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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Arbeiterwohlfahrt In Ganderkesee: Ambulante Pflege weiter unterfinanziert

23.05.2019

Ganderkesee Der Streit zwischen Krankenkassen und den ambulanten Pflegediensten der sogenannten ACDK-Gruppe (Awo, Caritas, Diakonisches Werk und kommunale Sozialstationen) endete in einem Schiedsverfahren, das den Diensten eine Erhöhung von Leistungsvergütungen und Wegepauschalen zusprach. Aber wie geht es für die Awo jetzt konkret weiter?

Finanzierung reicht nicht

„Der Zustand hat sich nicht grundlegend geändert“, sagte der Vorsitzende des Awo-Bezirksverbands, Harald Groth, in einen Gespräch mit der NWZ am Mittwoch. „Für uns als Arbeitgeber sind die Wegepauschalen nach wie vor nicht ausreichend. Das war bisher nur ein ,Schluck aus der Pulle’.“

Die Awo wolle gerne ihr bisheriges ambulantes Pflegeangebot weiterführen, dazu bedürfe es aber einer besseren Refinanzierung seitens der Krankenkassen. „Wir wollen ja keine Gewinne erwirtschaften“, sagte Groth, „aber wir müssen am Ende zur schwarzen Null gelangen.“

Eine gemeinsam mit den anderen Mitgliedern der Gruppe erstellte Kalkulationspauschale über die Wirtschaftlichkeit der Dienste hatte nicht den gewünschten Erfolg. Groth: „Wir waren doch sehr erstaunt, dass die Kassen das nicht anerkannt haben.“

Anfang nächsten Jahres gehe der Streit daher weiter. „Wir werden Anträge stellen für eine auskömmliche Refinanzierung“, erklärte Groth. Den Klageweg schloss er dabei nicht aus, falls weitere Vergleiche nicht zu einer Einigung mit den Kassen führen sollten.

Ganderkesee im Minus

Für den Standort Ganderkesee bedeutet das konkret, dass anfallende Kosten für die ambulante Pflege nach wie vor nicht gedeckt sind. „Bis Anfang kommenden Jahres werden wir hier rote Zahlen schreiben“, sagte Groth. „Dazu setzen wir vorübergehend eigene Mittel ein. Das ist aber keine Kritik am Team vor Ort.“

Die Awo hat derzeit 45 Mitarbeiter in Ganderkesee und betreut insgesamt 169 Patienten ambulant, zwei davon palliativ. „Das sind elf Touren morgens, sechs bis sieben Touren nachmittags“, sagte Nicole Monenschein, Leiterin der Ambulanten Dienste. „Nach drei Minuten sind unsere Fahrten bereits nicht mehr gedeckt.“ Ein ambulanter Einsatz in Bookholzberg habe daher keine Chance, finanziell auskömmlich zu sein. „Und da sind Tanken oder Unwetter noch nicht einmal mit berücksichtigt“, so Monenschein.

Im ländlichen Raum mache sich in der ambulanten Pflege zudem eine Veränderung der gesellschaftlichen Strukturen bemerkbar. „Wir haben immer mehr Single-Haushalte“, erklärte Monenschein, „wo es keine Angehörigen vor Ort gibt, die zur Verfügung stehen.“

Der Awo falle deshalb eine wichtige Aufgabe zu, betonte Groth. „Ambulante Dienste sind wichtig für ein selbstbestimmtes Leben von Pflegebedürftigen und chronisch Kranken.“ 75 Prozent der rund drei Millionen Pflegebedürftigen, die es derzeit gibt, möchten zuhause bleiben. „Dass diese Bedürftigen alle Verträge bekommen, ist Pflicht der Kassen“, sagte er. Es gelte zu verhindern, dass Leute in Pflegeheimen landeten, die dort nicht hin müssen oder wollen.

Aktuell sei es sehr schwierig, alle Anfragen zu bedienen, sagte Monenschein. „Wir haben immer komplexere Entlassungen aus Krankenhäusern, da gibt es einen großen Bereich an Fällen, die nur schwer zu fassen sind.“

Arbeitsplätze sind sicher

Sorge um den eigenen Arbeitsplatz müsse aber kein Awo-Mitarbeiter haben, auch nicht in Ganderkesee. „Wir bleiben im Angebot und wollen weiterhin ein verlässlicher Arbeitgeber sein“, sagte Harald Groth. „Die Arbeitsplätze bleiben sicher.“

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Die Awo werde auch nicht außertariflich ausweichen, erklärte er weiter. „Es wird kein Lohndumping zum Wohle der Kassen geben.“

„Die Versorgung ist uns wichtiger als Gewinn“, bekräftigte auch Verbandsgeschäftsführer Thore Wintermann. „Wenn wir die ambulante Pflege komplett dem Markt überließen, bräche alles weg. Akteure wie die Gemeinnützigen müssen deshalb weiterhin einspringen.“

Arne Haschen Redakteur / Redaktion Norden
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