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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Artenschutz-Projekt In Ganderkesee: „Bienenglück“ bereits in bunter Blüte

02.06.2020

Ganderkesee Eigentlich böte das „Bienenglück“ schon jetzt reichlich Anlässe für Führungen zu unterschiedlichen Themen, aber wegen der Pandemie-Beschränkungen dürfen die Initiatoren des Artenschutz-Projekts derzeit noch keine Gruppenveranstaltungen anbieten. Das Programm für das zweite Jahr befindet sich folglich noch in der Warteschleife.

Zu zweit oder mit der Familie über das Feld zu schlendern ist indes zulässig – und keineswegs langweilig. Der Ganderkeseer Landschaftsökologe Dr. Klaus Handke ist begeistert, wie sich die Flora bereits im Mai entwickelt hat. Etwa auf der Hälfte der insgesamt vier Hektar, die Landwirt Onno Osterloh am Bürsteler Fuhrenkamp zur Verfügung gestellt hat, sprießt das Ergebnis der Aussaat im Mai 2019. „Was im ersten Jahr schlecht angelaufen ist, präsentiert sich jetzt so toll!“, sagt Handke und zeigt auf eine Fläche, auf der aktuell Margerite, Phacelia, Ringelblume und Kornblume blühen. Mittendrin zahllose Insekten, darunter Arten, die auch der erfahrene Naturkundler in Norddeutschland bislang selten gesehen hat – der Hummelschwärmer etwa.

FDP: „Hotspot der Artenvielfalt“

Einen Ortstermin des Ausschusses für Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz am „Bienenglück“ wünscht sich die Ganderkeseer FDP-Fraktion. „Es handelt sich hier um ein überregional bekanntes, naturschutzrelevantes Projekt“, begründet Fraktionschefin Marion Daniel den Antrag.

Das Projekt sei ein „Hotspot der Artenvielfalt“ und ein paradiesischer Lebensraum für Insekten und Vögel geworden, so Daniel weiter. Zudem sei die Blumenwiese nicht nur von Gruppen und Schulklassen besucht worden, sondern auch Saatguthersteller hätten dort Erfahrungen gesammelt. „In diesem Jahr wurde das Projekt weiterentwickelt und neben den Initiatoren arbeitet auch eine Studentin der Universität Oldenburg mit, um die Insektenbestände regelmäßig zu evaluieren.“

Die Erfahrungen aus dem Projekt sollen nach Ansicht der FDP auch in eine Pflanzliste eingehen, die die Gemeindeverwaltung zusammen mit dem Kommunalservice Nordwest für die bodendeckende Bepflanzung erarbeitet hat.

Auch auf Vögel und Fledermäuse wirkt das üppige Nahrungsangebot anziehend. So habe er im „Bienenglück“ Goldammer, Gartenrotschwanz, Baumpieper und Neuntöter – allesamt gefährdete Arten – beobachtet, erzählt Handke. Ein auf Fledermäuse spezialisierter Mitarbeiter sei gerade „hellauf begeistert“ zurückgekehrt, nachdem er sechs Arten beobachtet habe, vier davon besonders gefährdete. „Das ist ein echtes Qualitätsmerkmal“, ist Handke überzeugt.

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Andere Bereiche des Feldes sind derzeit noch weitaus weniger von der Fauna umschwärmt, dort sprießt jetzt das, was in diesem Jahr neu ausgesät wurde. Insgesamt 55 Arten wurden auf kleinen Parzellen separiert gesät, um herauszufinden, was unter welchen Pflegemaßnahmen am besten gedeiht. Auch Saatguthersteller haben großes Interesse an den Ergebnissen.

„Wir wollen erreichen, dass hier ganzjährig etwas blüht“, erklärt Onno Osterloh, der auf der Fläche am Bürsteler Fuhren vorher Mais, Gerste und Weizen angebaut hat. Aus Sicht der Landwirtschaft seien Blühwiesen durchaus eine Option, wenn ungenutzte Flächen „nicht einfach zu Brennnesselflächen verkommen“, sondern „vernünftig entwickelt“ würden. „Wenn wir in Ganderkesee 15 bis 20 solcher Flächen hätten, würde es hier in puncto Artenvielfalt anders aussehen“, ist Handke überzeugt.

Doch eine Fläche nicht zu bewirtschaften, kostet die Landwirte Geld. Das „Bienenglück“ ließ sich durch Patenschaften und Sponsoring realisieren. Im zweiten Jahr ist die Unterstützung – nicht zuletzt aufgrund der Corona-Krise – allerdings deutlich eingebrochen. „Wir legen im Herbst fest, wie es weitergeht“, sagt Onno Osterloh über das eigentlich auf fünf Jahre angelegte Vorhaben.

Erste Erfolge zeigen sich unterdessen in jenem Bereich des Feldes, den der Landwirt, aufgeteilt in 15-Quadratmeter-Parzellen, seit Kurzem kostenfrei Hobby-Bauern für den Kartoffelanbau zur Verfügung stellt: Auf einigen der Teilflächen ist bereits etwas Grün zu sehen. Auf anderen sei nach dem Pflanzen nicht genügend rückverfestigt worden, erklärt Osterloh.

Karoline Schulz Redakteurin / Redaktion Ganderkesee
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