• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Manager soll beim Sparen helfen

10.11.2017

Ganderkesee /Bookholzberg Rund ein Jahr haben Silke Strüber und ihre Kollegen der BEKS Energieeffizienz GmbH energetische Quartierskonzepte für Ganderkesee und Bookholzberg erstellt. Die Gemeinde hatte die Konzepte im Rahmen des Programms „Energetische Stadtsanierung“ der Bundesregierung in Auftrag gegeben. Die Mitarbeiter der BEKS haben überprüft, wo wie viel Energie verbraucht wird und wie sich die Mengen reduzieren lassen. Ziel ist es, die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu unterstützen. Der Ausschuss für Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz begrüßte die Konzepte am Mittwochabend. Carsten Jesußek (UWG) und Jürgen Struthoff (FDP) enthielten sich.

Grüne scheitern mit Antrag

Das Klimaschutzkonzept der Gemeinde war ebenfalls Thema der Sitzung. Die Grünen fordern eine Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes bis 2030. „Es ist höchste Zeit, guckt mal in die Nachrichten“, betonte Fraktionsvorsitzender Dr. Volker Schulz-Berendt. Er stellte im Ausschuss den Antrag, dass ein externes Büro eine CO2-Bilanz erstellt und dafür 4500 Euro in den Haushalt eingestellt werden. Außer ihm stimmte nur Fraktionskollege Michael Sorg dafür. Alle anderen waren dagegen. Im Gegensatz zu Sorg und Schulz-Berendt sprachen sich die anderen Fraktionen hingegen dafür aus, dass die Gemeinde keine eigene CO2-Bilanz erstellt, sondern ihre Daten im Rahmen der für 2019 geplanten Bilanz des gesamten Landkreises Oldenburg fortschreibt. So würden es auch alle anderen Gemeinden des Landkreises handhaben. Die Kosten übernimmt der Landkreis. Über die Priorisierung weiterer Klimaschutzmaßnahmen soll 2018 beraten werden. Klimaschutzmanager Lars Gremlowski schlug jedoch vor, mit weiteren Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung bereits eine erste Bilanz ohne externes Büro zu erstellen.

Was hat die ­Untersuchung ergeben?

Die Kohlendioxid-Emissionen pro Einwohner liegen in Ganderkesee und Bookholzberg mit 11,8 Tonnen CO2 im Jahr über dem Bundesdurchschnitt von 10,9 Tonnen. Untersucht hatten die Experten 1450 Haushalte mit 5250 Einwohnern in Ganderkesee und 1312 Haushalte mit 2855 Einwohnern in Bookholzberg. Hinzugerechnet Hinzu kommen rund 130 Gewerbebetriebe sowie 540 Dienstleister in Ganderkesee und zehn Gewerbebetriebe sowie 275 Dienstleister in Bookholzberg.

Etwa die Hälfte des gesamten Energieverbrauchs in Ganderkesee und Bookholzberg entfällt laut Strüber auf auf den Bereich Heizung und Wärme. Die Untersuchung hat gezeigt, dass ein Großteil der Kessel privater Heizungsanlagen veraltet ist. In Ganderkesee haben etwa 130 Kessel ein Alter von 30 Jahren und älter erreicht, in Bookholzberg sind es etwa 110 Kessel. Die Anzahl der Kessel, die mehr als 20 Jahre alt sind, summiert sich in beiden Quartieren auf mehr als 900. Hinzu kommen ein hoher Kraftstoffverbrauch, da etwa 30 Prozent der Quartiersbewohner Pendler seien, sowie ein hoher Stromverbrauch.

Was schlagen die ­Experten vor?

Wichtig sei es, die Bürger direkt anzusprechen und über Möglichkeiten der energetischen Sanierung aufzuklären, betonte Strüber. Bürgerbeteiligungen während der Studie seien auf wenig Resonanz gestoßen, deshalb schlägt Strüber Hausbesuche vor, bei denen Bürger und Gewerbetreibende über Maßnahmen und Fördermittel aufgeklärt werden sollen. Auch lokale Handwerker sollten einbezogen werden. Die Gemeinde selbst sollte ihre Gebäude ebenfalls auf Energiesparmöglichkeiten prüfen lassen. So könne laut Strüber beispielsweise der Energieverbrauch in den beiden Oberschulen durch neue Heizungsanlagen deutlich gesenkt werden. Zudem sollte unter anderem das Rad- und Fußwegenetz ausgebaut werden.

Mit den vorgeschlagenen Maßnahmen ließen sich Einsparungen von rund 9 Prozent realisieren. Ambitioniert könnte die Gemeinde sogar eine CO2-Reduktion von bis zu 19 Prozent erreichen. Um dieses Ziel zu erreichen, schlägt die BEKS vor, ein Sanierungsmanagement einzuführen. Erst durch einen „Kümmerer“ vor Ort könnten die Maßnahmen nachhaltig umgesetzt werden. Die Gemeindeverwaltung könnte einen Sanierungsmanager einstellen oder einen externen Dienstleister beauftragen.

Was sagen die
Ausschussmitglieder
?

Dass etwas für den Klimaschutz getan werden muss, da waren sich die Ausschussmitglieder einig. Diskussionen gab es jedoch über die Notwendigkeit eines Sanierungsmanagers. „Ich glaube, dass wir im Dialog mit Handwerkern mehr erreichen, als wenn wir das von offizieller Seite her machen“, sagte Jürgen Struthoff. „Damit würden wir in die Privatwirtschaft eingreifen, das sollten wir den Handwerkern überlassen“, meinte auch Carsten Jesußek. Der zuständige Fachbereichsleiter Peter Meyer wies darauf hin, dass eine Zustimmung zur Beschlussvorlage nicht bedeute, dass alle im Konzept vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt werden. Ein Sanierungsmanager wäre Gegenstand eines neuen Beschlusses.

Weitere Nachrichten:

FDP | Bundesregierung | UWG