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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Meterweise Waren zählen

09.01.2019

Ganderkesee Zwei Mitarbeiterinnen beugten sich über eine Kühltruhe, um die Eis-Bestände zu erfassen. Eine andere kniete vor einem Regal und zählte Bonbontüten. Im Inkoop-Markt in Ganderkesee stand am Dienstag die Inventur auf dem Programm.

Meterweise arbeiteten sich auch Simone Ebner und ihr Kollege Matthias Schmidt voran. Bei der Inventur wird jeweils ein Regalabschnitt mit einer Breite von einem Meter durchgezählt. „Wenn man mal weggerufen wird, findet man leichter wieder, wo man gerade gewesen ist“, erläuterte Matthias Schmidt das System. Die Mitarbeiter notierten die Anzahl eines Artikels auf einem Schild am Regal. Mit einem mobilen Gerät wurden die Daten dann erfasst. Obwohl das Unternehmen mit Sitz in Delmenhorst aufgrund seines Warenwirtschaftssystems eine „permanente“ Inventur durchführt, spielt die Stichtag-Inventur eine wichtige Rolle: „Wir zählen jeden Artikel händisch“, erläuterte Maurice Kaulicke, zuständig für Personal und Verkauf. So werde ermittelt, wie viel Ware laut Buchhaltung da sein müsse und wie viel tatsächlich vorhanden sei. Durch die Inventur werden nach Auskunft Kaulickes nicht nur Fehlbuchungen aufgedeckt, sondern es wird auch deutlich, wie viel Ware gestohlen worden ist. Diebstähle sind ein großes Problem: Es gebe organisierte Banden, die es auf hochwertige Spirituosen abgesehen hätten und ganze Regale leerräumen würden, so der Mitarbeiter.

Bei der Inventur setzt Inkoop statt auf Aushilfen auf eigene Mitarbeiter. Für sie sei der erste Dienstag im Jahr, der fürs Zählen angesetzt wird, auch ein geselliges Zusammentreffen, meinte Kaulicke. „Alle Kollegen sind da und machen zusammen Pause.“ Häufig würden auch Kuchen und Salate mitgebracht. Für die Filialleiter dagegen bringt die Inventur nach der anstrengenden Zeit um Weihnachten und Silvester noch einmal Stress: „Danach wird es dann ruhiger.“

Auch in Betrieben, in denen Laufkunden nichts aus den Regalen nehmen können, ist die Inventur Pflicht. In der Ganderkeseer Niederlassung eines Elektrogroßhandels etwa werden Tausende Kabel, Verteilerdosen und andere Artikel des Elektrikerbedarfs gezählt. So wisse man genau, was auf dem Lager liege und könne ältere Ware aussortieren, sagte ein Mitarbeiter.

Auch im Ganderkeseer Geschäft Denker wurde jedes Paar Schuhe gezählt, allerdings bereits Ende des vergangenen Jahres. „Wir machen das freiwillig, weil wir eine laufende Inventur durch unser System haben“, erläuterte Wilm Denker, Inhaber des Schuhgeschäfts. Auch wenn alle Ein- und Ausgänge im Computer erfasst sind, verschafft das Zählen dem Geschäftsmann eine bessere Kontrolle. Das sei nach Abteilungen erfolgt: „Es wurde komplett alles gezählt, vom Material in der Werkstatt bis zum hochwertigen Damenstiefel.“ Schließlich könne es an der Kasse zu Fehlbuchungen kommen. Auch Diebstähle gebe es im Schuhgeschäft.

Bei der Raiffeisen-Genossenschaft Hunte-Weser ist die Inventur nach Angaben von Geschäftsführer Hugo Lohmann eine aufwendige Sache. Denn an den Agrarstandorten, zu denen auch Ganderkesee gehört, müssen Getreide, Dünger und Futtermittel erfasst werden. Die Restbestände an Getreide würden am 30. Juni aufgenommen, erläuterte Lohmann. „Kurz bevor die Getreideernte beginnt, wird das, was noch da ist, gewogen.“ Beim Dünger erfolge die Erfassung, wenn die Lager im Herbst gefüllt würden. Die Daten dienen dann als Grundlage für eine rechnerische Inventur am Vormittag des 31. Dezember. „Als Kaufmann sind Sie verpflichtet, einmal im Jahr alles körperlich aufzunehmen“, erläuterte Lohmann.

Antje Rickmeier Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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