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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

„Das E-Bike ist absolut auf der Überholspur“

13.01.2018

Ganderkesee /Delmenhorst Sie haben zwei Räder, einen Sattel und einen Lenker – ansonsten erinnert bei modernen Fahrrädern nicht mehr ganz viel an das, was sich Karl Freiherr von Drais am 12. Januar 1818 patentieren ließ. In puncto Reichweite, Fahrkomfort und Antriebsart hat die Draisine oder Laufmaschine bis heute einen Quantensprung hingelegt.

Fahrradhändler Matthias Wessels geht davon aus, dass er in seinem Geschäft „Rund ums Rad“ in Delmenhorst in diesem Jahr etwa gleich viele Elektrofahrräder, also Fahrräder mit Motorunterstützung, verkaufen wird wie herkömmliche Räder. „Das E-Bike ist absolut auf der Überholspur“, sagt der 46-Jährige, der die Fahrradstationen an den vier Bahnhöfen im Ganderkeseer Gemeindegebiet betreibt.

Von rund 1000 verkauften Rädern waren bei Wessels schon 2017 etwa 350 bis 400 E-Bikes. Nahezu alle Kunden, die – etwa während der Wartung ihres eigenen Fahrrads – ein Elektromodell als Leihfahrrad fahren, seien anschließend begeistert, erzählt der Fachmann, der sich seit 1995 professionell mit Fahrrädern beschäftigt.

der erste radler fuhr laufrad

Mit einer Laufmaschine begann die Geschichte des Fahrrads. Karl Freiherr von Drais (1785-1851) aus Karlsruhe erfand das Ur-Fahrrad als Alternative zum Pferd und erhielt dafür am 12. Januar 1818 ein Privileg, das mit dem heutigen Patent vergleichbar ist.

Das Gefährt hatte noch keine Pedale, sondern erinnerte an ein Laufrad, wie es Kinder heute nutzen. „Draisine“ oder „Laufrad“ wurde es genannt.

Das erste Zweirad bestand aus einem Holzrahmen und zwei gleichgroßen hölzernen Rädern, das vordere wurde mit einem Deichsellenker gesteuert. Der Fahrer trieb das Laufrad mit den Füßen an und konnte mehr als 15 Stundenkilometer schnell werden.

Kopien tauchten in ganz Europa auf, so dass sein Erfinder in Armut starb. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts setzte sich das Rad – inzwischen mit Pedalantrieb – endgültig durch.

Anfang der 2000er-Jahre zählte Wessels in Delmenhorst und Umgebung zu den Pionieren der neuen Technik. Etwa fünf Jahre später nahm der Absatz von Elektrofahrrädern massiv zu, 2008 eröffnete Wessels in seinem damaligen Geschäft bereits einen E-Bike-Store. Heute bietet er in Kooperation mit dem ADFC während der Saison sogar wöchentliche Feierabend-Touren auf dem E-Bike an.

Seither haben die Fahrräder mit Motorunterstützung einen Imagewandel erfahren – Senioren sind längst nicht mehr die alleinige Nutzergruppe. „Es kommen immer mehr Kunden Mitte 20“, berichtet Wessels. Das liege vor allem daran, dass die Räder heute schicker und sportiver seien. Längst gibt es auch Mountainbikes und Trekkingräder mit Motor.

Unter Wessels’ Kunden sind auch viele, die das E-Fahrrad als Alternative zum Auto für den Arbeitsweg nutzen. Der Vorteil: Dichter Kfz-Verkehr stellt kein Problem mehr dar und sogar bei Gegenwind ist die Fahrzeit absolut kalkulierbar. Günstiger als ein Auto ist ein Elektrofahrrad obendrein: Etwa 1800 bis 4000 Euro kosten die E-Bikes, die Wessels in seinem Geschäft vorrätig hat.

Der Fahrradhändler sieht E-Bikes – trotz der Motorunterstützung – als gesundheitsfördernd an. „Sie sind gelenkschonend und ein großer Motivator für diejenigen, die vorher vielleicht überhaupt nicht mehr aufs Rad gestiegen sind. Treten muss der Fahrer auch beim E-Fahrrad“, betont er. „Und er ist an der frischen Luft.“ Bei aller Leidenschaft fürs E-Bike: Ganz und gar verzichten möchte Wessels aufs konventionelle Fahrrad nicht. Er nutzt beide. „Das klassische Rad wird es noch lange geben“, ist er überzeugt. Vor allem das Rad als Sportgerät sei unverzichtbar.

Auch bei Heiko Evers sind E-Bikes gefragt. In seinem Fahrradgeschäft mit Werkstatt an der Grüppenbührener Straße in Ganderkesee füllen sie einen eigenen Raum. Etwa 35 Prozent der Räder, die bei Zweirad-Evers verkauft werden, haben einen Motor. Der 48-Jährige Geschäftsinhaber hat festgestellt, dass viele Kunden lange mit dem Umstieg warten. „95 Prozent der Leute sagen: Hätte ich es mal fünf Jahre eher gemacht.“

Zu Heiko Evers kommen die Kunden auch, wenn die E–Fahrräder repariert und gewartet werden müssen. Deshalb hat er spezielle Lehrgänge absolviert. Es gebe bei den E-Bikes immer wieder etwas Neues, sagt er.

Karoline Schulz Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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Antje Rickmeier Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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