaffen, weil diese günstiger waren als die Alternativen aus reiner Wolle. „Dafür standen die aber auch wie ein Brett, sobald die nass wurden, und die brannten auch, wenn sie Feuer abbekamen.“ Paul Heise forderte die teurere Alternative – und setzte sich durch.

Mit Leib und Seele

Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass er sich mit einer Verwaltung angelegt hat. Durchsetzen konnte er sich nicht immer, aber häufig. „Wenn mir was falsch vorkam, dann habe ich das stets gesagt.“ Das galt aber nicht nur gegenüber der Verwaltung, sondern auch gegenüber den eigenen Leuten. „Da gab es schon manchmal eine etwas deutlichere Aussprache“ erinnert er sich.

Mehr als zehn Jahre war Paul Heise als Kreissicherheitsbeauftragter der Feuerwehren tätig, bis er mit 63 Jahren in die Altersabteilung wechselte. „Ich war Feuerwehrmann mit Leib und Seele“, sagt Paul Heise. Ob er stolz auf das sei, was er alles erreicht und angeschoben habe? „Ich rede nicht gerne von Stolz“, betont Paul Heise. „Aber ich freue mich natürlich, dass das, was wir angefangen haben, bis heute Bestand hat“, gibt er mit Blick auf die weiterhin tätigen, neuen Generationen von Sicherheitsbeauftragten zu. Von seiner Ehrung am vergangenen Freitag wusste Paul Heise natürlich im Vorfeld. „Aber dass da so ein Aufhebens gemacht wird, das hat mich dann doch überrascht“, gibt er zu – und man merkt ihm die Freude dann doch an.

Zur Feuerwehr Ganderkesee, deren Seniorenabteilung er mit ins Leben rief („Damit man auch mal Klönschnack halten kann!“), fühlt er sich weiter zugehörig. „Wenn was ist, nehme ich immer noch gerne teil, wenn ich kann.“

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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