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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Entsteht hier ein Leuchtturmprojekt?

09.11.2018

Ganderkesee „Das könnte ein Leuchtturmprojekt werden“, hatte Ganderkesees Bürgermeisterin Alice Gerken vor zwei Wochen gesagt, als sie bei der Vorstellung des Haushalts-Entwurfs auf den geplanten Wallheckengarten in Birkenheide zu sprechen kam. Aber sie wusste auch schon: „Das wird eine politische Diskussion geben.“

Genau die begann am Mittwochabend im Ausschuss für Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz. „So einen hohen Preis hatten wir nicht erwartet“, sagte Volker Schmidt (Freie Wähler) und deutete an, dass seine Fraktion das Projekt trotz der grundsätzlichen Zustimmung vor Jahresfrist nun nicht mehr mittragen werde. Veranschlagt sind für den Heckengarten 400.000 Euro im Haushalt 2019 und noch einmal 150.000 Euro in der Finanzplanung für 2021. Im Gegenzug erwartet die Gemeinde Fördermittel in Höhe von 150.000 (2019) und 50.000 Euro (2021).

Anderer Standort?

Diese Summen sieht auch Marion Daniel kritisch: „Das hört sich wunderbar an, ist aber auch wunderbar teuer“, meinte die FDP-Fraktionschefin, die zudem den Standort an der Straße Am Kamphusmoor in Frage stellte. Sie könnte sich eine derartige Anlage eher dort vorstellen, wo ohnehin schon eine gewisse touristische Infrastruktur besteht oder geschaffen wird –zum Beispiel beim geplanten Aussichtsturm in Hohenböken.

Dort jedoch besitzt die Gemeinde keine Flächen – das 1,4 Hektar große Grundstück in Birkenheide indes gehört ihr schon. Es wird zurzeit noch landwirtschaftlich genutzt und ist zum Teil bereits von natürlichen Wallhecken gesäumt. Für den Heckengarten sollen nach der bisherigen Planung auf rund 250 Metern Länge Wallhecken in 17 verschiedenen Varianten und dazu etwa 920 laufende Meter Hecken ohne Wall in 46 unterschiedlichen Typen angelegt werden.

Über diese 63 Heckenformen, deren Auswirkungen auf den Naturhaushalt und die kulturhistorische Bedeutung wird – mit weiteren Informationen zum Thema Feldeinfriedungen – auf großen Schautafeln aufgeklärt. Dabei kann die Gemeinde auf das Fachwissen und die Veröffentlichungen des Ganderkeseer Wallhecken-Experten Georg Müller zurückgreifen, der das Projekt angeregt hatte.

Nach Erkenntnissen der Gemeindeverwaltung wäre ein solcher Heckengarten einzigartig im deutschsprachigen Raum. Man gehe daher von einem „überregionalen Interesse“ an der Anlage aus, sagte Peter Meyer, Leiter des Fachbereichs Gemeindeentwicklung. Deshalb muss unter anderem ein Parkplatz angelegt werden, der auch von Bussen befahren werden kann.

Eingriffe in die Natur

Dieser und weitere Eingriffe in die Natur machen es auch Sicht der Verwaltung unmöglich, das Projekt über das Ökokonto der Gemeinde zu finanzieren. Das werde die Naturschutzbehörde nicht akzeptieren, ist Peter Meyer überzeugt. „Wir müssen uns klarmachen“, appellierte er, „das kostet so viel!“ Die weitere politische Diskussion bis zur endgültigen Entscheidung über den Haushaltsplan bleibt jedenfalls spannend.

Hergen Schelling
Agentur Schelling (Leitung)
Redaktion Ganderkesee
Tel:
04222 8077 2741

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