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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Markt macht Kunden mobil

01.11.2018

Ganderkesee /Delmenhorst Sobald im Winter Glatteis herrscht, stehen in der Inkoop-Zentrale in Delmenhorst die Telefone nicht mehr still. „Vor allem ältere Kunden bitten uns, ihnen die Einkäufe nach Hause zu bringen“, berichtet Christian Krzefski, Einkaufs- und Vertriebsleiter bei Inkoop. Aber nicht nur die Widrigkeiten des Wetters würden Kunden vor Herausforderungen stellen, weiß Krzefski. „Manch einer kann seinen Einkauf gut bewältigen, hat aber Schwierigkeiten, die Ware nach Hause zu tragen.“

Hier setzt ein neues Angebot der Inkoop-Märkte in Ganderkesee, Bookholzberg und Delmenhorst (ausgenommen ist „Koopje“ in der Innenstadt) an: Ab Montag, 5. November, können Kunden bei Taxe Borkus in Ganderkesee (Telefon   0800/35 55 35 55) ein „Inkoop-Taxi“ ordern und sich von zu Hause zum nächstgelegenen Inkoop-Markt bringen lassen – oder von dort nach Hause. Ein Hinweis an die Kassiererinnen genügt.

Fahrer tragen Einkäufe

Dafür müssten sie maximal 5 Euro pro Tour zahlen, erklärt Krzefski. „Die Einkäufe, auch Getränkekisten, werden vom Fahrer bis in die Wohnung getragen, wenn gewünscht.“

Die Idee, einen Fahrdienst anzubieten, gab es bei Inkoop schon länger. Dass sie jetzt umgesetzt wird, hängt laut Geschäftsführer Bernd Oetken mit den positiven Erfahrungen zusammen, die man mit dem „Mobilen Einkaufswagen“ der Malteser gemacht habe. Seit mehreren Jahren bieten die Malteser zweimal pro Woche Fahrten zu Inkoop-Filialen und ein begleitetes Einkaufen an. Die Nachfrage sei riesig, so Oetken.

„Das Einkaufen hat auch eine soziale Komponente“, ist er überzeugt. Zu einem selbstbestimmten Leben gehöre auch, sich selbst im Markt umschauen zu können.

Ein Online-Angebot, bei dem Kunden Lebensmittel nach Hause bestellen, stellt aus Oetkens Sicht keine echte Alternative dar – sowohl aus Unternehmersicht als auch aus der Kundenperspektive.

Vor 15 Jahren hatte sich Inkoop in diesem Segment versucht, den Service aber nach zwei Jahren eingestampft. „Die wirtschaftliche Grundlage fehlte“, sagt Oetken. Nur ein Prozent am Lebensmittelhandel mache das Online-Geschäft aus. „Das kommt über das Experimentierstadium nicht hinaus“, so Oetken. Zudem sei die Klientel, die der neue Fahrdienst bedienen soll, wenig online-affin.

Bünting setzt aufs „Netz“

Das sieht man bei der Bünting-Unternehmensgruppe in Leer, die unter anderem den Ganderkeseer Famila-Markt betreibt, etwas anders. Einen Fahrdienst biete das Unternehmen aktuell nicht an, teilt Pressereferentin Annett Rabe auf NWZ-Anfrage mit. „Jedoch sind wir uns bewusst, dass immer mehr Menschen in ihrer Mobilität eingeschränkt sind – insbesondere in ländlichen Gegenden, in denen Bünting traditionell stark vertreten ist, benötigen manche Kunden Unterstützung beim Einkauf.“

Bei Bünting sei man dabei, die Märkte stärker online zu vernetzen und den Einkauf für die Kunden flexibler zu gestalten. Das Unternehmen verweist auf die Internetseite combi.de, über die seit voriger Woche Einkäufe nach Hause bestellt werden können. „Wir hoffen, dass auch Senioren und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen dieses Angebot nutzen, um bequem einzukaufen“, so Rabe.

Vorerst ein Versuch

Bei Inkoop setzt man derweil auf den umgekehrten Weg: Nicht die Ware kommt zum Verbraucher, sondern der Verbraucher zur Ware. Der Fahrdienst wird vorerst ausschließlich in der Gemeinde Ganderkesee und in Delmenhorst angeboten. Eine Ausweitung auf die Märkte in Brinkum, Bassum und Harpstedt ist angedacht – sofern die Idee ankommt. Mit dem Service beschreitet Inkoop Neuland: Bernd Oetken ist in der Umgebung kein Mitbewerber bekannt, der etwas Vergleichbares anbietet.

Karoline Schulz
Redakteurin, Agentur Schelling
Redaktion Ganderkesee
Tel:
04222 8077 2745

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