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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Ausbildung: Kaum einer will noch backen

22.06.2018

Ganderkesee Nicht mehr lange, und das neue Ausbildungsjahr startet. Doch viele Betriebe bleiben ohne Azubi. 377 von gemeldeten 658 Lehrstellen im Landkreis Oldenburg sind unbesetzt. Das zumindest ist der Stand Ende Mai, sagt Claudia Zimmermann, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven. 416 Bewerber sind in diesem Berichtsjahr, also seit Oktober, ohne Stelle.

Die Bewerberrelation beträgt also 0,87 – eigentlich ein gutes Verhältnis. Das dennoch so viele Stellen unbesetzt bleiben, liege zum einen daran, dass darunter auch Jugendliche sind, die sich mittlerweile entschieden haben, weiter zur Schule zu gehen.

Zudem spielen natürlich die Interessen der Jugendlichen eine große Rolle, die sich laut der Pressesprecherin in den vergangenen 20 Jahren nicht viel verändert haben. Beliebt sind Ausbildungsplätzen im Einzelhandel, weniger attraktiv Stellen als Bäcker, Fleischer oder Koch. „Mit dem Einzelhandel kommen Schüler im Lebensalltag in Berührung. Sie kommen dann eher auf die Idee, so einen Beruf zu ergreifen“, sagt Zimmermann. Fleischereien hätten schon lange Nachwuchssorgen, bei Bäckereien habe das Problem in den vergangenen Jahren zugenommen, da immer mehr Backstuben aus den Ortskernen ziehen würden. „Sie bauen neue, größere Backstuben in Gewerbegebieten. Da brauchen die Auszubildenden ein Auto, um da nachts hinzukommen.“ Einige Jugendliche schrecke auch das frühe Aufstehen ab.

Im Gastronomiebereich sei ebenfalls die unattraktive Arbeitszeit ein Problem. „Köche arbeiten spät und an Tagen, an denen andere frei haben. Weihnachten ist ist man derjenige, der es anderen schön macht“, sagt Zimmermann.

Sabine Tönjes, Geschäftsführerin der Ganderkeseer Landbäckerei Tönjes, kennt das Problem unbesetzter Lehrstellen in der Backstube. Der frühe Arbeitsbeginn sei zwar nicht attraktiv, dafür hätten die Azubis aber früher Feierabend als andere. Auf gute Noten lege die Firma Tönjes weniger Wert, wichtiger seien ein gutes Arbeits- und Sozialverhalten und möglichst keine unentschuldigten Fehltage. Sabine Tönjes wirbt mit guten Aufstiegsmöglichkeiten. Die Auszubildenden könnten später mit Zusatzqualifikationen unter anderem Ernährungsberater werden oder eine Filiale leiten.

Hergen Kämena, Geschäftsführer von „Müllers Wurstdiele“ in Heide, bietet in diesem Jahr zwar keinen weiteren Ausbildungsplatz an, die eine Lehrstelle als Fleischer ist besetzt, er kann die schwierige Suche nach geeigneten Azubis aber nur bestätigen. Um den Beruf attraktiver zu machen, denkt er gerade über eine Kooperation mit einem Industriellen nach. Zusammen wollen sie die Ausbildung zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik anbieten.

Generell sei ein Problem, dass viele Betriebe in den vergangenen Jahren immer höhere Schulabschlüsse gefordert hätten, sagt Claudia Zimmermann. Davon würden zwar viele Betriebe wieder abrücken, viele Jugendliche würden aber mittlerweile länger zur Schule gehen, um sich weiter zu qualifizieren. Für viele Berufe sei das auch sinnvoll, da die Anforderungen steigen würden: Aus dem Elektriker ist der Elektroniker geworden, aus dem Kfz-Mechaniker der -Mechatroniker. Andere würden hingegen weiter zur Schule gehen, weil sie noch unschlüssig sind, welcher Job der Richtige ist.

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Natürlich spiele auch der demografische Wandel eine Rolle. Allerdings seien auch immer mehr Zuwanderer und Geflüchtete unter den Auszubildenden. Solange die nötigen Sprachkenntnisse vorhanden seien, würden die Betriebe den Bewerbern gerne eine Chance geben.

Ein Tipp von Claudia Zimmermann ist, auch über die Ortsgrenzen hinweg zu suchen: „Natürlich ist es angenehm, den Ausbildungsplatz vor der Haustür zu finden. Aber letztendlich geht es ja darum, dass man sich in dem Beruf und dem Betrieb wohlfühlt.“

Sonja Klanke Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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