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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Bon-Pflicht In Ganderkesee: Der Zwang zum Kassenzettel

21.11.2019

Ganderkesee Ein Kassenbon gehört im Supermarkt zum Einkauf dazu, aber beim Bäcker, an der Pommesbude oder am Glühweinstand wechselt Geld den Besitzer in der Regel ohne Beleg. Das soll sich ab dem 1. Januar 2020 ändern: Händler mit elektronischen Kassensystemen müssen dann für jede Transaktion einen Beleg ausgeben.

Eine bessere Lösung finden

Besonders betroffen davon sind Bäckereien, die viele Verkäufe mit kleinen Summen haben. „Das ist unsinnig, da muss eine bessere Lösung gefunden werden“, sagte Antje Krützkamp-Kubainsky, Geschäftsführerin der Bäckerei Krützkamp. „Es ist wichtig, dass wir jetzt auf das Problem aufmerksam machen, damit eine Änderung erwirkt werden kann.“ Es könne nicht sein, so Krützkamp-Kubainsky, dass durch viele tägliche Bon-Ausdrucke der umweltschädliche Einwegbecher für Kaffee im Grunde wieder eingeführt werde.

Eimer voller Kassenbons

Die zu erwartende Abfallmenge an Bon-Papier, das aufgrund des Thermodruckverfahrens umweltschädlicher ist als normales Papier, ist für Krützkamp nicht unerheblich: „Wir haben im Sommer testweise jeden Bon am Tag ausgedruckt“, erklärte Verkäuferin Annika Steiner in der Ganderkeseer Filiale. „Da musste ich alle paar Stunden den Mülleimer leeren.“ Sie befürchtet zusätzlich auch, dass Kunden genervt sein werden, wenn zu jedem Kauf ein Bon angeboten werden muss, vor allem wenn es viel Andrang gibt, wie es am Wochenende oft der Fall sei.

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Der gesetzliche Hintergrund

Die Bon-Pflicht ist ein Teil des Gesetzes zum Schutz vor Manipulation von digitalen Grundaufzeichnungen, umgangssprachlich „Kassengesetz“ genannt.

Alle elektronischen Kassensysteme müssen ab 2020 mit einer zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) manipulationssicher gemacht werden. Alle getätigten Umsätze müssen digital für das Finanzamt auslesbar sein.

Eine Übergangsfrist gibt es für Kassen, die nicht aufgerüstet werden können und zwischen dem 26.11.2010 und dem 31.12.2019 angeschafft wurden, bzw. werden. Diese können noch bis zum 31.12.2022 benutzt werden.

Für andere Händler kein Thema

Nicht alle Händler sind von der Bon-Pflicht gleichermaßen betroffen. „Für uns ist das noch kein Thema“, sagte der Vorsitzende der Werbegemeinschaft „Wir in Bookholzberg“, Dietmar Mietrach, da viele Standbetreiber auf Märkten nach wie vor keine elektronische Kasse benutzen.

Bei den Mitgliedern der Gemeinschaft gebe es dennoch Unverständnis über die Regelung. „Wenn man etwas Kleines für wenige Euro kauft, muss man doch nicht zwingend einen Bon haben“, fand Mietrach. „Wir würden begrüßen, wenn darauf verzichtet werden kann, auch mit Hinblick auf den Umweltschutz.“

Keine Wahl beim Ausdrucken

Bereits jetzt gibt es aber auch schon Wochenmarktstände, die automatisch einen Bon ausgeben. „Bei unserer Registrierkasse mit Waage können wir das gar nicht mehr anders“, erklärte Kirsten Bruns, die mit ihrem Mann Stefan einen Gemüsehof in Bergedorf betreibt. Seit zwei Jahren ist das Gerät bereits im Einsatz, Bedarf an Kassenzetteln gebe es aber kaum. „Die meisten Kunden sagen, dass sie den nicht brauchen.“ Bruns kritisierte auch den Umweltaspekt bei der Bon-Pflicht. „Schön ist das nicht. Auf der einen Seite sollen wir Tüten und Verpackung einsparen und jetzt produzieren wir da wieder viel Abfall.“

Arne Haschen Volontär, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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