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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Vollzeit? Teilzeit? Elternzeit?

24.09.2019

Ganderkesee Ein Schild mit der Aufschrift „Welcome back“ steht auf dem Schreibtisch von Alexandra Cordes. Vor einer Woche ist die 36-Jährige aus der Elternzeit an ihren Arbeitsplatz im Edelstahl-Verkauf bei Starofit zurückgekehrt. „Es ist schön, zurück zu sein“, sagt sie.

Firma zahlt Kita-Gebühr

Der Betrieb in Ganderkesee hat der Mutter von zwei Kindern im Alter von einem und drei Jahren die Rückkehr ins Arbeitsleben leicht gemacht. Für Beschäftigte mit kleinen Kindern übernimmt das Unternehmen die Gebühren für die Krippen-Betreuung. „Das ist eine nette Unterstützung, über die man sich freut“, sagt Alexandra Cordes. Auch bei den Arbeitszeiten wurden ihre Wünsche berücksichtigt. Die Groß- und Außenhandelskauffrau arbeitet wöchentlich 20,5 Stunden, die sich auf vier Tage verteilen. Normalerweise beginne ihre Arbeit um 8 Uhr, erläutert sie. „Doch da ich meine Kinder vor der Arbeit in die Krippe und den Kindergarten bringe, darf ich um halb neun anfangen.“

Elternzeit für Väter

Alexandra Cordes ist kein Einzelfall: „Wir schaffen es nahezu immer, Teilzeitkräfte zu integrieren“, sagt Kai Beecken, einer der Geschäftsführer von Starofit. Es gebe viele junge Arbeitnehmer, die mit dem Unternehmen gewachsen seien. Familienfreundliches Denken gehöre deshalb zur Arbeitgeber-Attraktivität von Starofit. „Wir bieten Leistungen, die es den Mitarbeitern finanziell leichter machen, nach der Elternzeit an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren.“ So sei es bereits vor der Abschaffung der Kindergarten-Gebühren üblich gewesen, dass das Unternehmen diese übernimmt. Zudem sei es gang und gäbe, dass auch Väter zwei Monate Elternzeit nehmen würden. Die Familienfreundlichkeit erfordert nach Erfahrung von Kai Beecken allerdings Organisation und gute Absprachen.

Firmen Attraktiver für Beschäftigte

Ein familienfreundliches Arbeitsumfeld macht Unternehmen für Beschäftigte attraktiver. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln.

Mehr Geschäftsleitungen und Personalverantwortliche erkennen das: Laut Studie sind für 83 Prozent von ihnen familienfreundliche Maßnahmen wichtig. Vor drei Jahren waren es noch 77 Prozent.

In acht von zehn Betrieben können die Beschäftigten ihre Arbeitszeit individuell mit den Führungskräften abstimmen. Besonders die Väter sind in den Fokus von Fördermaßnahmen gerückt.

Flexibilität zahlt sich aus

Doch es zahlt sich aus, auf die Bedürfnisse von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Kindern einzugehen. Diese Erfahrung hat Lukas Bäcker, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Meyer-Technik, gemacht. „Die Flexibilität, die wir geben, kriegen wir zurück“, sagt er. Demnach sind Beschäftigte mit flexiblen Arbeitszeiten im Gegenzug bereit, bei Bedarf Vertretungen zu übernehmen. Meyer Technik setzt ebenfalls auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Wir haben viele Teilzeitkräfte“, sagt Bäcker. Auch in der Führungsebene sei es möglich, Elternzeit zu nehmen. Zudem werden die Familien der rund 200 Mitarbeiter bei Festen eingebunden. Außerdem gibt es Firmen-Fitness, die auch der Partner nutzen kann. Bäcker hält ein familienfreundliches Arbeitsumfeld für wichtig, um Fachkräfte zu gewinnen. „Es wird auf Dauer nicht funktionieren, wenn Unternehmen sich dagegen sperren.“

Mehrere Teilzeit-Modelle

In Branchen, in denen traditionell viele Frauen arbeiten, sind Teilzeit-Arbeitsmodelle an der Tagesordnung. Dazu gehört die Vereinigte Volksbank in Ganderkesee und Hude. Etwa ein Drittel der Beschäftigten seien Teilzeit-Kräfte, sagt Personalsachbearbeiterin Irma Rüscher. Je nach Arbeitsbereich gibt es auch in der Bank flexible Lösungen. Es gebe Mitarbeiterinnen, die nur vormittags arbeiten würden. Andere dagegen hätten in der Woche zwei kurze und zwei lange Tage sowie einen freien Tag.

Auch die wöchentliche Arbeitszeit richtet sich nach individuellen Absprachen. Die Spanne liege zwischen zwölf und 30 Stunden. Die Arbeitsmodelle sind nach Auskunft von Irma Rüscher allerdings auch davon abhängig, ob jemand im Kundengeschäft arbeitet.

Einsatzpläne frühzeitig

Da Märkte wie Famila in Ganderkesee an sechs Tagen in der Woche von morgens bis abends geöffnet sind, ist Familienfreundlichkeit eine besondere Herausforderung. Doch auch bei Famila wird nach Auskunft von Pressereferentin Martina Monsees versucht, auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter abgestimmte Arbeitszeiten zu ermöglichen. In Abhängigkeit von der Realisierbarkeit im jeweiligen Markt gebe es die Möglichkeit, die wöchentliche Arbeitszeit auf zwei bis fünf Tage zu verteilen. Auch die tägliche, wöchentliche oder monatliche Stundenanzahl könne variieren. In den Märkten des Unternehmens Bünting wird laut Monsees zudem darauf geachtet, dass Einsatzpläne mit vier Wochen Vorlauf bekannt gegeben werden.

Antje Rickmeier Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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