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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Wie Ausbildung passend gemacht wird

26.09.2019

Ganderkesee „Was nicht passt, wird passend gemacht“: Nach diesem Prinzip funktioniert nicht nur eine recht lustige deutsche Filmkomödie – sondern auch die Unterstützung der Zukunftswerkstatt Ausbildungsplatzinitiative Ganderkesee/Delmenhorst/Oldenburg-Land (kurz: Zwaig) für Jugendliche einerseits, die ins Berufsleben starten wollen, und für Betriebe andererseits, die ihnen diese Chance ermöglichen.

Denn an der „Passung“ zwischen diesen beiden Seiten, die zueinander finden müssen, hapere es häufig, sagten Rolf Dasecke und Norbert Klüh vom Zwaig-Vorstand am Dienstagabend einleitend bei einem Vortrags- und Diskussionsabend zum Thema Ausbildung im Ganderkeseer Rathaus. Jugendliche seien heutzutage anspruchsvoller bei der Ausbildungsplatzsuche und zudem fixiert auf wenige attraktive Berufe, so Dasecke. Dazu kämen viele junge Leute mit Migrationshintergrund und aus geflüchteten Familien, die auf den Ausbildungsmarkt drängten – bei denen es aber vor allem wegen mangelnder Sprachkenntnisse nicht „passt“. Und auf der anderen Seite sind die Betriebe, besonders im Handwerk, die sich im Gegensatz zu früher nicht mehr unter einer großen Zahl an Bewerbern den passenden Lehrling auswählen können.

Hilfe von Arbeits-Agentur

Also muss an der Passung gearbeitet werden. Das macht Zwaig seit Langem, aber nicht allein: Vor allem die Agentur für Arbeit hält ein ein breites Angebot an Unterstützung für Jugendliche und Betriebe vor. Das beginnt schon bei der Ausbildungsvorbereitung, wie Elke Fenske, Teamleiterin der Berufsberatung bei der Agentur für Arbeit, am Dienstag erklärte. Sie appellierte vor allem an die Eltern – von denen allerdings nur wenige unter den rund 30 Zuhörern im Sitzungssaal des Rathauses waren: Bei der Ausbildungsplatzsuche gelte es, möglichst früh zu starten, betonte Fenske. Schon im Schuljahr vor dem Entlassungsjahr sollte damit begonnen werden: Noten müssten geprüft und gegebenenfalls verbessert, Unterstützungsmöglichkeiten wie Jobmessen und Ausbildungsplatzbörsen genutzt und am Sozialverhalten müsse gefeilt werden. „Ganz wichtig aber“, so Fenske: „ist Mut machen.“

Schule ist schwierig

Der beste Weg, um die eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten zu testen, ist ein Praktikum – dabei können auch die Ausbilder früh erkennen, ob es passt und wo etwas passend gemacht werden muss. Wie zum Beispiel Udo Einemann, Gas- und Wasserinstallateurmeister aus Ganderkesee, der in seinem Betrieb zurzeit zwei junge Männer mit Migrationshintergrund zu Anlagenmechanikern ausbildet. Einer davon, Mohamad Thabet, war am Dienstag mit ins Rathaus gekommen. Handwerklich und im Umgang mit Kollegen hatte er kaum Anpassungsprobleme – aber die Berufsschule fiel ihm zunächst schwer: „Im ersten Jahr hat er Fünfen und Sechsen geschrieben, jetzt sind es schon Dreien“, beschrieb Udo Einemann den Erfolg der ausbildungsbegleitenden Hilfen, die von der Arbeitsagentur finanziert werden.

„Eine Erfolgsgeschichte“

Sein anderer Lehrling, Kudret Kazar, habe ebenfalls sehr davon profitiert, aber auch vom Zusatzunterricht im Förderzentrum am Habbrügger Weg, berichtete Einemann weiter. Schließlich hätten er und seine Frau Reingard sich selbst auch stark eingesetzt – doch es lohne sich: „Diese Jugendlichen brauchen mehr Zeit“, sagte Einemann, „aber wir können sie im Handwerk einsetzen. Und mit der Unterstützung ist es eine Erfolgsgeschichte.“

Dazu beitragen können und müssen aber auch die Ausbilder selbst: Wie innerbetriebliche Hilfen wirken können, auch langfristig, erläuterte am Dienstagabend Carmen Stubbe von der Starofit Klose GmbH & Co. KG. Die Jugendlichen der derzeitigen „Generation Z“ würden Wert legen auf flexible Arbeitszeiten und flache Hierarchien, sagte sie – darauf reagiere man bei Starofit, um „Passungsprobleme“ von vornherein zu vermeiden.

Feedback für Azubis

Dass dies gelingt, bestätigte Mahmoud El-Husseini, der sich im zweiten Ausbildungsjahr bei Starofit befindet. „Wir bekommen viel Feedback“, berichtete er, „für jeden gibt es einen individuellen Ausbildungsplan und ein Azubi hilft dem anderen.“ Die Ausbildungsleitung behalte die Leistungen immer im Blick, ergänzte Carmen Stubbe. „Kurz nach der Zwischenprüfung besprechen wir schon, wo es hingehen kann. Wir haben immer das Interesse, die jungen Leute zu halten.“ 84 Prozent der Belegschaft haben ihre Ausbildung im eigenen Unternehmen absolviert. Gerade erst wurde Starofit als einer von fünf Betrieben von der Industrie- und Handelskammer Oldenburg mit dem Qualitätssiegel „Top-Ausbildung“ ausgezeichnet. Das sei ein Riesenerfolg, sagte Carmen Stubbe, „aber der Weg ist das Ziel.“

Lob von der Kammer

Unterstützung für Auszubildende und Betriebe bietet auch die Handwerkskammer Oldenburg, die bei der Zwaig-Veranstaltung im Rathaus durch Kai Vensler, Leiter des Geschäftsbereichs Berufsbildung, vertreten war. „Ich freue mich, von diesen Betrieben zu hören“, lobte er das gut funktionierende Ausbildungs-Netzwerk im Bereich Ganderkesee/Delmenhorst.

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Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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