• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Gebühren In Ganderkesee: Teurer Notdienst für Tierbesitzer

28.02.2020

Ganderkesee Pferde, Katzen, Vögel und Hunde können krank werden, wenn die nächste Tierarztpraxis schon geschlossen hat. Ein Notdienst ist aber vor allem im ländlichen Raum für diensthabende Tierärzte teuer und aufwendig. Seit dem 14. Februar gilt deshalb bundesweit eine neue Gebührenordnung. Für Tierbesitzer bedeutet das nachts und an Wochenenden vor allem eins: höhere Kosten. Aber wird sich die Versorgungslage dadurch wirklich, wie von Behördenseite erhofft, langfristig verbessern?

Keine dauerhafte Lösung

„Das kann aktuell nur eine Zwischenregelung sein“, sagte Dr. Fides Siegert, die in Holzkamp eine Praxis für Groß- und Kleintiere betreibt. Kunden müssen jetzt während der Notdienstzeiten eine Pauschale von 59,50 Euro bezahlen, während der Mindestsatz grundsätzlich das Zweifache, maximal aber das Vierfache der regulären Gebühr beträgt. Das reiche im Grunde aber nicht aus, sagte Siegert. „Im Landkreis gilt schon seit Jahren, dass wir mindestens den doppelten Satz nehmen in Notfällen.“ Hinzu komme der personelle Aufwand: „Das Arbeitszeitgesetz gilt auch für Tierärzte. Eine Person darf ich nur zehn Stunden am Stück beschäftigen.“

Das kostet der Notdienst für Tiere jetzt

Pauschal muss zu Notdienstzeiten seit dem 14. Februar eine Gebühr von 59,50 Euro (inkl. Mehrwertsteuer) bezahlt werden.

Der Mindestsatz beträgt jetzt bundesweit im Notdienst das Doppelte des regulären Satzes.

Der Höchstsatz darf maximal das Vierfache des Regelsatzes sein. Die genaue Höhe liegt, abhängig vom erforderlichen Aufwand, im Ermessen der jeweils zuständigen Tierärzte.

Das Wegegeld für eine Anfahrt zum Tierhalter beträgt nunmehr 3,50 Euro pro Doppel-Kilometer, mindestens aber 13 Euro.

Auch mit den erhöhten Gebühren lasse sich eine gute personelle Abdeckung deshalb nicht realisieren. Siegert: „Es gibt Kollegen, die machen keinen Notdienst mehr.“ Verschärft werde das Personalproblem auch durch die verlängerten Notdienstzeiten: Das Wochenende beginnt gebührentechnisch jetzt freitags um 18 Uhr (früher: samstags, 13 Uhr) bis montags 8 Uhr (früher 7 Uhr) dauern. Kunden müssen aber nicht mehr bezahlen, wenn reguläre Sprechstundenzeiten abends sind oder an einem Samstag ein Termin verabredet wurde. „Es bleibt trotzdem schwierig zu bewerten, was genau als Notdienst gilt“, beklagt Siegert.

Das kostet der Notdienst für Tiere jetzt

Pauschal muss zu Notdienstzeiten seit dem 14. Februar eine Gebühr von 59,50 Euro (inkl. Mehrwertsteuer) bezahlt werden.

Der Mindestsatz beträgt jetzt bundesweit im Notdienst das Doppelte des regulären Satzes.

Der Höchstsatz darf maximal das Vierfache des Regelsatzes sein. Die genaue Höhe liegt, abhängig vom erforderlichen Aufwand, im Ermessen der jeweils zuständigen Tierärzte.

Das Wegegeld für eine Anfahrt zum Tierhalter beträgt nunmehr 3,50 Euro pro Doppel-Kilometer, mindestens aber 13 Euro.

Kreisweit mehr Tierärzte

Auch wenn Notdienste eine Herausforderung sind: Im Landkreis Oldenburg hat sich die Zahl der Tierärzte in den letzten Jahren stetig erhöht. Wie Holger Lorenz, Geschäftsführer der Tierärztekammer Niedersachsen, mitteilte, gibt es kreisweit aktuell 33 niedergelassene Tierärzte mit eigener Praxis sowie 20 angestellte Ärzte. 2014 waren es noch 29 Praxen und 13 Angestellte. Behördenseitig wird jedoch mit einer Fehlerquote von rund zehn Prozent gerechnet, da auch angestellte Tierärzte nebenher selbstständig tätig sein können.

Attraktivität erhöhen

Dass die erhöhten Gebühren langfristig den ländlichen Raum stärken, sei zumindest eine Hoffnung, wie Lorenz erklärte. „Wir wissen nicht, ob es der optimale Weg ist. Wir hoffen aber, dass so eine gewisse Attraktivität für Stellen im ländlichen Bereich zustande kommt.“ Grundsätzlich würden freie Stellen dort bislang nicht stark nachgefragt.

Die zusätzlichen Einnahmen sollen auch eine Entlastung für Tierarztpraxen sein. „Es gibt einen enormen Zeit- und Arbeitsaufwand“, sagte der Geschäftsführer. Zu den vorgeschriebenen Ruhezeiten fallen für Arbeitgeber diverse Zuschläge an, etwa für Nachtdienst. „Für eine mittelgroße Praxis bedeutet das im Grunde eine komplette zusätzliche Tierarztstelle“, schätzte Lorenz den Mehraufwand.

Offen bleibt bislang, welche Auswirkungen die gestiegenen Gebühren für Bagatellfälle haben, die keine echten Notfälle sind. „Wir gehen davon aus, dass solche Vorfälle durch die neuen Gebühren etwas bereinigt werden“, sagte Lorenz. Das gelte es laut Siegert abzuwarten. „Kleine, nicht lebensbedrohliche Sachen werden jetzt schnell teuer, aber es ist schwer zu sagen, ob solche Fälle wirklich weniger werden.“

Arne Haschen Volontär, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
Rufen Sie mich an:
04222 8077 2743
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.