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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Wenn der Zug fährt – aber der Aufzug nicht

29.10.2019

Ganderkesee /Delmenhorst Weil es der Nordwestbahn an Lokführern mangelt, hat das Unternehmen seit dem 7. September den Schienenverkehr an den Wochenenden eingeschränkt: Fahrgäste aus Ganderkesee und dem östlichen Landkreis Oldenburg müssen nun samstags und sonntags die Züge der Regionalbahn (RB) 58 in Delmenhorst verlassen und in die Regio-S-Bahn umsteigen – auf dem Rückweg ist es dann umgekehrt.

Was für die meisten Passagiere nur einen Wechsel des Bahnsteigs und wenige Minuten mehr Fahrzeit bedeutet, hat für Bahnreisende, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, in den vergangenen Wochen praktisch die Weiterfahrt verhindert – weil am Bahnhof Delmenhorst der Fahrstuhl zu den Gleisen 2 und 3 defekt war. Wer mit der RB 58 am Gleis 1 eintraf, hatte keine Möglichkeit, mit dem Rollstuhl die S-Bahn-Linien 3 und 4 nach Oldenburg und Bremen auf dem anderen Bahnsteig zu erreichen.

Eine Lösung wurde indes angeboten, wie Susanne Steffgen schildert. Die Ganderkeseerin, die wegen einer fortschreitenden Nervenerkrankung auf den Rollstuhl angewiesen ist, wollte am Sonnabend, 19. Oktober, mit dem Zug von Ganderkesee nach Oldenburg fahren. Der Bahn-Service „3S-Zentrale“ habe ihr empfohlen, so die 55-Jährige, dass sie in Delmenhorst an Gleis 1 den Zug verlässt und vor dem Bahnhof in den Bus nach Huchting steigt. Von dort könne sie mit der S-Bahn zum Bremer Hauptbahnhof und dann mit der Regio-S-Bahn nach Oldenburg fahren. Für Hin- und Rückfahrt hätte Susanne Steffgen rund vier Stunden mehr Zeit aufwenden müssen.

Die Ganderkeseerin hat dann doch lieber ein Taxi von Delmenhorst nach Hude genommen und ist von dort aus weiter mit dem Zug nach Oldenburg gefahren. Ein Taxi-Vergütungsschein sei ihr verwehrt worden mit der Begründung, die Weiterfahrt nach Oldenburg sei nicht am Zug gescheitert, sondern am Aufzug. „Hier kann man nicht von einer Teilhabe benachteiligter Menschen sprechen“, stellt Susanne Steffgen fest.

Nordwestbahn-Sprecher Steffen Högemann kann den Ärger der Bahnkundin nachvollziehen. In diesem Fall habe aber die DB-Tochter Station & Service den Fehler zu verantworten. Nach Mitteilung der Deutschen Bahn funktioniert mittlerweile der Aufzug zu den Gleisen 2 und 3 in Delmenhorst wieder.

Bei der Nordwestbahn sind laut Högemann bisher keine Beschwerden über das zwangsweise Umsteigen in Delmenhorst an den Wochenenden angekommen. Für das grundlegende Problem des Mangels an Triebfahrzeugführern gebe es unterdessen Licht am Ende des Tunnels: Es würden verstärkt Fahrer ausgebildet und mit den meisten anderen Schienenverkehrsunternehmen gebe es mittlerweile die Vereinbarung, sich nicht gegenseitig das Fachpersonal abzuwerben. Ab dem Frühjahr 2020, so hofft Högemann, könnten die Züge der RB 58 auch an den Wochenenden wieder bis Bremen durchfahren.

Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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