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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Wintergerste übersteht die Sommerhitze

17.07.2019

Ganderkesee Der Dürresommer 2018 verursachte einen Schaden von mehreren 100 Millionen Euro. So schlimm scheint es in diesem Jahr nicht zu kommen, wie eine erste Einschätzung von Ganderkeseer Landwirten ergibt: Die bisherige Ernte fällt lediglich leicht unterdurchschnittlich aus, jedoch werden für Weizen und Roggen keine guten Erträge erwartet – auch der Regen in der jüngsten Zeit werde darauf keinen bedeutenden Einfluss nehmen, hieß es. In Teilen der Gemeinde wurde deshalb schon früher mit der Ernte begonnen als ursprünglich geplant.

„Beim Weizen erwarten wir einen sehr schlechten Ertrag“, sagte Landwirt Onno Osterloh aus Immer, Vorstandsmitglied des Ortslandvolkverbandes Ganderkesee. Die Ernteergebnisse für Gerste indes seien besser ausgefallen als mancherorts befürchtet. Mit einem Ertrag von sieben Tonnen pro Hektar sei ein Ergebnis eingefahren worden, das knapp unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre liege, ergänzte Cord Wübbenhorst, Vorsitzender des Ortslandvolks.

Ernte begann früher

Die Erntezeit begann wegen des ausbleibenden Regens schon früher und nicht, wie sonst üblich, erst Mitte Juli. Gegebenenfalls müsse der Weizen ebenfalls vorzeitig geerntet werden, weil dieser sehr vertrocknet sei. „Dem Weizen hilft jetzt auch kein Regen mehr“, meinte Osterloh und beschrieb mögliche Konsequenzen: „Vereinzelt hört man, dass Landwirte künftig auf den Anbau von Weizen verzichten wollen.“

Die ausgesäte Gerste hingegen habe „noch zum richtigen Zeitpunkt Wasser bekommen“, sagte Osterloh. Roggen sei zwar etwas genügsamer, dennoch werde auch dieser keine Spitzenerträge bringen. Sollten sich die klimatischen Bedingungen in Zukunft weiter verändern, könnte das auch eine Umplanung mit sich bringen: „Mais und Roggen sind dann vielleicht die Gewinner der Trockenheit.“

Prognosen nicht möglich

Bislang wurde nur die Wintergerste vollständig geerntet. „Die Erntereihenfolge wird auch durch die Witterungsbedingungen beeinflusst“, weiß Andreas Forster vom Raiffeisen-Genossenschaftsverband Hunte-Weser. Besonders Regen entscheidet am Ende, wann der beste Zeitpunkt ist, die Erträge von den Flächen einzufahren. Mit einer Restfeuchte von 15 Prozent ist die Ernte lagerfähig, alles darüber muss getrocknet werden.

Der zu geringe Regen wirke sich „spürbar“ auf die Arbeit aus, so Forster, doch blieben die Preise stabil. Tiefer sei der Blick in die Glaskugel jedoch kaum möglich: „Jedes Jahr ist anders, letztes Jahr hat niemand mit einer erneuten Trockenheit gerechnet“.

Cord Wübbenhorst sagte dazu: „Die Preise werden aber nicht in Ganderkesee oder Deutschland entschieden.“ In diesem Bereich seien die USA und die Ukraine wichtigere Wirtschaftskräfte. Obwohl die Erträge im vergangenen Jahr schwach waren, blieben die Preise stabil. „Der Verbraucher hat davon letztes Jahr gar nichts gemerkt.“

Als Lohnunternehmer sitzt Christian Janz aus Bookhorn mit den Landwirten im selben Boot. „Ich bin eins zu eins abhängig von den Problemen der Landwirte“, betonte er, denn durch die Ernteausfälle im vergangenen Jahr gingen auch seine Aufträge spürbar zurück. Seit zehn Tagen ist die Gerste eingefahren und bereits gepresst. Erst bei trockeneren Bedingungen werden die Strohballen abgefahren und die Ernte geht weiter – momentan werde nur etwas Gülle auf den Feldern verteilt. „Wir warten auf besseres Wetter“, so Janz. In der Zwischenzeit werden Wartungsarbeiten an den Maschinen nachgeholt, die während der Ernte ausbleiben.

Die lange Dürre des vergangenen Jahres habe aber ihre Spuren hinterlassen, bestätigten alle Befragten. Der Bodenwasservorrat ist noch nicht wieder aufgefüllt, da das Regenwasser die tieferen Bodenschichten nicht erreicht. Dennoch bleibt Landwirt Wübbenhorst mit Prognosen vorsichtig: „Wir reden nicht von einer Dramatik – abgerechnet wird zum Schluss.“

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