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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Hebammenmangel im Landkreis besser verwalten

12.03.2019

Ganderkesee /Landkreis /Delmenhorst Der Mangel ist seit Langem da, aber nun soll er wenigstens besser verwaltet werden: Zum 1. April wollen der Landkreis Oldenburg und die Stadt Delmenhorst ihre gemeinsame Hebammenzentrale in Betrieb nehmen. Bei einer Informationsveranstaltung für beteiligte Hebammen im Ganderkeseer Rathaus informierten am Montagnachmittag die Verantwortlichen über Ziel und Zweck des neuen Angebots.

Worum geht es eigentlich?

Der Landkreis Oldenburg und die Stadt Delmenhorst richten in Zusammenarbeit mit ihren jeweiligen Gesundheitsregionen eine Hebammenzentrale ein. Angesiedelt wird die gemeinsame Stelle beim Delmenhorster Institut für Gesundheitsförderung (DIG)). Eine mit 19,5 Wochenstunden angestellte Hebamme vermittelt Schwangeren und Wöchnerinnen Kontakte zu und Termine bei Hebammen in der Region. An den Kosten in diesem Jahr beteiligt sich der Landkreis mit 38 000 Euro und Delmenhorst mit 20 900 Euro. In zweiten Jahr wird mit geringeren Kosten gerechnet. Danach soll eine Zwischenbilanz gezogen werden.

Warum ist das Angebot notwendig?

Die Zahl der Hebammen in der Region ist stark rückläufig. Nach Auskunft von Jürgen Ohlhoff, Leiter des Gesundheitsamtes in Wildeshausen, gibt es derzeit nur noch 26 Hebammen im Landkreis Oldenburg und zwölf in Delmenhorst. Bei rund 2100 Geburten im Jahr reichen die Kapazitäten längst nicht.

Wem hilft die Hebammenzentrale?

Zielgruppe sind vor allem Frauen, die von sich aus nicht unbedingt eine Hebamme bestellen würden oder wegen des zahlenmäßig geringen Angebotes einen Termin erst sehr spät oder gar nicht bekämen. Sie finden künftig eine zentrale Anlaufstelle, die ihnen die gewünschten oder notwendigen Leistungen vermittelt. „Junge Eltern sind heute hilfloser als früher“, ist die Erfahrung von DIG-Direktor Dr. Johann Böhmann. Ein Grund dafür sei, dass es kaum noch Großfamilien gebe, in denen Erfahrungen von einer Generation an die nächste weitergegeben werden.

Was haben die Hebammen davon?

Sie profitieren, indem sie von administrativen Tätigkeiten entlastet werden und sich stärker auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren können. Und eine bessere Vernetzung sowie eine gerechtere Aufteilung der Ressourcen soll den Hebammen-Beruf für junge Frauen attraktiver machen.

Wie funktioniert die Zentrale?

Die Hebammen in Delmenhorst und im Landkreis melden ihre freien Arbeitskapazitäten an die Datenbank der Hebammenzentrale. Nach den vorgegebenen Zeiten werden Termine und Gespräche an interessierte Frauen vermittelt. Für diese entstehen bis zu vier Monate nach der Entbindung keine Kosten, da die Krankenkassen in diesem Zeitraum Hebammenleistungen bezahlen.

Wie erreichen Frauen die Hebammenzentrale?

Noch gar nicht. Eine zentrale Telefonnummer und eine Mail­adresse werden rechtzeitig vor dem 1. April bekanntgegeben.

Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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